Night of Light in Selm: Rot steht für Probleme der Veranstaltungsbranche

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Gebäude, die in rotes Licht getaucht waren. Am Montag, 22. Juni, werden sich nicht wenige spätabends darüber auch in Selm gewundert haben. Diese Aktion war ein Warnsignal.

Selm

, 25.06.2020, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Deutschlandweit haben sich Unternehmen der Veranstaltungsbranche an der Night of light beteiligt. Sie beklagen hohe Umsatzverluste durch die Corona-Krise. Für Selm hat diese Aktion Dennis Neßler organisiert. Er ist Geschäftsführer der Szenenwerk GmbH & Co.KG mit Sitz in der Lippestraße in Bork.

Dabei ließ er sein Firmengebäude am späten Montagabend in rotes Licht tauchen. Und auch die Gaststätte Selmer Hof wurde rot angestrahlt. Wie waren die Reaktionen auf diese Aktion? Dennis Neßler sagt auf Anfrage der Redaktion: „Wir haben sowohl auf unseren Social Media Kanälen, als auch im persönlichen Gespräch bei der Selmer Bevölkerung eine große Anteilnahme und großes Verständnis feststellen können.“

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Die gesamte Aktion sei deutschlandweit ein voller Erfolg gewesen. „Es wurde auf allen Kanälen darüber berichtet“, erzählt Neßler. „Nicht nur internationale Showgrößen oder Konzertveranstalter wie Marek Lieberberg haben sich mit der Aktion identifiziert, sondern auch im privaten Bereich wurden rote Lampen in die Fenster gestellt.“

Gehör verschafft

In wiefern die Politik nun auf diese Aktion reagieren wird, bleibe abzuwarten. „Wir hoffen für uns, dass wir uns mit der Night of Light in Selm und Umgebung etwas Gehör verschaffen konnten und stehen mit unserer gesamten Mannschaft für kommende Projekte bereit“, erklärt der Szenenwerk-Chef.

Auch die Firma Szenenwerk in Bork wurde ins rote Licht getaucht.

Auch die Firma Szenenwerk in Bork wurde ins rote Licht getaucht. © Jura Weitzel

„Die Umsatzverluste betragen seit dem 10. März nahezu 100 Prozent. Für uns bedeutet das jetzt schon eine hohe sechsstellige Summe, die sich je nach weiterem Verlauf in Richtung siebenstellig bewegen könnte“, hatte Geschäftsführer Neßler im Vorfeld der Aktion gesagt, ohne konkrete Summen zu nennen.

Unterdessen hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund eine Umfrage zur Lage bei Unternehmen aus Dortmund und Hamm sowie dem Kreis Unna gestartet. 470 Unternehmen haben sich beteiligt, so die IHK. Ihre gegenwärtige Lage beurteilen danach mehr als zwei Drittel der Unternehmen

(68,6 Prozent) als gut oder befriedigend, ein knappes Drittel (31,4 Prozent) sieht sich in einer schlechten Situation. In der März-Umfrage, in einem allerdings noch relativ frühen Pandemie-Stadium, lag die Summe der „guten“ und „befriedigenden“ Einschätzungen bei gut 84 Prozent (knapp 16 Prozent waren unzufrieden).

„Kurzarbeit und Umsatzausfälle haben besonders Hotels und Gastronomie, Tourismus und Einzelhandel, das Messe- und Veranstaltungsgeschäft, die Freizeit- und Kreativwirtschaft, viele Dienstleister und große Teile der Industrie getroffen“, sagt IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann.

Probleme, auf die die Aktion Night of light aufmerksam machen wollte.

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