Not-Regelung während Coronakrise: Auch im Ganztag wird nicht jedes Kind in Selm betreut

dzOffener Ganztag

Ab Mittwoch, 18. März, greift auch in Selm an den Schulen die Not-Betreuung exklusiv für Schüler, deren Eltern beruflich unabkömmlich sind. Und wie sieht es im Offenen Ganztag aus?

Selm, Bork, Cappenberg

, 17.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Selm ist die Anzahl derer, die ab Mittwoch, 18. März, ab morgens in den eigentlich geschlossenen Schulen betreut werden, zurzeit noch überschaubar. Das hat Beigeordnete Sylvia Engemann gegenüber der Redaktion gesagt.

Genaue Zahlen derer, die ab Mittwoch auch im Offenen Ganztag an den Selmer Schulen betreut werden, kann auch der Pressesprecher des für die Ganztagsbetreuung zuständigen Vereins Ganz Selm, Lothar Kirchner, auf Anfrage noch nicht liefern: „Womöglich müssen sich die Familien ja noch organisieren.“

Nachweislich unabkömmlich

Klar sei: Nachdem am Montag und Dienstag noch eine Übergangsregelung in der Betreuung galt, also theoretisch alle Eltern ihre Kinder hätten betreuen lassen können, greifen ab Mittwoch auch in der Ganztagsbetreuung die Regelungen der Not-Betreuung. Also dürfen ab Mittwoch ebenfalls nur Kinder im Offenen Ganztag betreut werden, deren Eltern nachweislich beruflich unabkömmlich sind.

Wie groß ist denn die eingesetzte Personalstärke in der Ganztagsbetreuung in Selm? Volle Besetzung oder Notbesetzung? Lothar Kirchner sagt dazu: „Die Besetzung ist angepasst an die Anzahl der zu betreuenden Kinder.“ Und die sei eben noch nicht abzusehen.

Regelungen noch offen

Wenn aber nur ein Teil der Betreuungskräfte eingesetzt wird und der Rest zuhause bleibt: Wird deren Gehalt weiter bezahlt, auch, wenn sie nicht arbeiten? Und bekommen sie dasselbe Gehalt wie die, die arbeiten? Eine Antwort hat Lothar Kirchner auf diese Frage eigentlich nicht. Nur so viel: „Wie das geregelt wird, ist noch offen.“ Eigentlich sollen die im Rahmen der Coronakrise von der Bundesregierung erlassenen Regelungen gelten. Aber wie genau die sich auf den Verein Ganz Selm auswirken, das sei eben noch nicht klar. „Wir wünschen uns natürlich klare Regelungen, damit wir wissen, wie wir mit der Bezahlung umgehen können“, sagt Lothar Kirchner.

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Im Zuge der Corona-Krise hatte die NRW-Landesregierung alle Schulen ab dem 16. März schließen lassen. Mit einer Übergangsregelung in Sachen Schülerbetreuung für den 16. und 17. März hatte die Regierung sicherstellen wollen, dass alle Eltern genügend Zeit haben, eine Betreuungsform für ihre Kinder zu finden. Nun greift also ab Mittwoch, 18. März, die Not-Betreuung. Wobei beide Elternteile nachweisen müssen, dass sie in einem Beruf arbeiten, der unverzichtbar ist. Allerdings hatte Ulrich Walter, Leiter des Städtischen Gymnasiums Selm, gegenüber der Redaktion versichert, dass auch alleinerziehende Mütter oder Väter, die den entsprechenden Nachweis der Unabkömmlichkeit liefern, ihre Kinder zur Not-Betreuung schicken können.

Infos rund um die Corona-Krise gibt es im Bereich „Aktuelle Meldungen“ auf der Homepage der Stadt Selm: www.selm.de

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