Nichtraucherschutz: Urteil lässt Gastronomen aufatmen

SELM Rudi Erlebach hat gestern Morgen um kurz nach zehn tief durchgeatmet. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Nichtraucherschutzgesetz rief bei dem Wirt der Selmer Einraumkneipe „C`est la vie“ Erleichterung hervor. Die Richter des obersten deutschen Gerichtes haben nach Klagen aus Berlin und Baden-Würtemberg ein Grundsatzurteil gefällt, das auch eine Signalwirkung für Nordrhein-Westfalen beinhaltet.

von Von Malte Bock

, 30.07.2008, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rudi Erlebach plädiert daher für eine einheitliche Reglung. „Ein Gesetz muss überall gleiche Geltung haben, unabhängig, ob große oder kleine Gaststätte. Sonst wäre es eine grobe Benachteiligung,“, so der Gastwirt weiter. Auch einem gänzlichen Rauchverbot in Gaststätten würden Nezete und Rudi Erlebach nicht abwehrend gegenüber stehen, doch die müsse dann eben überall gelten, „nicht nur bei den Kleinen“.

Doch genau davor hat Angelika Neumann regelrecht Angst. Die Inhaberin des „Alt Zentral“, ebenfalls unweit des Marktplatzes gelegen, hat die Urteilsverkündung in Karlsruhe live im Fernsehen mitverfolgt, sie ist von der Entscheidung jedoch sehr enttäuscht. „Die Urteilsbegründung bereitet mir doch eher Bauchschmerzen“, sagt sie. Denn für sie ist die Passage entscheidend, dass die Bundesländer nicht nur die Möglichkeit des milderen Weges wählen könnten, sondern das Rauchen in „Kneipen“ generell untersagen könnten. Die Inhaberin des „Alt Zentral“ hat die Vorgaben des Nichtraucherschutzgesetzes nach eigener Aussage bisher konsequent umgesetzt.

Ein kleiner Nebenraum dient als Raucherraum. Somit ist das „Alt-Zentral zwar keine typische Einraumkneipe, aber der kleine Nebenraum ist vorher ein Versammlungsraum gewesen. „Was soll ich bei Versammlungen, beispielsweise des BVB-Fanclubs, meinen Gästen an der Theke sagen? Soll ich sie im Winter vor die Tür schicken?“, fragt die Wirtin und ergänzt „die kämen ja nie wieder.“ Durch ein gänzliches Rauchverbot sehe sie ihre Existenz bedroht. Sie fordert daher: „Die Wirte sollten in ihren Kneipen selber entscheiden können.“

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