Quarantäne in Lüner Altenheim - wie ist die Lage im St. Josef in Selm?

dzCoronavirus

Seit Donnerstag steht das Lüner Altenzentrum St. Norbert unter Quarantäne. Erst wurde ein Corona-Fall bestätigt, dann dementiert. Welche Maßnahmen hat das Altenwohnhaus Selm getroffen?

Selm

, 07.04.2020, 15:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt keinen Corona-Fall im Altenzentrum St. Norbert in Lünen. Das steht seit Montag fest. Vorher gab es andere Informationen: erst ein Dementi, dann die Bestätigung, am Montag wieder ein Dementi. In jedem Fall steht das Altenzentrum des Caritasverbands Lünen-Selm-Werne mit seinen 120 Bewohnern und 100 Mitarbeitern unter Quarantäne.

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Auch das St.-Josef-Altenwohnhaus in Selm vom selben Dachverband mit derselben Anzahl an Bewohnern und Mitarbeitern hat bereits Maßnahmen getroffen - und wäre im Falle eines Corona-Falls gewappnet.

Kein hausübergreifender Personal-Austausch

Was das Personal angeht, stehen die beiden Altenheime in keiner direkten Verbindung, sagt Caritas-Pressesprecher Thomas Middendorf: „Beide Einrichtungen stehen unter einer eigenen verantwortlichen Leitung mit jeweils eigenem Personal.“ Zurzeit gäbe es „keine hausübergreifenden Personalwechsel“, erklärt Middendorf.

Auch das Essen beziehen die Einrichtungen nicht aus einer gemeinsamen Küche, sondern in beiden Einrichtungen wird laut Middendorf separat und täglich frisch gekocht.

Maßnahmen bei Verdachtsfall einleiten und umsetzen

Doch was passiert, wenn sich auch im Altenwohnhaus St. Josef ein Corona-Fall bestätigen würde? „Bei einem Verdachtsfall im Altenwohnhaus St. Josef würden wir selbstverständlich das Gesundheitsamt des Kreises informieren und sofort all die dann geforderten Maßnahmen einleiten und umsetzen“, sagt Middendorf.

Für erkrankte Bewohner hieße das: strikte Quarantäne. Das Personal wäre für die weitere Betreuung mit Schutzkleidung ausgestattet und würde sich weiter um die Senioren kümmern. „Fachlich professionell und menschlich liebevoll“, betont Middendorf.

Notfallplan schon vor Wochen erarbeitet

Bereits vor einigen Wochen hat die Caritas einen Notfallplan mit all ihren Einrichtungen erarbeitet. Dieser basierte im Bereich der Pflege schon von Anfang an auf den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Darüber hinaus gibt es laut Middendorf eine ganze Reihe weiterer Aspekte, wie Lieferprozesse, Sicherstellung der Verpflegung, Lagerhaltung und Reinigung, die in dem Notfallplan berücksichtigt worden sind.

Bereits jetzt sind einige Vorkehrungen umgesetzt worden. Besucher sind im Altenwohnheim nicht erlaubt, Veranstaltungen ohnehin seit einiger Zeit abgesagt. Gemeinschaftsräume hat die Heimleitung allerdings noch nicht gesperrt. „Die Bewohner bleiben weitestgehend in ihren Zimmern und Gemeinschaftsräume werden nur unter Einhaltung eines Sicherheitsabstands betreten“, gelten laut Middendorf aber auch hier besondere Maßnahmen.

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