Neue Rettungswache für Selm an der B236: Wie weit ist die Planung?

dzRettungsdienstbedarfsplan

In Selm soll der Rettungsdienst künftig im Notfall schneller zur Stelle sein. Für eine neue Rettungswache hatte sich die Stadt bereits ein Grundstück ausgeguckt. Wie ist der aktuelle Stand?

Selm

, 11.05.2020, 11:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Name ist sperrig: Rettungsdienstbedarfsplan. Seine Aufgabe ist allerdings wichtig: darin wird festgehalten, wie der Stand bei den Rettungsdiensten im Kreis Unna aktuell ist und ob es Verbesserungsbedarf gibt. Die Vorgaben auf denen die Analyse beruht sind gesetzlich festgelegt: Innerhalb von acht Minuten soll ein Rettungswagen im innerstädtischen Bereich verfügbar sein, in zwölf Minuten muss er in ländlichen Gebieten angekommen sein.

Neue Rettungswache und zweites Fahrzeug soll Erreichbarkeit verbessern

Alle vier Jahre wird der Plan aktualisiert. Und auch das ist wichtig, wie der Kreis Unna in einer Pressemitteilung deutlich macht. Das würden auch die aktuellen Zahlen belegen: „Verzeichnete der Rettungsdienst im Jahr 2011 noch knapp 40.000 Einsätze im Kreisgebiet, waren es 2015 bereits knapp 50.000 Einsätze. 2019 ist diese Zahl auf insgesamt knapp 70.000 Einsätze angestiegen - eine Herausforderung für alle Beteiligten“, so der Kreis. Ende April gab es nun grünes Licht für die vierte Fortschreibung des Bedarfsplans, wie der Kreis Unna mitteilt. Und das bedeutet auch, dass die Änderungen für Selm umgesetzt werden können.

Wie bereits berichtet, hatte Selm bei der Analyse zuletzt schlecht abgeschnitten. Selm-Mitte und Bork hatten die gesetzlichen Vorgaben der Untersuchung gemäß in nur 42 Prozent der Fälle erreicht. Im gesamten Kreis waren es dagegen 72 Prozent. Selm rangierte damit auf dem letzten Platz im Kreis. Und auch die Ausrückzeit - also die Zeit von der Alarmierung bis zum Losfahren des Rettungswagens - von 2:11 Minuten lag deutlich über der Durchschnitts-Zahl des Kreises von 1:41 Minuten.

Einigung mit Grundstückseigentümer steht

Um Abhilfe zu schaffen, ist daher vorgesehen, dass in Selm eine neue Rettungswache gebaut wird und es einen zweiten Rettungswagen gibt. Wie berichtet, hatte die Stadt dafür auch schon ein Grundstück im Auge: am Kreisverkehr B236/K44n. Dafür hatte die Stadt auch schon Gespräche mit dem Grundstückseigentümer geführt. Sind die Verhandlungen noch aktuell? Darauf hat Stadtsprecher Malte Woesmann eine Antwort: „Es gibt grünes Licht“, erklärt er. „Die Verträge zur Grundstücksüberlassung werden zurzeit erarbeitet.“

Auch was den Generalunternehmer angeht, bleibt der Plan bestehen: Der Bauverein zu Lünen ist hier weiterhin im Boot und wird das Projekt realisieren. Wann es losgehen soll und wie lange der Bau dauern wird, ist aber aktuell noch unklar. „Da wir uns noch in der Planungsphase befinden, liegt noch kein aktueller Zeitplan vor“, so Woesmann. Auch zu den Kosten könne aktuell noch nichts gesagt werden, da noch keine Ausschreibungen vorgenommen worden seien.

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