Selm ist jetzt Teil der neuen „Technischen Führungsgruppe Nord“

dzFreiwillige Feuerwehr

Kreisbrandmeister Thomas Heckmann will die Einsatzleitung bei größeren Schadenslagen im Kreis Unna neu aufstellen - und zwar auf Führungsebene. Mit im Boot: die Freiwillige Feuerwehr Selm.

Selm

, 04.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wenn wir so oft Pech hätten wie wir Glück haben…“ ist ein von Feuerwehrleuten oft gesagter Spruch. Dabei wollen die Retter eigentlich auf alle Eventualitäten bestmöglich vorbereitet sein.

Kreisbrandmeister Thomas Heckmann ist deshalb dabei, eine taktische Einsatzleitung aufzubauen, die bei Großschadenslagen für das operative Vorgehen vor Ort zuständig ist, während der Krisenstab aus dem politisch-administrativen Bereich in der Einsatzleitstelle an der Florianstraße in Unna den Dienst aufnimmt.

Einsatzleiter vor Ort kann entlastet werden

Das Kommando hat natürlich weiterhin der Einsatzleiter, doch muss die handelnde Mannschaft ausgetauscht werden, müssen Nachschub und Verpflegung organisiert werden oder sind andere organisatorische Dinge zu erledigen, kann das Team der taktischen Einsatzleitung den Einsatzleiter vor Ort kräftig entlasten.

Die Überlegungen, die hinter diesem Konzept stehen, haben zwei Ursachen: Zum einen haben Überschwemmungen, schwere Stürme und auch große Flächen- und Waldbrände in den vergangenen Jahren auch in der heimischen Region zugenommen.

Außergewöhnlich große Einsätze für die Feuerwehr

Zum anderen gibt es neben diesen Flächenlagen, wie sie zum Beispiel von den Stürmen Friederike, Felix, Ela, Emma oder Kyrill ausgelöst wurden, auch sogenannte Punktlagen wie im vergangenen Jahr der Großbrand bei der GWA in Bönen, bei dem bis zu 1000 Feuerwehrleute über mehrere Tage mit dem Feuer kämpften.

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„Dieser Brand hat uns in der Einsatzleitung an unsere Grenzen gebracht“, gibt Heckmann offen zu. „Wir mussten uns daher für die Zukunft neu aufstellen. Wenn wir zu einem Großschadensereignis alarmieren, reden wir schnell von bis zu 1100 Einsatzkräften vor Ort, die koordiniert werden wollen.“

Der Kreis Unna wird in zwei Bereiche unterteilt

Der Kreisbrandmeister unterteilt den Kreis daher in einen Nord- und einen Südteil - und installiert in beiden einen im Ernstfall parallel zum Krisenstab agierenden Führungsstab. Im Norden agieren mit der technischen Führungsgruppe Nord die Feuerwehren Selm, Lünen, Werne, Bergkamen und Kamen, im Südkreis die Feuerwehren aus Schwerte, Holzwickede, Fröndenberg, Unna und Bönen.

Weiterhin zum Einsatz kommen wird aber wie bisher der Fernmeldedienst, der mit dem großen Einsatzleitwagen anrückt und die Kommunikation übernimmt, damit die Leitstelle beim Kreis Unna entlastet wird.

Schulungen laufen - erste Übungen sind avisiert

Der Kreisbrandmeister selbst wird jedoch da zur Stelle sein, wo er dringender benötigt wird. „Das kann als Führungsstableiter in der Kreisleitstelle sein, aber auch als Einsatzleiter vor Ort“, erklärt Heckmann. „Aller Wahrscheinlichkeit nach wäre ich aber im Krisenstab - und würde das operative Geschäft vor Ort der technischen Führungsgruppe überlassen.“

Damit das funktioniert und die Gruppe entsprechend schlagkräftig ist, laufen derzeit etliche Schulungen für die Teams, die im Nord- oder Südkreis im Einsatz sein werden. Regelmäßig sollen dann ab Herbst auch Übungen stattfinden, damit sich das neue Prozedere einspielen kann.

System innerhalb eines Jahres „aus dem Boden gestampft“

„Wir haben das System nun innerhalb eines Jahres aus dem Boden gestampft“, sagt Heckmann, „und wenn es läuft, wird es in der Anfangszeit auch regelmäßige Alarmierungen geben, selbst wenn es nur Verdachtsfälle sind“, sagt Heckmann. Denn die neue Vorgehensweise muss sich bei allen Beteiligten erst richtig einschleifen.

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