Die Grundschüler kehren am Montag, 22. Februar, wieder in die Schulen - hier der Weg zur Grundschule Auf den Äckern in Bork - zurück. © Arndt Brede (Archiv)
Präsenzunterricht ab 22. Februar

Rückkehr der Selmer Grundschüler: Drei Schulen – zwei Unterrichtsmodelle

Die Grundschüler kehren in Selm ab Montag, 22. Februar, in die Schulen zurück. Dabei haben sich die Grundschulen für durchaus unterschiedliche Unterrichtsmodelle entschieden.

Montag, 22. Februar: Ein Datum, das für Schüler von besonderer Bedeutung ist. Dann kehren neben den Abschlussjahrgängen der weiterführenden Schulen auch die Schüler der Grundschulen in den Präsenzunterricht zurück. Die Leitungen der Selmer Grundschulen haben Unterrichtsmodelle entwickelt, die zwar Präsenzunterricht ermöglichen, aber weiterhin dazu beitragen sollen, dass Hygiene- und Abstandsregeln zur Minimierung und Unterbindung von Infektionsketten eingehalten werden können.

Drei Grundschulen gibt es in Selm. Ihr Vorgehen ist nicht einheitlich. Jede Schule hat für sich Argumente in die Waagschale geworfen, wie ab Montag, 22. Februar, der Unterricht laufen soll. Heraus gekommen sind Modelle, die unterschiedlich sind. Jedenfalls unterscheiden sich Modelle zweier Grundschulen von dem der dritten.

Ludgerischule: „Es steht schon fest, dass ab dem 22. Februar alle Klassen halbiert unterrichtet werden in Gruppe A und B. Die eine Hälfte kommt immer montags und mittwochs und alle 14 Tage freitags, die andere Hälfte kommt immer dienstags und donnerstags und alle 14 Tage freitags.“ So steht es auf der Homepage der Ludgerischule. Und: „ An den Tagen ohne Präsenz lernen die Kinder im Distanzmodell.“ Der Präsenztag diene auch dazu, die Kinder für den Distanztag mit Aufgaben zu versorgen. Nach dem Modell der Ludgerischule sind folgende Details zu beachten: „Die Klassen 1 und 2 haben vorerst täglich vier Stunden, bis 11.30 Uhr, Unterricht, die Klassen 3 und 4 haben täglich 5 Stunden, bis 12.30 Uhr, Unterricht. Im Vordergrund der Stundentafel stehen Deutsch, Mathe, Englisch und Sachunterricht. Die anderen Fächer werden den Plan der Klassen ergänzen.“

Warum hat die Ludgerischule dieses Unterrichtsmodell mit täglichem Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht gewählt? Die stellvertretende Schulleiterin Andrea Dabrowski sagt auf Anfrage: „Wir haben festgestellt, dass viele Familien ein Problem haben, eine ganze Woche des Homeschoolings zu organisieren. Wir haben ja sowieso schon eine ganze Reihe Kinder, die zu uns kommen, damit sie die Aufgaben bei uns in der Schule machen und wir haben den Eindruck, dass es für die Eltern einfacher ist, wenn die Kinder jeden zweiten Tag in der Schule den Hinweis bekommen, was gearbeitet werden muss, und zuhause am nächsten Tag dann ähnlich wie die Hausaufgaben das dann abarbeiten können.“

Grundschule Auf den Äckern: Für beide Standorte – also für Bork und Cappenberg – gilt folgende Unterrichtsregelung: Ab dem 22. Februar wird der Unterricht in Form eines Wechsels aus Präsenz- und Distanzunterricht wieder aufgenommen. Alle Klassen werden in zwei, etwa gleichgroße, Gruppen geteilt (Gruppe A und Gruppe B). Gruppe A kommt in der Woche vom 22. bis 26. Februar am Montag, Mittwoch und Freitag zur Schule und in der darauffolgenden Woche am Dienstag und Donnerstag. Gruppe B kommt in der Woche vom 22. bis 26. Februar am Dienstag und Donnerstag zur Schule und in der darauffolgenden Woche am Montag, Mittwoch und Freitag. Und so geht es wochenweise im Wechsel weiter.

Folgende Argumente sprechen laut Schulleiterin Anja Knipping für das Unterrichtsmodell im täglichen Wechsel: „Wir glauben, dass es für die Kinder zuträglicher ist, wenn sie einen über den anderen Tag kommen. Weil wir ihnen dann die Aufgabe vom Tag, an dem sie im Präsenzunterricht sind, mitgeben. Dann müssen sie das zuhause am nächsten Tag tun. Und dann kann man diese Aufgaben wieder mit in den Unterricht einfließen lassen. Wenn einige Kinder eine ganze Woche nichts machen, ist das schwieriger nachzuarbeiten oder es unterrichtlich wieder aufzugreifen.“

Overbergschule: Alle Schülerinnen und Schüler erhalten möglichst im selben Umfang Präsenz- und Distanzunterricht. Dabei sind konstante Lerngruppen zu bilden. In den Präsenzphasen des Unterrichts sollte nach Möglichkeit der Unterricht in Deutsch, Mathematik sowie der Sachunterricht und Englisch im Vordergrund stehen. So steht es auf der Homepage der Schule. Und: Die Klassen werden halbiert in Gruppe A und B. Die eine Hälfte kommt in den geraden Wochen und die andere Hälfte in den ungeraden Wochen zur Schule. In der Präsenzwoche werden die Kinder nach Plan unterrichtet. In der Distanzwoche arbeiten die Kinder zuhause an vertiefenden Aufgaben und an Projekten (Kunst, Sachunterricht, usw.), die vom Jahrgangsteam festgelegt werden. In der Distanzwoche findet täglich (außer Dienstag) eine verpflichtende Videofragerunde statt.

Die Overbergschule ist anders als die anderen beiden Grundschulen zum Modell des wochenweisen Wechselunterrichts übergegangen. Warum? „Weil wir glauben, dass wir so die Kinder, wenn wir sie fünf Tage hier haben, besser sozial-emotional auffangen können, an den sozialen Kompetenzen besser arbeiten können“, erklärt Schulleiterin Christine Jücker. „Die Kinder haben einfach die Möglichkeit, hier anzukommen.“ Anzukommen nach Wochen des Distanzunterrichts.

Weiteres Argument pro wochenweisem Wechsel: Die Schule habe mit Eltern gesprochen, was für sie planerisch einfacher sei: täglicher oder wochenweise Wechsel. „Die Rückmeldung war, dass es für die Eltern einfacher wäre, wenn wir einen Wochenrhythmus haben.“

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Arndt Brede

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