Das LAFP hat den Betrieb wieder aufgenommen - Polizei-Studenten kommen also nach dem Shutdown des Instituts wieder nach Bork. Sind die Übernachtungen in Zeiten von Corona ein Problem?

Bork

, 07.05.2020, 13:25 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sie sind wieder da: Das haben sich am Sonntag wahrscheinlich ein paar Borker gedacht, die neben Polizeischülern wohnen oder gar an sie Wohnraum vermietet haben. Nach dem coronabedingten Shutdown des Landesinstituts für Aus- Fortbildung der Polizei (LAFP) ist der Betrieb dort am Montag, 4. Mai, wieder angelaufen, wie die Pressestelle des Instituts auf Anfrage der Redaktion bestätigte.

„Wir haben die Aus- und Fortbildung sowie die übrigen Auswahlverfahren nunmehr sukzessive und lageangepasst wieder aufgenommen“, erklärt LAFP-Sprecherin Sevinc Sethmacher am Dienstag.

Wie viele Polizisten gerade genau für Aus- und Fortbildung am Borker Standort zurück sind, kann sie zwar nicht sagen. In der Corona-Schutzverordung des Landes NRW ist aber festgelegt, dass seit dem 4. Mai wieder alle behördlichen Bildungseinrichtungen ihren Betrieb wieder aufnehmen dürfen. „Es sind alle Auszubildenden wieder da, die ihren Abschluss machen müssen“, so Sevinc Sethmacher.

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Ähnlich wie in den Schulen ist es aber auch im LAFP so, dass bestimmte Hygienevorschriften eingehalten werden müssen. Die grundsätzlichen Empfehlungen des Robert-Koch-Institut, so erklärt es Sevinc Sethmacher, werden dabei eingehalten. Heißt: Die Schüler müssen auf die Abstandsregeln achten, einen Mundschutz tragen und werden angehalten, ihre Hände regelmäßig zu waschen.

Sind Übernachtungen in Bork wegen Corona gerade ein Problem?

Die Wiederaufnahme des Betriebs im LAFP heißt für den Selmer Ortsteil Bork auch, dass wieder viele eigentlich Auswärtige aus ganz NRW in den Ort kommen - und in der Stadt ihrer Bildungseinrichtung dann auch übernachten. Es gibt in Bork entsprechend viel von Polizisten angemieteten privaten Wohnraum, ganze WGs oder einzelne Zimmer, die die Schüler kurzfristig mieten können.

Die Liste der Vorschläge, die zum Beispiel bei ebay-Kleinanzeigen kommt, wenn man „Polizeiwohnung Bork“ eingibt, ist entsprechend lang: Möblierte Wohnungen für bis zu sechs Studierende sind da im Angebot. Aber - so auch die Frage aus der RN-Leserschaft, die an die Redaktion herangetragen wurde - ist das in Zeiten von Corona eigentlich in Ordnung? Wie passt das mit den Kontakteinschränkungen zusammen? Gibt es für das LAFP gerade Sonderregelungen?

Stadt sagt: „Ganz normale Mietverhältnisse“

„Es handelt es sich hier um reguläre Mietverhältnisse und nicht um Hotel-oder Pensionsübernachtungen. Selbstverständlich haben Mieter das Recht, ihren angemieteten Wohnraum zu nutzen. Insofern ergibt sich keine Sonderregel für das LAFP“, erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann auf diese Fragen der Redaktion.

„Die Corona-Schutzverordnung greift nur im öffentlichen Raum“, erklärt er außerdem. So steht es auch auf der Homepage des Landes NRW: Zusammenkünfte und Ansammlungen sind demnach im öffentlichen Raum derzeit verboten „und im privaten Bereich nicht untersagt. Auch für den privaten Bereich gilt allerdings der Appell, soziale Kontakte zu reduzieren, soweit das irgend geht.“

Kontrollen des Ordnungsamtes, so sagt es Malte Woesmann, wird es am LAFP oder Privatpensionen nicht geben: „Nein, da die Corona-Schutzverordnung nur im öffentlichen und nicht im privaten Raum greift.“

Hotelübernachtungen aus nicht-touristischen Gründen möglich

Dass möglicherweise einigen Polizeischülern derzeit - mitten in der Corona-Krise - aber dennoch nicht danach ist, eine Wohnung mit beispielsweise fünf anderen Studenten zu teilen, war auch der Ausgangspunkt für eine Aktion der AnBar in Selm. Das Hotel darf gemäß der aktuell geltenden Verordnung (Stand 6. Mai) keine Gäste aufnehmen, die aus touristischen Gründen unterwegs sind, erklärt Kaira Eistel von der AnBar gegenüber der Redaktion. Aber Gäste, die aus beruflichen Gründen auswärts übernachten müssen, darf das Hotel weiter beherbergen.

Zu dieser Gruppe gehören auch die Polizeischüler des LAFP. Deutlich geringer sind die Übernachtungspreise für die Polizisten in Ausbildung in Selm derzeit in der AnBar: Einzelzimmer gibt es dort für 35 Euro die Nacht (ab vier Nächten für 20 Euro). „Wir dachten, so könnten wir vielleicht einigen helfen, die sonst in Wohnungen mit vielen anderen Studenten untergebracht sind“, erklärt Kaira Eistel.

Bis jetzt, so sagt es Sevinc Sethmacher vom LAFP, gab es aber keine Schwierigkeiten: „Probleme bei der Nutzung von privaten Wohnungen der Studierenden im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme des Trainings im LAFP NRW sind hier nicht bekannt.“

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