LAFP-Lockdown in Bork: Hallenbad auch für Grundschüler nicht nutzbar

dzPolizeischule Bork

Seit der vergangenen Woche ist klar, dass „Dritte“ die Sportstätten auf dem Gelände des LAFP derzeit nicht nutzen dürfen. Auch auf die Grundschüler hat das Auswirkungen.

Bork

, 01.09.2020, 20:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Überraschung war Anja Knipping am Montagabend ins Gesicht geschrieben: Ob es denn auch für das Hallenbad des LAFP gelte, dass es von Dritten nicht mehr genutzt werden kann, fragte die Schulleiterin der Äckernschule die Mitglieder des Schulausschusses, der im Bürgerhaus tagte.

Aus der Zeitung, so erzählt es Anja Knipping einen Tag später im Gespräch mit der Redaktion, habe sie zwar schon gewusst, dass die Sporthallen und Außensportanlagen des LAFP aktuell als Corona-Schutzmaßnahme nicht von den Selmer Sportvereinen genutzt werden dürfen. Dass das LAFP aber auch das Hallenbad für „Dritte“ sperrt und damit der Schwimmunterricht der Grundschüler dort nicht möglich ist - das war der Grundschulleiterin neu.

Und es stellt ihre Schule vor keine leichte Situation. Zwar war schon länger klar und bekannt gewesen, dass das LAFP-Hallenbad ab dem 1. September renoviert wird und für die Grundschule mit Standorten in Bork und Cappenberg drei Monate lang nicht nutzbar ist. Für diese Zeit, so erklärt es Anja Knipping, habe eine Gruppe der Äckernschule einen Platz im 4elements in Selm bekommen. Dadurch ist erst mal für einen kleinen Teil der Schüler gesorgt: 20 Kinder der Schule starten mit der Schwimmgewöhnung.

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Danach sollte der Schwimmunterricht wieder normal laufen. Im Fall der Äckernschule heißt das: Er sollte für alle Drittklässer - drei Klassen gibt es am Standort in Bork, eine am Standort in Cappenberg - im Hallenbad des LAFP stattfinden. Noch steht nicht fest, wie lange die Nutzung von Sportstätten des LAFP durch Dritte ausgesetzt ist. Sollte es aber so kommen, dass die Drittklässler das Bad in diesem Schuljahr gar nicht mehr nutzen können, „dann wäre das schon dramatisch“, sagt Anja Knipping. „Rund 50 Prozent der Schüler können nicht schwimmen. Sie lernen das dann bei uns“, unterstreicht die Schulleiterin, wie wichtig das Angebot für die Kinder ist.

„Das trifft uns zu einer Unzeit“

Zur Dauer der Vorsichtsmaßnahme weiß auch das LAFP noch nichts: „Die getroffenen Maßnahmen werden in Abständen überprüft und der allgemeinen Entwicklung der Corona-Pandemie angepasst“, hatte Pressesprecherin Sevinc Sethmacher in der vergangenen Woche auf eine Anfrage der Redaktion erklärt.

Das LAFP-Hallenbad ist derzeit auch für das Schulschwimmen gesperrt.

Das LAFP-Hallenbad ist derzeit auch für das Schulschwimmen gesperrt. © Arndt Brede (Archiv)

„Das trifft uns zu einer Unzeit“, sagt auch Michael Reckers von der Stadt Selm am Montag im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport. Die Sportstättenlandschaft in Selm sei im Moment durch den Umbau der Dreifachturnhalle sowieso schon sehr angespannt, die Entscheidung des LAFP mache es jetzt nicht unbedingt leichter, sagte er. Gleichzeitig könne er den Schritt des LAFP auch nachvollziehen, sagte er. So sieht es auch Stadtsprecher Malte Woesmann: „Die Stadt kann die Begründung mit Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie verstehen.“

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„Der Schutz der Studierenden und die Sicherstellung eines ungestörten und risikominimierten Ausbildungsbetriebs hat höchste Priorität. Daneben darf auch die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen nicht gefährdet werden“, so die Begründung von LAFP-Sprecherin Sevinc Sethmacher.

Auch Anja Knipping kann verstehen, so sagt sie, dass das LAFP die Auszubildenden schützen möchte. Ob man vor Ort nicht durch entsprechende Vorkehrungen Voraussetzungen hätte schaffen können, die einen sicheren Betrieb gewährleisten, auch wenn Grundschüler zum Schwimmen kommen - „das kann ich schlecht beurteilen“, sagt Anja Knipping. Die Schulleiterin ist nun zusammen mit der Stadt Selm, Trägerin der Schule, dabei, eine Lösung zu erarbeiten.

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