Leitpfosten-Massaker an der Werner Straße - Landesbetrieb sucht nach einem Ausweg

Verkehrsproblem in Selm

100 Euro mindestens liegen täglich auf der Werner Straße - beziehungsweise: knapp daneben. Manchmal sind es auch deutlich mehr: die Folge einer ganz besonderen Form von Vandalismus.

Selm

, 16.04.2019 / Lesedauer: 2 min
Leitpfosten-Massaker an der Werner Straße - Landesbetrieb sucht nach einem Ausweg

Hier stand einmal ein Straßenbegrenzungspfosten. © Sylvia vom Hofe

Nur noch die Stümpfe ragen aus dem Asphalt. Manchmal liegt direkt daneben, was einst darauf steckte: hohle, dreieckige Plastikkörper, jeweils einen Meter hoch und zwölf Zentimeter breit. Leitpfosten haben an der sanierten Werner Straße einen schweren Stand.

Um die zehn Euro kostet ein Leitpfosten laut Landesbetrieb Straßen.NRW. An diesem Montag liegen zehn von ihnen am Boden. Nicht selten sind es mehr. Pendler haben an manchen Tagen schon 36 umgefahrene Pfosten gezählt.

Landesbetrieb: Fünf bis zehn Pfosten pro Woche

„Es ist so, dass an der Werner Straße fünf bis zehn Leitpfosten in der Woche umgefahren werden“, hat Frank Hoffmann, Sprecher von Straßen.NRW, bereits im Dezember den RN gesagt. Im Vergleich zu anderen Landesstraßen trete das Problem in Selm „tatsächlich sehr häufig“ auf. Den Grund hatte die zuständige Behörde bereits damals ausgemacht. Abhilfe lässt immer noch auf sich warten.

Die Stadt Selm, hieß es am Rande der jüngsten Sitzung des Stadtplanungsausschusses, sei im Gespräch mit dem Landesbetrieb. Peter Beiske, ebenfalls Sprecher der Behörde, konnte auf Anfrage der RN aber noch kein Ergebnis mitteilen. Bestenfalls einen Lösungsansatz.

Es werde derzeit geprüft, so Beiske, die Leitpfosten nach außen zu versetzen. Also nicht mehr links von der neuen Fahrradspur, sondern rechts. Die großen landwirtschaftlichen Fahrzeuge, die der Landesbetrieb als Hauptverursacher für das Leitpfosten-Massaker ausgemacht hat, könnten dann problemlos passieren. Andere Verkehrsteilnehmer hätten allerdings Probleme damit.

Gefühlte Sicherheit durch Leipfosten

„Wenn die Leitpfosten versetzt werden, fahren noch weniger Radfahrer entlang der Werner Straße“, prophezeit Christian Jänsch vom örtlichen ADFC auf RN-Anfrage. Die alle 50 Meter aufgestellten, etwa einen Meter großen Pfosten böten „zumindest gefühlt“ Sicherheit für die Radler. Wenn große Fahrzeuge Pfosten ergriffen, sei das allemal besser als Radler.

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