Quarter Horses auf der DK-Ranch: Reiten wie im Wilden Westen

SELM Im Mittelgang des Reitstalls der Double-K-Ranch ist es ungewöhnlich ruhig: Kein lautes Schnauben aus den Boxen, kein unruhiges Scharren mit den Hufen. Denn hier leben ganz besondere Pferde.

von Von Malte Bock

, 25.07.2008, 18:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zusammen mit seiner Frau Veronika hat er einen großen Schritt gewagt, sich einen Traum erfüllt. Daniel Klein ist Trainer auf der familieneigenen Anlage, auf der zusätzlich zwei Angestellte arbeiten, ihn zwei Praktikantinnen im Training unterstützen und seine Frau Veronika die Organisation und Buchhaltung übernommen hat, aber in der Amateurklasse auch selber im Reitsport aktiv ist. Spezialisiert haben sich Veronika und Daniel Klein, die beide erst Ende 20 sind, auf ihrer Ranch auf das Training und die Zucht von Quarter Horses, einer ursprünglich aus Amerika stammenden Pferderasse, der auch Corinna, die Ehefrau von Ex-Rennfahrer Michael Schumacher verfallen ist.

Vom Körperbau eher kompakt, quadratisch, wendig und flexibel, vom Charakter sehr ausgeglichen, so beschreibt Daniel Klein die Tiere. „Sie sind nervenstark von Natur aus, ja man kann schon cool sagen. Bei Turnieren werden sie durch Publikum eher angespornt als abgelenkt“, erläutert der Trainer. In erster Linie sind es Turnierpferde, die auf der Ranch zu Hause sind. Die Besitzer eines Quarter Horse lassen ihr Pferd von Daniel Klein ausbilden oder auf ein Turnier vorbereiten. „Im Vorfeld wird immer ein Ziel abgesprochen, nicht jedes Pferd wird ein Champion“, weiß Klein.

Mit Daniel Klein nimmt sich dann einer der TOP 20 Trainer in Deutschland der Tiere an, er hat in den USA und Italien Erfahrungen gesammelt. Um die Pferde für ein Reining, eine Dressur im Western-Reitstil auszubilden, rechnet Daniel Klein gut zwei Jahre. Dann muss die Lenkung, das Drehen und Stoppen klappen, der Hals auf der gleichen Linie wie der Rücken sein. Mit zwei Hengsten wollen Veronika und Daniel Klein auch die Zucht auf ihrer Ranch vorantreiben. „Wir haben eine Anlage gesucht, auf der man Training und Zucht kombinieren kann“, erzählen beide. Aus Bünde, wo Daniel Klein zuletzt in Anstellung als Trainer gearbeitet hat, sind sie daher nach Selm gekommen und haben optimale Verhältnisse vorgefunden. Ausreichend Land, einen großen Reitplatz, eine Reithalle, in der sie nur den Boden, entsprechend der an die Anforderungen beim Training zum Westernreiten, austauschen mussten.

„Wir konnten sehr schnell zum Tagesgeschäft übergehen“, sagen beide. Damit bleibt Daniel Klein auch genug Zeit, um sich auch auf die Vorbereitung auf eine mögliche Weltmeisterschaft zu konzentrieren. Sein Name ist einer von zehn auf der Nominierungsliste. „Jetzt gehört ein bisschen Glück dazu, die anderen Reiter sind auch alle sehr gut“, sagt Klein bescheiden. Daniel Klein ist auf allen großen Turnieren vertreten. Bronze Trophy-Siege, Futurity- und Derby-Finalteilnahmen und zahlreiche andere Siege bei verschiedenen Vereinen bilden das Fundament für eine erfolgreiche Arbeit, die er nun in Selm vorantreiben will. 

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