Die Löschzüge Selm und Bork brachten einen Kaminbrand (Symbolbild) unter Kontrolle. © DPA
Einsatz

Nachbar meldet Rauch in Eichenstraße: Feuerwehr rückt zu Kaminbrand aus

Ein aufmerksamer Nachbar hat schnell reagiert: Er bemerkte am Donnerstag (29.4.) starken Rauch aus einem Schornstein an der Eichenstraße. Die Feuerwehr Selm und Bork rückte zum Kaminbrand aus.

Ungewöhnliche Rauchentwicklung aus einem Schornstein an der Eichenstraße in Selm ist am Donnerstag (29.4.) einem Anwohner der Lindenstraße aufgefallen. In dem Kamin der Nachbarstraße hatten sich Rußablagerungen entzündet. Einsatzkräfte der Feuerwehr Selm und Bork konnten Schlimmeres verhindern.

Gegen 17.20 Uhr lief der Alarm auf. Wie Thomas Isermann, Leiter der Feuerwehr der Stadt Selm, berichtet, waren 37 Kräfte der Löschzüge Selm und Bork im Einsatz. Sie haben den Kamin freigekehrt und so das Feuer in den Griff bekommen. Der Brand habe sich auf den Schornstein beschränkt und sich nicht in den Wohnbereich ausgebreitet. Verletzt wurde niemand.

Kontrolle mit Wärmebildkamera

Zu Temperaturen bis zu 1000 Grad könne es bei einem Rußbrand im Schornstein kommen, erläutert Isermann. Das könne zu weiteren Folgebränden führen. Daher habe die Feuerwehr mit Wärmebildkameras anschließend kontrolliert. Einsatzkräfte unter Atemschutz hätten den Ruß abgekehrt, entfernt und ins Freie gebracht. Dort konnte er abgelöscht werden. Bis 20.30 Uhr waren die Einsatzkräfte vor Ort.

Gegen einen Kaminbrand, so Isermann, könne man nicht mit Wasser vorgehen. In dem heißen Schornstein würde ein Liter Wasser zu 1700 Litern Wasserdampf. Weil dieser sich nicht abkühlen könne, drohe der Schornstein zu bersten. Daher sei Kehren das Mittel der Wahl.

Festgeklebte Rußpartikel

Beim Verbrennen blieben im Abgas unverbrannte Kohlenwasserstoffverbindungen zurück. Diese Rußpartikel setzten sich im Schornstein ab und klebten fest. Sie würden zu Teer und könnten mit üblichen Kehrgeräten nicht entfernt werden. Wenn dann eine Flamme in den Schornstein schlage, fingen die festgebackenen Rußpartikel an zu brennen. Durch die hohe Temperatur lösten sie sich vom Mauerwerk, fielen in den Schornstein und könnten so den Querschnitt verengen. „Wichtig ist es, den Schornstein freizubekommen, dass die Gase wieder abziehen können“, erklärt Isermann das Vorgehen der Feuerwehr.

Nur geeignetes Brennholz nutzen

Sein Rat: Um einen Kaminbrand zu vermeiden, sollte grundsätzlich nur geeigneter Brennstoff genutzt werden. Dem Kamin müsse zudem ausreichend Verbrennungsluft zugeführt werden. Isermann warnt davor, über Nacht den Kamin anzulassen und die Luftzufuhr zu drosseln. Es dürfe auch nicht zu viel Brennstoff verwandt werden. Die Hölzer sollten nicht feucht oder lackiert sein. Das fördere die Teerbildung. Daher sei es wichtig, das Brennholz richtig zu lagern.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn
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