An diesen vier Stellen in Selm gab es die meisten Unfälle mit Verletzten

dzUnfälle in Selm

Wo kracht es in Selm am häufigsten? Wo besteht die Gefahr, im Verkehr verletzt zu werden? Das erhebt die Unfallkommission des Kreises Unna und hat für Selm vier Stellen ausgemacht.

Selm

, 24.07.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Unfallkommission des Kreises Unna berät vier Mal im Jahr, welche Stellen im Kreisgebiet so gefährlich sind, dass sie entschärft werden müssten. Sie macht das unter anderem an der Anzahl der Unfälle fest, die sich dort ereignen. Bis zum 31. März dieses Jahre hat es im Kreis Unna an keiner Straße so viele Unfälle gegeben, dass die Kommission diese als sogenannte Unfallhäufungsstelle hätte behandeln müssen, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises Unna.

Altbekannte Stellen

Die Sitzung der Kommission diente jedoch auch dazu, das Unfalljahr 2018 abzuschließen. Dabei sei es auch um altbekannte Stellen gegangen, so die Kreis-Pressestelle weiter. Eine Unfallhäufungsstelle macht die Polizei seit 2017 an eben jenem Kreisverkehr Kreis-/Münsterland-/Ludgeristraße/Sandforter Weg aus. Für 2018 auch wieder. Die Statistik besagt für die Jahre 2016 bis 2018, dass es dort fünf Unfälle mit leicht Verletzten gegeben hat.

Das ist die Unfallkommission Die Arbeit der Unfallkommission ist eine gemeinsame Aufgabe von Straßenverkehrs-, Polizei- und Straßenbaubehörden. Der Unfallkommission gehören neben der Bezirksregierung alle kreisangehörigen (ohne Lünen), die Kreispolizeibehörde, der Landesbetriebs Straßen NRW mit den Straßenmeistereien und der Autobahnniederlassung sowie vom Kreis der fachbereich Straßenbau und Fachbereich Straßenverkehr (Aufgabenbereich Verkehrssicherung) an.

Konfliktpotenzial durch unterschiedliche Nutzergruppen

Der Kreisverkehr ist über die Bundesstraße 236 Ausfall- und Einfallstraße. Was bedeutet, dass auch Lastwagen ihn häufig passieren. Der Kreisverkehr ist aber auch viel genutzter Weg zum Städtischen Gymnasium Selm und zur Overbergschule. Ihn nutzen aber auch Kunden des 4-Elements oder der Geschäfte in der Altstadt. Und zwar nicht nur Autofahrer, sondern auch viele Fahrradfahrer. Lastwagen, Busse, Autos, Radfahrer und auch Fußgänger: ein Mix an Verkehrsteilnehmern, der Konfliktpotenzial birgt.

Stadt: Regelgerecht erstellt

Wobei die Stadt Selm dem Kreisverkehr zumindest verbal die Gefährlichkeit nimmt. Stadtsprecher Malte Woesmann: „Der Kreisverkehr ist regelgerecht erstellt.“ Das größte Problem sei jedoch, dass Radfahrer oft gegen die Fahrtrichtung oder auch zu schnell durch den Kreisverkehr fahren. „Dies führt zu Konfliktsituationen mit den PKW. Dazu hat es bereits in Zusammenarbeit von Kreispolizeibehörde und Ordnungsamt einen Vor-Ort-Termin gegeben, um Radfahrer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Weitere Termine dazu sind denkbar.“

Um noch mehr Sicherheit in und an den Kreisverkehr zu bringen, sei geplant, die Fahrbahnmarkierungen (auch für Rad- und Fußgänger) zu erneuern.

Drei weitere Stellen in Selm

Die Statistik weist für Selm drei weitere Stellen aus, an denen es häufiger gekracht hat. Drei Schwerverletzte gab es demnach in den Jahren 2016 bis 2018 am Kreisverkehr Kreisstraße B236/Zeche-Hermann-Wall.

Ebenfalls für die Jahre 2016 bis 2018 weist die Statistik drei Unfälle mit Leichtverletzten am Kreisverkehr Breite Straße/Neue Werner Straße aus.

Und an der Kreuzung Münsterlandstraße B236/Neue Nordkirchener Straße/Lüdinghausener Straße in der sogenannten Einjahresbetrachtung für 2018 drei Unfälle mit Leichtverletzten aus.

Auf Anfrage der Redaktion gibt die Stadt Selm mittels Stadtsprecher Malte Woesmann dazu folgende Stellungnahmen ab:

Kreisverkehr Kreisstraße B236/Zeche-Hermann-Wall:

„Zwei Unfälle unter Beteiligung von Motorradfahrern, die beide mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren, haben sich dort ereignet. Baulich oder verkehrsregeltechnisch ist dort nichts zu beanstanden.“

An diesen vier Stellen in Selm gab es die meisten Unfälle mit Verletzten

Am Kreisverkehr Breite Straße/Neue Werner Straße hat es von 2016 bis 2018 drei Unfälle mit Leichtverletzten gegeben. © Arndt Brede

Kreisverkehr Breite Straße/Neue Werner Straße:

„Der Kreisverkehr war wahrscheinlich durch die höhere Frequentierung als Umleitung für die Kreisstraße mehr belastet. Grünschnitt, damit die Sicht verbessert wird, ist erfolgt.“

Kreuzung Neue Nordkirchener/Lüdinghausener Straße:

„Diese Kreuzung ist wieder neu als Unfallhäufungsstelle gemeldet. Es gibt Überlegungen, dort eine örtliche Messstation zu errichten, um die Geschwindigkeit zu senken.“

25 Unfallhäufungsstellen sind 2018 im Kreis Unna zu vermelden. Dort kam es zu insgesamt 114 Unfällen, bei denen es 103 Mal zum Personenschaden kam. Bei 55 Unfällen wurden Fußgänger oder Radfahrer getötet beziehungsweise verletzt.

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