Die Geburtsfolge entscheidet auch über die Persönlichkeit des späteren Erwachsene. © picture alliance/dpa
Kinderbetreuung

Pandemiebetrieb in Selmer Kitas: Appell, Kinder zu Hause zu betreuen

Das Land NRW hat die Beschlüsse zum Pandemiebetrieb an die Kitaträger weitergeleitet. Die bereiten sich vor - appellieren aber auch an die Eltern, ihre Kinder möglichst daheim zu betreuen.

Die Vorbereitungen auf den Pandemiebetrieb der Kindertagesstätten laufen. Für die Kita-Träger bedeutet das viel organisatorischen Aufwand und Hektik, denn die Vorgaben des Familienministeriums kamen erst am Donnerstagnachmittag (7.1.) bei den Trägern an. Laut Corona-Betreuungsverordnung können Kitas ihren Betrieb um zehn Stunden reduzieren – es ist ihnen jedoch freigestellt, anders zu entscheiden. Zudem wurde entschieden, dass den Eltern zehn Kinderkrankentage mehr zustehen, die sie in der aktuellen Lage nutzen können.

„Nach dem Bescheid haben wir erst einmal Infomails an alle Eltern verfasst, es war sehr hektisch“, sagt Pia Althoff, Verbundleiterin der Katholischen Kitas in Selm. Die Umsetzungen des Ministeriums seien schon ab dem 13. Januar geplant. Das bedeutet: reduzierte Betreuungsumfänge und eine Anpassung der Öffnungszeiten wie zu den Zeiten des eingeschränkten Regelbetriebs im ersten Lockdown.

Wünschenswert, wenn viele Eltern ihre Kinder zuhause betreuen

Im Sinne des Infektionsschutzes sei es jedoch wünschenswert, wenn viele der Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen – insofern es ihnen möglich ist. „Natürlich wissen wir, dass das für die Eltern anstrengend ist“, sagt Althoff. „Aber wir müssen versuchen, die Gruppengröße möglichst gering zu halten.“ Alle Eltern, die auf die Betreuung angewiesen seien, sollen von dem Angebot der Kitas natürlich auch weiterhin Gebrauch machen.

Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als Kitaträger in Selm wird die Betreuungsumfänge um zehn Stunden reduzieren. „Das ist sicherlich die größte Änderung und Herausforderung für alle Familien“, sagt Julia Marie Schmidt, Pressebeauftragte des DRK Unna. Es habe in den letzten Tagen in den Kitas von Eltern- und Mitarbeiterseite viele Fragen gegeben, die sich aber nun mit den offiziellen Beschlüssen endlich klären lassen. „Ein entsprechender Elternbrief wird die Familien schnellstmöglich über die neuen Bring- und Abholzeiten für die jeweiligen Stundenumfänge informieren“, so Schmidt. Und auch das DRK betont den Appell an die Familien, „Kinder wann immer möglich zu Hause zu betreuen, um Kontakte zu reduzieren“.

Einrichtungsträger wissen, dass Appell schwierig umzusetzen ist

Dass dieser Appell nicht einfach umzusetzen ist, weiß auch die AWO Ruhr-Lippe-Ems als Selmer Kita-Träger, wie erste Rückmeldungen der Eltern bestätigen. „Es gibt schon hin und wieder Unsicherheiten und teilweise auch Unzufriedenheit, weil die Situation insbesondere für berufstätige Eltern doch eine große Herausforderung ist“, sagt Pressebeauftragter Stefan Kuster. Bei einigen Eltern werde es Betreuungsengpässe geben, schon allein durch die Einschränkungen, die nun schon über einen längeren Zeitraum bestehen. Es sei jedoch eine Situation, der man sich gemeinsam stellen müsse. „Die Planungen für die kommende Woche laufen auf Hochtouren, um bestmögliche Bedingungen für alle Beteiligten zu schaffen – für die Kinder, die Eltern und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Auch für die AWO-Kitas heißt es: Die Betreuungszeit je Kind wird um jeweils zehn Stunden pro Woche reduziert. „Dabei richten wir ein besonderes Augenmerk auf die Bedarfe der Eltern, soweit uns dies möglich ist, und versuchen individuelle Lösungen zu finden. Unser Ziel ist es, zum einen die Betriebssicherheit zu gewährleisten und zum anderen den Alltag möglichst gelingend zu gestalten“, sagt Kuster.

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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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