Musiker sagen Teilnahme an Umzügen in Bork und Netteberge ab

dzEine Woche vor St. Martin

Eine Woche vor St. Martin hat das Selmer Blasorchester seine Mitwirkung an den Martinsumzügen in Netteberge am Samstag sowie in Bork am Sonntag abgesagt. Ein Problem für die Organisatoren.

Selm

, 05.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Sonntagabend wählt sich Ursula Bramkamp die Finger wund und wartet gleichzeitig angespannt auf Rückrufe: Sonntagabend erfuhr sie nämlich, dass das Selmer Blasorchester nicht wie geplant am kommenden Samstag beim St.-Martins-Umzug mitwirken könne. Dabei lebt die Traditionsveranstaltung vom Gesang und der musikalischen Begleitung während des gesamten Laternenumzugs.

Auch Borker haben Absage erhalten

Ähnlich ist die Situation in Bork: Auch der Martinsgesellschaft haben die Selmer Blasmusiker kurzfristig die Teilnahme abgesagt. „Sie haben wohl nicht genügend spielfähige Leute“, sagt Jochen Beese von der Martinsgesellschaft. Das Selmer Blasorchester war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Im Gegensatz zu den Nettebergern ist den Borkern die Musik aber nicht ganz abhanden gekommen. „Unser Zug ist immer etwas länger als der in Netteberger, so dass wir zwei Kapellen im Zug verteilt haben“, erklärt Sprecher Jochen Beese. Die Bergkapelle Dortmund werde daher in jedem Fall aufspielen.

Beide Veranstalter suchen händeringend ein neues Musikensemble

Damit alle Teilnehmer des Martinsumzugs etwas von der Musik hören könnten, bemühen sich auch die Borker um einen weiteren Spielmannszug oder ein Blasorchester, die neben der Bergkapelle Dortmund aufspielen würden. „Wir sind guten Mutes, dass wir eine Gruppe finden“, sagt Beese. „Das ist ja das Praktische auf dem Dorf. Hier sind auch viele im Schützenverein - und Schützenvereine und Musikzüge gehören ja eng zusammen. Da wird sich schon jemand finden, der einspringen kann“, gibt sich Beese entspannt.

Hoffen auf einer Wunder

Die Hoffnung auf ein Wunder mag auch Ursula Bramkamp nicht aufgeben, auch wenn sie weiß, dass es so kurzfristig extrem schwer ist. „Die Spielmannszüge sind ja schon anderweitig gebucht. Dann feiern viele auch den Karnevalsauftakt schon eher wegen des Wochenendes. Wir nutzen gerade alle Kontakte, die wir haben.“

Gesucht wird ein Spielmannszug oder ein Blasorchester, und das sollte auch noch finanzierbar sein. Im Zweifel würde aber auch eine Handvoll begeisterter Musiker helfen. „Uns würden ja ein paar Leute reichen, die Spaß an ihrem Hobby haben und Kinderaugen zum Leuchten bringen!“, schreibt Marion Bronkamp im sozialen Netzwerk Facebook, wo die Suche ebenfalls gestartet wurde.

Alternative Bollerwagen mit Stereo-Anlage

Abgesagt werden soll der Zug in Netteberge aber auf gar keinen Fall. „Wenn wir das machen, verschwindet das Brauchtum ganz.“ Zur Not, so Ursula Bramkamp weiter, „packen wir die Stereo-Anlage auf einen Bollerwagen. Aber das ist doch nicht St. Martin. Wenn wir mit solchen Traditionen brechen, stirbt irgendwann der ganze Zug.“

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