Öffentliche Osterfeuerveranstaltungen hatte es es schon 2020 wegen der Corona-Krise nicht geben. © Jürgen Weitzel (A)
Corona-Krise

Osterfeuer in Selm: Jetzt Strauchschnitt aufhäufen, ist ein Risiko

Laut Bundesnaturschutzgesetz ist intensiver Gehölzschnitt von Oktober bis Februar erlaubt. Doch wohin mit dem Strauchwerk? Wer ein Osterfeuer aufschichtet in Selm, handelt auf eigene Gefahr.

Die Stadt Castrop-Rauxel hat sich bereits am 1. Februar an die Öffentlichkeit gewandt – 62 Tage vor Ostern. In der Mitteilung hieß es: „Bereits 2020 konnten aufgrund der Corona-Pandemie keine Osterfeuer in Castrop-Rauxel stattfinden. Damit besteht Klarheit in Castrop-Rauxel – rechtzeitig zur Schnittsaison in den Gärten. Zwei Städte weiter nordöstlich, in Selm, ist die Sache nicht so eindeutig. Es gibt aber eine Tendenz.

„Unwahrscheinlich“ sei es, dass trotz der Pandemie Brauchtumsfeuer zu Ostern 2021 brennen könnten. Das hatte die Stadtverwaltung Selm bereits im vergangenen Jahr allen Vereinen und Institutionen mitgeteilt, die gewöhnlich zu den Traditionsveranstaltungen einladen und auch 2020 ein entsprechendes Feuer angemeldet hatten. Daraus war nichts geworden. Jetzt stehen die Zeichen wieder schlecht – aber es gibt einen Unterschied zum Vorjahr.

Die Stadt Selm werde nicht wie in 2020 die Kosten für den Abtransport des Osterfeuer-Materials übernehmen, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann. 2020 hatte Selm sich das 120.000 Euro kosten lassen. Das Argument damals: Die Corona-Krise sei nicht absehbar gewesen, als die ehrenamtlich Aktiven die Holzhaufen aufschichteten. Die Stadt wolle sie nicht auf der Entsorgung sitzen lassen. Ein Jahr später ist das anders. Wer jetzt ein Feuer aufschichtet, handelt laut Woesmann „auf eigene Gefahr“ – und damit meint er nicht die Brandgefahr.

Stadt wird nicht wieder Schnittgut einsammeln lassen

Wenn das Land NRW die Corona-Schutzverordnung anpasst und Osterfeuer verbietet, bleiben alle, die jetzt schon Feuerhaufen aufgeschichtet haben, auf den brennbaren Gartenabfällen sitzen und Müssen selbst für die Entsorgung aufkommen. Beim Wertstoffhof an der Industriestraße können Gartenabfälle bis zu einem Kubikmeter gebührenfrei angeliefert werden. Die Anlieferung ist auf zwei Anlieferungen pro Haushalt und Tag beschränkt. Ein mittlerer Osterfeuerhaufen ist aber deutlich größer. Für jede weitere Mengeneinheit werden zwei Euro fällig. Wobei die Kosten noch das kleinste Problem sein dürften: Stärker schlägt die Arbeit des Verladens und des Transports zu Buche.

Anders als die Stadt Castrop-Rauxel hat Selm noch nicht offiziell die Feuer abgesagt, die von Alters her zum erwachenden Frühling böse Geister vertreiben sollen. Wann will die Stadt Selm eine endgültige Erklärung in der Sache abgeben? Da verweist der Stadtsprecher auf das Land NRW. „Dies ergibt sich erst aus den um Ostern geltenden Regelungen der Corona-Schutzverordnung.“ 2020 hatte das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz zum Schutz vor Neuinfizierungen Osterfeuer abgesagt – acht Tage vor Ostern.

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Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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