Neue Rettungswache: Kreis fordert große Veränderungen beim Rettungsdienst in Selm

dzRettungsdienst

Damit Retter im Ernstfall schnell genug zur Stelle sein können, setzt der Kreis Unna die Stadt Selm unter Zugzwang. Der vierte Rettungsdienstbedarfsplan fordert große Veränderungen.

Selm

, 17.02.2020, 19:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unterm Strich ist es für das Wohl der Bürger. Unterm Strich kann niemand etwas dagegen haben, das Rettungswesen im Kreis Unna so aufzustellen, dass jedem zu jeder Zeit schnellstmöglich - und in annehmbaren Fristen - geholfen werden kann. Das sicherzustellen ist Aufgabe des Kreises Unna, der Träger des Rettungsdienstes ist. Träger der zugehörigen Rettungswachen sind jedoch die kreisangehörigen Kommunen. Und so müssen alle wohl oder übel an einem Strang ziehen, wenn es um notwendige Veränderungen geht. Und die stehen jetzt an.

Im Zuge der vierten Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplans hatte sich der zuständige Fachbereich des Kreises Unna gemeinsam mit einem unabhängigen Gutachter die Fallzahlen aus dem Jahr 2018 angesehen. Das Ergebnis: ernüchternd. Selm war im Kreis Schlusslicht in Sachen Schnelligkeit und Einhaltung der erforderlichen Zeiten, selbst bei der Quote. Mit Abstand. Schon im Sommer des vergangenen Jahres kam das auf den Tisch - und es wurde über Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen, diskutiert. Die hat der Kreis nun festgeschrieben - und Kreis-Dezernent Uwe Hasche stellt das Werk in der kommenden Woche Politik und Öffentlichkeit im Kreisausschuss für Feuerwehr, Sicherheit, Ordnung und Straßenverkehr vor.

Zweiter Rettungswagen für Selm

Konkret für Selm sieht der Plan folgende Veränderungen vor, die „unverzüglich und ohne schuldhaftes Zögern“ entsprechend genannter Prioritäten umgesetzt werden müssen. Zur Verbesserung der Hilfsfristen in der Notfallrettung sollen bisherige Mehrzweckfahrzeuge ausschließlich als Rettungswagen (RTW) genutzt werden, und nicht mehr für zeitunkritische Krankentransporte. So erhält Selm einen zweiten RTW, dessen Vorhaltezeit mit 168 Wochenstunden montags bis sonntags deutlich erhöht wird. Selm verfügt damit über einen zweiten Rettungswagen.

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Dazu heißt es in der Umsetzungsvorlage: „Parallel zur Erhöhung der Vorhaltezeit des RTW Selm 2 ist entweder eine neue (zentrale) Rettungswache oder alternativ neben der Rettungswache in Bork ein weiterer Rettungswachenstandort für das Stadtgebiet Selm-Mitte in Betrieb zu nehmen. Abhängig von den weiteren Entscheidungsprozessen und der Dauer der Umsetzung dieser Baumaßnahme ist gegebenenfalls eine Interimswache zur Gebietsabdeckung in Selm-Mitte zu errichten und bis zur Fertigstellung der neuen (zentralen oder zusätzlichen) Rettungswache zu betreiben.“

Möglicherweise Abweichungen beim Zeitplan

Dass der Kreis dabei auf Umsetzung pocht, zeigt folgende Passage: „Zum Stand der Umsetzung soll halbjährlich eine Erörterung zwischen dem Träger des Rettungsdienstes, den Trägern der Rettungswachen sowie gegebenenfalls weiteren beteiligten Kommunen, Behörden und Organisationen erfolgen.“ Allenfalls beim Zeitplan können demnach Abweichungen besprochen werden.

Zur Sache

3661 Mal in Selm gerufen worden

  • Das Einsatzaufkommen in 2018 war hoch und wies eine Steigerung gegenüber der Vorjahre aus.
  • 2218 Notfälle wurden registiert
  • 555 wurde ein Krankentransport angefordert.
  • 888 Mal rückte der Notarzt an.
  • Insgesamt liegt das Einsatzaufkommen 2018 damit bei 3661.
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