Kreisel in Selm: An 13 Stellen geht es rund - aber längst nicht immer einheitlich

dzVerkehr in Selm

Jetzt schlägt es zwar nicht 13 in Selm. Aber es geht 13 Mal rund. So viele Kreisel gibt es inzwischen in der Stadt. Nummer 14 sollte auch schon im Bau sein. Daraus wird aber erst 2021 etwas.

Selm

, 01.01.2020, 10:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der Zahl 13 scheiden sich die Geister. Für die einen ist es eine Glückszahl. Andere meiden sie lieber. Mit den Kreisverkehren verhält es sich da ganz ähnlich. Wir haben Fragen und Antworten zusammengestellt.

? Wann hat der Kreisel-Boom in Selm begonnen? Mitte der 1990er-Jahre. Zu den ältesten Kreiseln gehören der große Kreisel in Bork und der an der Botzlarstraße in Selm. Beide entstanden vor rund 20 Jahren.

? War Selm spät dran mit den Kreiseln? Nein, deutschlandweit hatte es eine lange Phase der Entfremdung von Kreisverkehren gegeben, die in der Nachkriegszeit noch gang und gäbe waren. Das änderte sich laut Auskunft des ADAC aber mit zunehmender Motorisierung.
? Die Vereinten Nationen haben 1968 die Verkehrsregeln vereinheitlichen wollen. Bei der Kreisel-Regel gingen die Meinungen zwischen Deutschland und den anderen weit auseinander. Worum ging es da? Um die Vorfahrtsfrage. Das UN-Dokument, das Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr, sah vor, dass in Kreiseln die Rechts-vor-links-Regel zu gelten habe. Dem wollte sich die Bundesrepublik Deutschland nicht anschließen. 1969 verschwand in Deutschland das Verkehrszeichen Kreisverkehr - bis zum Jahr 2000. Das blaue Schild mit drei Pfeilen steht in der Regel zusammen mit einem Vorfahrt-gewähren-Schild. Zusammen besagt das: Wer im Kreisel fährt, hat Vorfahrt. Auch in Frankreich, dem Land mit den weltweit meisten Kreiseln, gilt die Rechts-vor-Links-Regel für Kreisel inzwischen nicht mehr.

? Einheitlich sind die Regeln für Kreisverkehre aber auch in Selm nicht. Die Unterschiede betreffen vor allem die Radfahrer. Welche sind es? Autofahrer haben in allen Selmer Kreiseln Vorfahrt. Für Radfahrer ist die Sache nicht so eindeutig. Bei dem großen Kreisel in Bork und bei dem Kreisverkehr am Zeche-Hermann-Wall müssen die Radfahrer, die rund um den Kreisel fahren, Vorfahrt gewähren. Autofahrer auf den Zufahrtsstraßen sind nur gegenüber den Autos im Rund wartepflichtig, nicht jedoch gegenüber den Radfahrern. Bei anderen Kreiseln haben Radfahrer Vorrang vor ein- und ausfahrenden Fahrzeugen.

? Warum gibt es mal Zebrastreifen und dann wieder nicht? Das hat ebenso wie die Vorfahrtsfrage für Radfahrer mit der Lage der Kreisel zu tun. Die innerörtlichen Kreisel - es sei denn, es handelt sich um Minikreisel - haben Zebrastreifen, die außerorts nicht.

? Lässt sich das nicht vereinheitlichen? Alle Versuche dazu sind 2019 gescheitert. Der Landesbetrieb Straßen NRW hat den Allgemeinen Deutschen Fahrradklub im Mai besonders aufgebracht. Der ADFC hatte gefordert, den Kreisel in Bork umzubauen - mit Zebrastreifen und Fahrradquerungen. Statt dessen ließ die Behörde zusätzlich zu den Vorfahrt-Achten-Schildern für Radler Ortsausgangsschilder aufstellen. Dabei, so der ADFC, habe sich das Kreiselgrundstück in den vergangenen 20 Jahren deutlich verändert. Durch den Bau des Einzelhandelszentrums und der bald folgenden Wohnbebauung handele es sich gefühlt längst um eine innerörtliche Fläche.

? Zwei Minikreisel gibt es in Bork. Ein weiterer ist hinter dem Bauzaun auf dem Selmer-Campus-Platz auszumachen zwischen dem sogenannten Haus der Wirtschaft und der Wohnbebauung. Was ist der Unterschied zum „normalen“ Kreisel? Wie der Name schon sagt: Er ist kleiner. Große Fahrzeuge dürfen die Innenfläche überfahren, was bei den anderen Kreiseln verboten ist. Dafür droht ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro.

? Aus welchem Kreisel ist 2019 entgegen der ursprünglichen Planung nichts geworden? Aus dem Kreisel Cappenberger Damm/Werner Straße/Selmer Landstraße: einem Unfallhäufungspunkt. Der Landesbetrieb Straßen NRW hat den Bau für das Frühjahr 2021 angekündigt. Aus einem weiteren Kreisel für Cappenberg wird wohl gar nichts werden. Sein Bau auf der Kreuzung Rosenstraße/Cappenberger Damm sei zu teuer, so die Stadt.

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