Von der Werner Straße (l.) führt der vierte Arm ins Gewerbegebiet: auch eine Zuwegung zu Saria. Das Unternehmen will in Richtung Innenstadt erweitern. © Günther Goldstein
Entwicklung

Saria in Selm will wachsen: Grüne machen Vorschlag gegen Flächenfraß

Saria ist auf Wachstumskurs und braucht dafür neue Verwaltungsgebäude: Das hat der Selmer Stadtentwicklungsausschuss einstimmig begrüßt. Es gibt aber auch Forderungen an den Bauherrn.

4,2 Hektar Freifläche will die Rethmann-Tochter Saria neben ihrem Hauptsitz an der Werner Straße nach und nach bebauen: Platz für eine wachsende Verwaltung, in der auch die Verwaltung der Rethmann-Gruppe angesiedelt ist. 2016 waren es noch 159 Mitarbeiter dort, inzwischen sind es 236 – Tendenz steigend. Ein Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Selm, das der Stadtentwicklungsausschuss Selm einstimmig begrüßt hat. Es gab in der Sitzung aber auch kritische Zwischentöne. Und Appelle.

Ingmar Leismann will Platz sparen

Ingmar Leismann (27) ist neu in der Selmer Stadtpolitik. Seit der Kommunalwahl ist er für die Grünen sachkundiger Bürger im Stadtentwicklungsausschuss. Dort hat der Ingenieur in der Wasserwirtschaft am Donnerstag (25. 2.) etwas Wasser in den Wein der erheblichen Unternehmenserweiterung gegossen.

Durch die von allen politischen Seiten begrüßte Neubaumaßnahme würden, so Leismann, rund zwei Hektar Dauergrünland verloren gehen. „Im Vorentwurf sind die Parkplätze und Bürogebäude sehr großflächig angeordnet“ – alles andere als sparsam. Leismann: „So viele Parkplätze sind nicht mehr zeitgemäß.“ Durch eine platzsparendere Anordnung der Gebäude ließen sich „weitere Flächen

einsparen und als Grünland erhalten“. Gemähter Rasen wie am Lippewerk sei keine sinnvolle Gestaltung.

Grüne: 0,5 Hektar weniger für Bebauung vorsehen

Baudezernent Stefan Schwager sah Leismanns Sorge als unbegründet an: „Gehen Sie mal davon aus, dass das Unternehmen die Flächen ansprechend gestalten wird“: parkähnlich. Und wie die Mobilität in fünf bis zehn Jahre aussehen wird – so weit greifen die Erweiterungspläne – , „kann heute noch niemand sagen“. Leismann blieb jedoch bei seinem Antrag: Die geplante Grünfläche von derzeit 0,5 Hektar solle auf insgesamt einen Hektar vergrößert und die gewerbliche Baufläche entsprechend verkleinert werden. Jeanine Tembaak pflichtete Leismann bei: „Es ist ein berechtigter Antrag, die Wirtschaft in die Pflicht zu nehmen, alles für den Klimaschutz zu tun.“ Das sahen bei der Abstimmung auch die Vertreter der Familienpartei und von „Gemeinsam für Selm“ so. Sie wurden allerdings von CDU, SPD und FDP überstimmt.

Für Leismanns zweiten Antrag stimmte nur er selbst. Es ging darum, „den überwiegenden Teil der Kompensationsmaßnahmen direkt vor Ort zu leisten“. Zurzeit ist es so, dass die Stadt Selm das Management der aus Bauleitplanung resultierenden Ausgleichsverpflichtungen auf den Kreis übertragen hat. Der Kreis ist es, der Grunderwerb, Planung, Umsetzung und Betreuung der Maßnahmen organisiert. Dafür gibt es einen kreisweiten Flächenpool. Leismann sprach sich dafür aus, den „überwiegenden Teil der Kompensationsmaßnahmen direkt vor Ort zu leisten“.

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Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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