Frostig ist es bereits und auch schneien könnte es laut Diplom-Metrologin Ortrun Roll noch. © Heinz Peter
Schnee-Prognose

Schnee im neuen Jahr: So sind die Aussichten auf Winterzauber für Selm

Einen verschneiten Start ins Jahr: Darauf hoffen viele Selmer immer wieder aufs Neue. Ob es bald Schnee geben soll -und auch, wann es das letzte Mal so richtig Schnee gab, berichten wir hier.

So richtig Schnee zum Schneemannbauen – das hat es schon länger nicht gegeben in Selm. Weihnachten und Silvester sind vorbei, aber noch immer ist kein Schnee in Sicht. Knackig kalt ist es – nur für die kleinen weißen Flocken reicht es nicht.

Damit es schneit, müssen bestimmte Bedingungen gegeben sein, weiß Diplom-Metrologin Ortrun Roll vom Deutschen Wetterdienst (DWD). „Für nachhaltiges Winterwetter mit Schnee muss die großräumige Luftströmung am ehesten aus Nord bis Nordost kommen. Damit sind die Grundvoraussetzungen, nämlich die Kombination von Kälte und Feuchtigkeit erfüllt.“ Luftmassen aus dem Osten seien im Winter zwar auch kalt, aber eher trocken und dadurch nicht geeignet für Schneewetter.

Wahrscheinlichkeit für Schnee ist nicht bei Null

An Weihnachten gab es keinen Schnee und auch Silvester war zwar kalt, aber ohne weiße Flöckchen. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es noch schneit, nicht bei Null. Denn zum Jahresbeginn werde es noch mal kühler mit frostigen Temperaturen. „Richtung Sonntag (3.1.) und Montag (4.1.) verharren die Temperaturen im leichten Frostbereich“, sagt Roll. Denn komme es zu geringfügigem Schneefall, der die Landschaft etwas überzuckern könne. Es sei jedoch kaum mit einer geschlossenen Schneedecke zu rechnen. Das sei aber für die Region nicht weiter ungewöhnlich. „Statistisch gesehen ist es nicht ungewöhnlich, dass die Weihnachtstage eher verhältnismäßig mild verlaufen und eine kältere, zum Teil hochwinterliche Phase, nach Jahresbeginn zu erwarten ist“, sagt Roll.

So verhielt es sich zum Beispiel im Februar 2019. Damals gab es laut der Diplom-Metrologin zuletzt eine „richtige“ Schneedecke in Selm – und das sogar für etwa 17 Tage. Zum Vergleich: 2020 gab es nur etwa sieben Tage, an denen mal gelegentlich ein paar Flocken gefallen sind, aber nie eine richtige Schneedecke.

Immer häufiger Jahre mit wenigen oder keinen Schneedeckentagen

„In den niedriger gelegenen Regionen, wie dem südlichen Münsterland und dem Nordrand des Ruhrgebietes, gibt es immer häufiger Jahre, in denen nur ganz wenige oder keine Schneedeckentage registriert werden“, sagt Roll. Die Tage, an denen eine Schneedecke liegt, seien im Flächenmittel aber auch für ganz NRW, zurückgegangen. „Während der Durchschnittswert im „alten Klima“ 1951 bis 1980 bzw. 1961 bis 1990 bei rund 31 Tagen lag, sind es in den letzten 30 Jahren nur noch rund 19 Tage, also ein Rückgang von rund 12 Tagen.“

Auf die Frage hin, ob das bereits mit dem Klimawandel zu tun habe, sagt die Diplom-Metrologin: „Diese Frage lässt sich nicht für ein einzelnes Jahr beantworten. Generell kann man jedoch den Trend zu einem Temperaturanstieg in den letzten Jahren deutlich erkennen.“

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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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