Keine Warnung bei Alarm in Selm? Gab es Probleme bei der Warn-App NINA?

dzProbealarm

Neben den Sirenen, die am Donnerstag um zehn Uhr mehrere Minuten lang heulten, wurde auch über eine Notfall-App eine Entwarnung versendet. Doch womöglich hat das nicht überall funktioniert.

Bork

, 08.09.2019, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als am Donnerstagmorgen in ganz Selm die Sirenen aufheulten, wusste nicht jeder, was die verschiedenen Signale zu bedeuten hatten. Einige waren aber auch bereits aufgeklärt und hatten vielleicht auch schon die zum Probealarm passende Warn-App „NINA“ (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) auf ihrem Smartphone. Doch hat die App überhaupt überall funktioniert?

Ein Leser hatte sich an unsere Redaktion gewandt und gesagt, dass es in Bork nicht geklappt habe. Von der NINA-App sei keine Benachrichtigung gekommen. Thomas Isermann, Wehrführer der Feuerwehr Selm, ist ein solcher Fall jedoch nicht bekannt. „Bei mir hat die App funktioniert“, sagt er. Und auch bei einem seiner Mitarbeiter aus Selm sei eine Benachrichtigung zum Probealarm angekommen.

5,5 Millionen Menschen nutzen die NINA-App

Dass manche Nutzer keine Benachrichtigungen erhalten haben, ist auch dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nicht bekannt. „Wir verfügen über keine Informationen zu lokalen Komplikationen“, erklärt Ernst Henning Hahn von der Pressestelle des BBK.

Insgesamt, so sagt er, sei das Fazit des Bundesamtes ein sehr positives gewesen: „Es hat reibungslos geklappt.“ Auch die Leitstelle des Kreises Unna, die für die rechtzeitige Hilfe in Not- und Katastrophensituationen zuständig ist, habe keine Informationen über Probleme mit der App, teilt Thorsten Müller auf Anfrage mit.

In Deutschland nutzen zurzeit rund 5,5 Millionen die Warn-App, so Ernst Henning Hahn vom BBK. Zu der Anzahl der Menschen, die die Anwendung in Selm auf ihren Handys haben, machte er keine Angaben. Doch zumindest zum Kreis kann er genaue Zahlen nennen: „Den Kreis Unna haben 85.072 Nutzerinnen und Nutzer als Ort abonniert.“

Nicht alle Nutzer erhalten Warnungen für nur einen Ort

Allerdings sei es nicht möglich, daraus genaue Rückschlüsse „auf die tatsächlich in einem Gebiet wohnhafte Nutzerzahl“ zu ziehen. Denn es gebe auch Nutzer, die mehr als einen Ort abonniert haben, um im Ernstfall Warnungen für weitere Städte zu erhalten. Zudem gebe es auch Nutzer, „die sich nur für den aktuellen Standort warnen lassen und keine Orte abonniert haben“.

Die Meldungen, die die App-Nutzer erhalten, sind derweil standortbezogen und werden von den jeweiligen Leitstellen verschickt, erklärt Ernst Henning Hahn. Die landesweite Meldung, teilt er mit, wurde um 9.59 Uhr verschickt. Darin wurde darauf hingewiesen, dass in NRW ein Warntag mit einem landesweiten Probealarm stattfindet. „Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung“, lautete ein weiterer Satz.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt