Bei der Schülerhilfe in Selm büffeln 70 Schüler - drei Fächer machen am meisten Ärger

dzNachhilfe

Schlechte Schulnoten sind für Eltern und Kinder oft belastend. Birgit Matz von der Schülerhilfe erklärt, welche Fächer am schlimmsten sind und wie Eltern auf eine Fünf reagieren sollten.

Selm

, 09.11.2019, 12:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit einem Jahr gibt es nun schon in Selm die Schülerhilfe. Inhaberin Birgit Matz (48) erzählt, welche Fächer Schülern die meisten Kopfschmerzen bereiten und gibt Tipps, wie Eltern sich verhalten sollten, wenn ihr Kind mit einer Fünf nach Hause kommt.

Fast 70 Schüler, die regelmäßig zum Lernen kommen, hat die Schülerhilfe an der Kreisstraße bereits, verrät Birgit Matz. Zwei weitere Nachhilfen in Selm bieten Schülern ebenfalls Hilfe beim Lernen an: die LernWerkstatt Selm und die Abacus-Nachhilfe Selm.

Mathe, Deutsch und Englisch sind für Schüler am schlimmsten

Bei der Wahl der Lehrer ist vor allem die Qualifikation wichtig. „Es sind entweder Akademiker oder Fachkräfte“, sagt Birgit Matz über die Lehrer der Schülerhilfe. Die meisten seien aktuell Studenten. Das Studium müsse aber natürlich immer zu den zu unterrichtenden Fächern passen.

Am meisten Bedarf für Nachhilfeunterricht gebe es für drei Fächer: Mathe, Deutsch und Englisch. Dabei sei Mathematik aber mit deutlichem Abstand am meisten gefragt.

Ruhe bewahren und nicht überreagieren

Sollte ein Kind zum ersten Mal mit schlechten Noten nach Hause kommen, sei es aber enorm wichtig, „die Ruhe zu bewahren“ und nicht überzureagieren. Vielmehr sollten Eltern ihrem Kind erst mal Zeit geben und ein wenig abwarten.

Wie viele Schüler nehmen Nachhilfe?

  • Anfang 2016 veröffentlichte die Bertelsmann-Stiftung ihre Studie „Nachhilfeunterricht in Deutschland“.
  • Im Schuljahr 2014/15 lag der Anteil an Schülern, die Nachhilfe nahmen, demnach bei 14 Prozent.
  • Am häufigsten nehmen Gymnasiasten Nachhilfe.
  • Deutschlandweit gibt es am meisten Nachhilfeunterricht in Mathe und Fremdsprachen.
  • Bei der in ganz Deutschland agierenden Schülerhilfe variieren die Preise je nach Ort, Mindestvertragslaufzeit und Teilnahme pro Woche. Die günstigste Variante kostet 8,70 Euro.

„Und man sollte seinem Kind das Gefühl vermitteln, dass es trotzdem ein tolles Kind ist“, erklärt sie. Das wolle sie auch jedem Schüler in ihrer Nachhilfe zeigen. Es sei ein schöner Nebeneffekt, dann im Laufe der Zeit zu sehen, wie sich ein Kind nicht nur in der Schule wieder positiv entwickelt, sondern auch „munterer und fröhlicher“ wird.

Ab der dritten Klasse starten viele Schüler mit der Nachhilfe

Bei Kindern, die Nachhilfe bekommen, sollten Eltern aber auch „keine Schnellschüsse erwarten.“ Schon oft habe sie erlebt, wie Eltern ihrem Kind und auch sich selbst mit einem extremen Erwartungsdruck geschadet hätten.

Etwa ab dem dritten Schuljahr würden Kinder am ehesten Probleme in der Schule kriegen, sodass sie auf Nachhilfe angewiesen sind.

Die meisten ihrer Schüler würden aber die Jahrgänge fünf bis zehn besuchen. Danach sinke die Zahl wieder spürbar. Bei ihr gebe es „nur eine Handvoll Abiturienten“, sagt Birgit Matz.

Nur wenige Schüler, die bald ihr Abitur machen

Eine Vermutung, warum nur wenige Schüler aus der gymnasialen Oberstufe kommen, hat die 48-Jährige, die früher in der Versicherungsbranche tätig war, aber auch. „Ich habe das Gefühl, dass die Kinder reifer werden.“

Sie glaubt, dass die Kinder dann in ein Alter kommen, in dem sie von sich aus mehr lernen würden. Daher, so schätzt sie, würde die Zahl der Schüler, die zum Nachhilfeunterricht gehen, weniger werden, wenn es Richtung Abitur geht.

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