Was passiert in Selm nach Löhr? WfG-Chef Dannebom hat da ein paar Ideen

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So langsam neigt sich die Amtszeit von Bürgermeister Mario Löhr dem Ende entgegen. Es ist viel passiert in der vergangenen Dekade. Kann das so weitergehen? Wir haben einen Experten gefragt.

Selm

, 11.07.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Derzeit verhandelt die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) Kreis Unna treuhänderisch für die Stadt Selm mit den Eigentümern einer 13,5 Hektar großen Fläche über den Verkauf. Ziel: eine Großansiedlung eines Haushaltstechnik-Unternehmens an der Werner Straße. Das ist nur einer von vielen Bausteinen der Gewerbeentwicklung Selms in den letzten Jahren. Und der Chef der WfG, Dr. Michael Dannebom, war mittendrin. Wie beurteilt er die Entwicklung Selms?

Selm um Lichtjahre nach vorn gebracht

„Ich bin jetzt seit fast 30 Jahren bei der WfG und beobachte die Situation schon sehr intensiv, habe viele Bürgermeister in Selm kommen und gehen sehen“, sagt Dannebom. „Die letzten zehn Jahre haben Selm wirklich um Lichtjahre nach vorn gebracht.“

Dr. Michael Dannebom lobt die Sogwirkung, die Selm ausübe. Das Projekt "Wohnen am Auenpark" ist eines der Projekte, die in die Amtszeit der künftigen Stadtspitze ragen wird.

Dr. Michael Dannebom lobt die Sogwirkung, die Selm ausübe. Das Projekt "Wohnen am Auenpark" ist eines der Projekte, die in die Amtszeit der künftigen Stadtspitze ragen wird. © Günther Goldstein

Allein wirtschaftsstrukturell habe sich da einiges getan. „Wir sehen das an den Arbeitslosenzahlen. Wir waren schon mal unter 900 Arbeitslosen. Das ist für Selmer Verhältnisse schon eine hervorragende Zahl. Es wäre natürlich schön, wenn wir wieder zu den Vor-Corona-Zeiten zurückkehren könnten. Das zeigt, dass in Selm eine Menge Potenzial liegt.“

„Überall, wo Bagger und Kräne stehen, da bewegt sich etwas. Da ziehen die Leute auch gern hin.“
Dr. Michael Dannebom, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Unna

Das zweite wichtige Element, das auch für Ansiedlungen und die Bevölkerung von besonderer Bedeutung ist, sind die städtebaulichen Projekte. Mit der Regionale 2016, mit der Aktiven Mitte und ihren vielen Projekten.“ Er habe mit vielen Selmern gesprochen und habe gehört, dass sich etwas entwickle. „Überall, wo Bagger und Kräne stehen, da bewegt sich etwas. Da ziehen die Leute auch gern hin.“ Allein dadurch, dass etwas passiere, passiere immer noch mehr.

Den Schwung mitnehmen

Die Sogwirkung Selms, wie sie Dannebom beschreibt, muss also auch mit Ende der Bürgermeisterzeit Mario Löhrs nicht aufhören, oder? „Das sollte nicht aufhören. Ich kann jedem Nachfolger nur den Rat mit auf den Weg geben, weiter diesen Weg zu beschreiten, die Dynamik mit aufzunehmen, die in die neue Amtszeit hinein ragt“, erklärt der WfG-Chef. „Da sind ja viele Dinge, die dann abgeerntet werden können, die dann also erst fertig sind. Diesen Schwung muss man einfach mitnehmen und nicht aufhören und sagen: So, jetzt bringen wir das mal alles zu Ende und dann verfallen wir wieder in den Dornröschenschlaf.“ Das dürfe nicht passieren. „Wir wissen ja, seitdem wir hier Strukturwandel beobachten, dass das eine Daueraufgabe ist. Es ist nicht so, das Strukturwandel irgendwann zu Ende ist. Das ist Stillstand Rückschritt.“

Die Regionale-Projekte wie der Auenpark gehören zur positiven Entwicklung Selms dazu, sagt Michael Dannebom.

Die Regionale-Projekte wie der Auenpark gehören zur positiven Entwicklung Selms dazu, sagt Michael Dannebom. © Günther Goldstein

Es gehöre eine Menge Idealismus dazu, diesen Weg zu gehen, meint Dannebom. Innovationskraft auch. „Also, sich Gedanken zu machen, was Selm an welcher Stelle braucht. Es ist ja nicht nur Wirtschaftsförderung, an vielen Stellen Strippen ziehen und die Leute mitnehmen. Das ist ja auch ein wichtiger Punkt, der früher in Selm nicht funktioniert hat. Da gab es auch Leute, die Ideen hatten, aber sie haben es dann nicht vermocht, andere zu überzeugen. Und dann verschwanden die Projekte wieder.“

Dr. Michael Dannebom (l.), Chef der WfG Kreis Unna, hier mit Landrat Michael Makiolla, lobt die Entwicklung Selms.

Dr. Michael Dannebom (l.), Chef der WfG Kreis Unna, hier mit Landrat Michael Makiolla, lobt die Entwicklung Selms. © WfG

Das seien Chancen, die der nächste Bürgermeister oder die nächste Bürgermeisterin, mitnehmen könne. „Aber es sind auch große Fußstapfen“, sagt Michael Dannebom. „Wichtig ist, dass man nicht in die alte Lethargie zurück verfällt. Es werden ja relativ viele Veränderungen da sein, Wenn ich nur mal an den Bürgermeister denke. Es wird sich ja auch im Rat einiges ändern. Da ist es wichtig, dass diese Dynamik nicht verloren geht.“

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