Osterfeuer und Rettungswache am Feuerwehrgerätehaus in Bork: Wie ist der Stand der Dinge?

dzNeue Rettungswache

In Bork entsteht eine neue Rettungwache. Das ist beschlossene Sache. Nur: Wann geht der Bau los? Eigentlich hätte das Gebäude schon fertig sein sollen. Und: Was bedeutet das fürs Osterfeuer?

Bork

, 14.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Es waren ehrgeizige Ziele, aber sie waren deutlich formuliert: Im November 2017 hatte der Bauverein zu Lünen angekündigt, bis Anfang 2019 mit dem Bau der neuen Rettungswache in Bork neben dem Feuerwehrgerätehaus fertig zu sein. Daraus ist bekanntlich nichts geworden: Noch steht auf der Wiese neben dem Feuerwehrgebäude kein Stein aufeinander.

Daraus ergeben sich mindestens zwei wichtige Fragen: 1.: Kann dort dieses Jahr doch noch mal das traditionelle Osterfeuer des Borker Löschzuges stattfinden? Und 2.: Wie kommt es eigentlich zu einer so großen Verzögerung.

Was bedeutet das für das Borker Osterfeuer?

Die gute Nachricht zuerst: „Das Osterfeuer kann in diesem Jahr auf jeden Fall neben dem Gerätehaus in Bork stattfinden“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann. Auch Andreas Ribbing vom Löschzug Bork der Selmer Feuerwehr bestätigt das. „Wie gewohnt“, sagt er auf Anfrage der Redaktion, wird die Veranstaltung am Ostersonntag, 21. April, ab 19 Uhr beginnen. Das Feuer ist öffentlich, der Eintritt frei, es gibt Getränke. Wie gewohnt halt. Dass es möglicherweise die letzte Veranstaltung der Borker Feuerwehr mit einem solchen Osterfeuer sein wird, sieht er relativ entspannt.

„Selbst wenn wir nächstes Jahr kein Feuer mehr machen können, wird es weiterhin den großen Ostertanz geben“, sagt er und meint damit im Prinzip alles, was sich jetzt schon bei Osterfeuern ringsrum so abspielt: Musik im Gerätehaus, Bierwagen etc. Die Option, dass die Feuerwehr mit dem Osterfeuer an einen anderen Ort zieht, sieht er nicht. „Das wäre wahrscheinlich zu aufwendig. Das würde sich für uns nicht rentieren“, sagt er. Dieses Jahr bleibe aber sowieso erst mal alles beim Alten.

Wie sehen die Planungen aus?

Wo wir bei Punkt 2. wären: Wie lange kann das noch so laufen? Wann ist der Baustart für die Rettungswache geplant und warum dauert es so lange, bis es losgeht?

Erst mal kurz zu den Zuständigkeiten: Der Bauverein zu Lünen wird das Gebäude bauen. Die Stadt mietet es dann, damit die Mitarbeiter des DRK als Anbieter in der so neu entstehenden Rettungswache ihrem Job machen können. Bisher machen sie das noch vom Feuerwehrgerätehaus aus.

Wann genau sich das ändert, vermögen sowohl Stadt als auch Bauverein nicht zu sagen. Der Grund für die Verzögerung, so erklärt es Andreas Zaremba vom Bauverein auf Anfrage der Redaktion, sei, dass der Rettungsbedarfsplan des Kreises Unna gerade aktualisiert wird. Malte Woesmann ergänzt: „Die Ergebnisse aus dieser Aktualisierung sollen, falls nötig, in die bereits bestehenden Planungen einer neuen Rettungswache in Bork eingearbeitet werden.“ Von daher sei aus Sicht der Stadt und aus Sicht des Bauvereins noch nicht absehbar, wann mit dem Baustart und dem Bezug der Wache geplant werden kann.

Schlechtester Wert im Kreis

„Wir waren eigentlich mit der Entwicklung und Planung soweit, dass wir den Bauantrag hätten stellen können“, sagt Andreas Zaremba. Aber dann eben sei der Kreis Unna dazwischen gekommen.

Zum Hintergrund: In einem Rettungsbedarfsplan formuliert der Kreis Standards und Ziele, die die Rettungsdienste einhalten müssen. Dort steht zum Beispiel, dass Retter insgesamt schneller vor Ort sein müssen. Genau deshalb ist in Bork eine neue Wache dringend notwendig. 2:34 Minuten brauchte der Rettungswagen in Selm bei der letzten Messung durchschnittlich, um zum Einsatzort zu starten. Andere Städte waren da deutlich schneller - Selm hat den schlechtesten Wert im Kreis. Eben auch durch die neue Rettungswache soll sich das ändnern.

Frage nicht eindeutig geklärt



Der aktuelle Rettungsbedarfsplan ist aus dem Jahr 2017. Dort steht auch klar vermerkt, dass die Borker Rettungswache nicht mehr auf dem aktuellen Stand sei. Der nächste Plan ist im Jahr 2021 fällig. „Das heißt aber nicht, dass bis dahin alle Planungen brachliegen“, sagt Max Rolke vom Kreis Unna. Man sei in Abstimmung mit dem Selmer Kollegen. Doch, wann es bei der Rettungswache weitergeht, müssten eigentlich eben jene Kollegen sagen können und nicht der Kreis, so Rolke.

Die Mitarbeiter des DRK jedenfalls wird es freuen, wenn die Bauarbeiten endlich losgehen können. Auf Anfrage der Redaktion erklärt Dennis Hertel vom DRK: „Als Anbieter des Rettungsdienstes vor Ort fiebern wir dem Neubau sehr entgegen.“

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