Am 22. Februar kommen an der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule die Schüler der Abschlussklassen in die Schule zurück. © Arndt Brede
Weiterführende Schulen

Rückkehr der Abschlussjahrgänge: Weiterführende Schulen feilen an Konzepten

Aus Ungewissheit ist Gewissheit geworden. Die weiterführenden Schulen in Selm holen die Schüler der Abschlussjahrgänge in die Schulen zurück. Jetzt geht es darum, wie der Unterricht aussieht.

Das Datum steht. Details sind aus der aktuellen Schulmail des NRW-Schulministeriums zu ersehen. Ab Montag, 22. Februar, wird ein Teil der Schüler der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule und des Städtischen Gymnasiums Selm wieder zum Präsenzunterricht zurück kehren können.

An der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule bereitet man sich auf die Rückkehr der Abschlussklassen in die Schule vor, während für alle anderen Schüler der Distanzunterricht wie seit Wochen weiter geht. Die fünf 10er-Klassen in die Sekundarschule zurück zu holen, bedeutet laut Schulleiterin Karin Vogel: „Wir haben einen sehr hohen Anteil am Präsenzunterricht.“ Das werde für die Abschlussklassen ab dem 22. Februar bedeuten, dass 70 Prozent Unterrichtsanteil im Präsenzunterricht liege und der Distanzunterrichtsanteil 30 Prozent betrage.

Sichtbare und zielführende Kontinuität

Allerdings sei die Sekundarschule nicht mit anderen Schulen vergleichbar, betont die Schulleiterin. „Wir haben ein System, das viel in Differenzierungen arbeitet. Das heißt: Der Auftrag, konstante Lerngruppen zu bilden, den wir auch haben, orientiert sich aber auch gleichzeitig daran, wie bei uns das Schulsystem aussieht. Wir haben bei uns in den Hauptfächern Mathematik, Deutsch und Englisch Differenzierungskurse. Uns war einfach wichtig, zu sagen: Wir heben die jetzt nicht einfach auf, um zu sagen, Hauptsache der Unterricht findet statt, egal, bei welchem Lehrer. Insofern es ist gerade sehr wichtig, an irgendeiner Stelle eine sichtbare und zielführende Kontinuität zu zeigen.“

Diese Kontinuität zeige sich daran, dass der Lehrer, der durch die Zeiten der Videokonferenzen und des Distanzlernens geführt habe, dann auch wieder im Präsenzunterricht da sei, um auf die zentralen Prüfungen langfristig vorzubereiten. „Deshalb müssen wir da in den Wechselunterricht gehen, das heißt, zu schauen, dass der eine Kursteil in der Woche A und der andere Teil in der Woche B kommt.“

Jedoch beziehe sich der Wechsel lediglich auf die Kurse Englisch, Mathematik und Deutsch. „Ansonsten kommen die Schüler, die zum Beispiel montags in den ersten beiden Stunden nicht zum Kurs kommen sollen, alle zum Klassenunterricht, der in der Zeit hinterlegt ist. So dass wir letztendlich den Präsenzanteil von 70 Prozent und den Distanzanteil von 30 Prozent in der Woche haben.“

Dies habe bedeutet, dass das gesamte Team ganz genau hinschauen musste, wie alles zu organisieren sei, sagt Karin Vogel. Denn nach wie vor hat die Schule den Auftrag, Coronainfektionsketten minimieren und unterbinden zu helfen.

Da in einigen Kursen normalerweise Schüler aus verschiedenen Klassen kommen, das aber derzeit nicht sein darf, werden Kurse klassenweise so aufgeteilt, dass ein Teil früher, der andere später kommt.

Die Zeit der leeren Schulhöfe ist zumindest für die Abschlussjahrgänge der weiterführenden Schulen in Selm bald vorbei.
Die Zeit der leeren Schulhöfe ist zumindest für die Abschlussjahrgänge der weiterführenden Schulen in Selm bald vorbei. © Arndt Brede (Archiv) © Arndt Brede (Archiv)

Bis zum 22. Februar haben Karin Vogel und ihr Team, noch Zeit, an Details zu arbeiten, etwa, in welchen Räumen die Schüler des zehnten Jahrgangs unterrichtet werden können.

Diese Denkmodelle gelten bis zum 7. März. „Dann denken wir wieder neu“, sagt Karin Vogel.

Gymnasium: Q1 und Q2 kehren vollständig zurück

Am Selmer Gymnasium hat Schulleiter Ulrich Walter die wesentlichen Rahmenbedingungen auf die Homepage der Schule – www.gymnasium-selm.de – gestellt.

Dort heißt es: „Vom 22.02.2021 an kehren die Schülerinnen und Schüler der Stufen Q1 und Q2 in den Präsenzunterricht zurück.“ Und: „Für die Jahrgänge 5 bis EF wird das Lernen auf Distanz zunächst bis zum 07.03.2021 fortgesetzt.“

Wie aber soll das genau ablaufen, wenn zwei Jahrgangsstufen wieder ins Schulgebäude zurückkehren? Nach Auskunft von Ulrich Walter wird das so ablaufen: Die Q1 und die Q2, also die prüfungsrelevanten Jahrgänge, „kommen vollständig in die Schule“. Und zwar nach dem aktuellen Stundenplan. Dazu sei die Raumordnung überarbeitet worden um die Abstandsregeln einzuhalten. Die Q2 werde die obere Etage des Gymnasiums nutzen, die Q1 die untere Etage, also das Parterre. „Auch in Freistunden“, betont der Schulleiter.

Größere Kurse werden grundsätzlich in größeren Räumen unterrichtet.

Verschiedene Unterrichtsvarianten

Einige Kurse sollen auch in zwei nebeneinander liegenden Räumen unterrichtet werden. So sollen zum Beispiel Kurse mit mehr als 13 Schülern aufgeteilt werden. Dabei haben die Fachlehrer die Wahl zwischen drei Unterrichtsvarianten, sagt Ulrich Walter. Variante 1: Der Lehrer wechselt zwischen den beiden Räumen hin und her. Variante 2: Der Lehrer unterrichtet die eine Gruppe, während die andere Gruppe im anderen Raum Aufgaben bearbeitet. Variante 3: Der Lehrer unterrichtet die eine Gruppe im Präsenzunterricht und dieser Unterricht wird zeitgleich über die Schulkommunikationsplattform IServ in den anderen Raum gestreamt.

Das Raumkonzept ist das eine, die Gesundheitsvorsorge das andere, das zum Gelingen des Unterrichts ab dem 22. Februar beitragen soll. „Deshalb applliere ich an die Schüler, dass sie mit FFP2-Masken oder OP-Masken in der Schule erscheinen“, betont Ulrich Walter.

Knapp zwei Wochen lang werden also nun die prüfungsrelevanten Jahrgänge ins Gymnasium zurückkehren. Und dann? „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man den Schülern der Q2 und Q1, die ja jetzt in intensiven Vorbereitungen auf das Abitur oder in allmählichen Vorbereitungen, die Q1 nämlich, sind, den Status des Präsenzunterrichts nimmt“, erklärt der Oberstudiendirektor. Der organisatorische Aufwand sei jetzt überschaubar. „Es wird aber schwierig, wenn wir zeitgleich weitere Jahrgänge wieder in den Präsenzunterricht einbinden müssen.“ Dann sei diese aufwändig organisierte Raumordnung für die Q1 und die Q2 dann nicht mehr ohne weiteres umsetzbar. Im Frühjahr 2020 zum Beispiel habe das Gymnasium quasi im Schichtenmodell arbeiten müssen. Ob man ab dem 7. März auf Erfahrungen und Modelle aus 2020 zurückgreifen könne, bleibe abzuwarten. „Ich hoffe, dass wir das mit hinreichend frühem Planungsvorlauf dann auch wissen.“

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