Warnung

Köder mit Rasierklingen am Bahnhof Beifang: Hund im letzten Moment gerettet

In einem Gebüsch nahe des Selmer Bahnhofs Beifang findet Deborah Sobootkas Hund eine mit Rasierklingen gespickte Wurst. Nun möchte die Selmerin andere Hundebesitzer warnen.
Deborah Sobootka (35) hat ihren Rolex nur knapp davor bewahrt einen mit Rasierklingen gespickten Köder zu fressen. © Sobootka

23 Giftköder-Warnungen wurden deutschlandweit allein am Sonntag (6.2.) auf Dogorama, einer App für Hundebesitzer, gemeldet. Eine davon stammte aus Selm. Es war gegen 16.30 Uhr am Sonntagnachmittag, als Deborah Sobootka mit ihrem kleinen Vierbeiner Rolex ihre übliche Hunderunde den Sandforter Weg hinunter drehte.

Auf der Wiese zwischen Bahnhof, Radstation und Sandforter Weg erschnüffelte der Malteser-Pudel-Mix, den sie an einer langen Leine führte, etwas. Erst im letzten Moment erkannte die 35-Jährige, was: Ein Stück Leberwurst, gespickt mit mehreren kleinen Rasierklingen. „Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn er das gefressen hätte“, sagt sie. „Er wäre innerlich verblutet. Ich bin traurig und wütend gleichzeitig. Das ist eine absolute Frechheit.“

Ein Grund, warum jemand so etwas tun könnte, fällt ihr nicht ein. „Es gibt an dieser Wiese sogar einen Ständer, an dem man Hundebeutel ziehen kann“, sagt sie noch. Um andere Hunde vor einem tödlichen Schicksal zu bewahren hatte Sobootka noch am gleichen Abend eine Warnung in einer Selmer Facebook-Gruppe gepostet. Auch hier war das Entsetzen groß. „Oh Gott, danke für den Hinweis. Haben `nen Welpen der nimmt noch alles auf“, antwortete eine Userin.

Hundehaufen sorgen für Ärger

Auch Elke Luise Knittel, deren täglicher Spazierweg ebenfalls an der Wiese vorbei führt, ist entsetzt: „Ich finde das ganz unmöglich, fürchterlich. Es macht mich wütend und ich habe große Angst, dass mein Hund so etwas fressen könnte.“ Zwar hat sie ihren Vierbeiner trainiert, nichts Herumliegendes aufzunehmen. Doch es könne ja trotzdem immer mal passieren.

Sie hat aber eine Vermutung, warum die unbekannten Täter die gefährlichen Köder ausgelegt haben: „Gerade auf dem Sandforter Weg und der Bismarckstraße liegen ohne Ende Hundehaufen“, beobachtet die 59-Jährige. „Das sollte es auch nicht geben und ich habe auch kein Verständnis dafür. Denn wenn ich mir ein Tier anschaffe, weiß ich doch auch, dass ich mich um dessen Hinterlassenschaften kümmern muss. Aber deswegen Giftköder auszulegen, bringt doch auch nichts.“

Eine andere Hundebesitzerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, denkt ebenfalls, dass es viele Selmer gibt, die die herumliegenden Hundehaufen ärgern. „In den letzten Wochen wurde viel darüber geschimpft, dass Hinterlassenschaften nicht weggeräumt werden“, sagt sie. Zum Beispiel auch auf dem Weg vom Ternscher See hoch zum Kanal mitten auf dem Weg. Dabei findet sie es schwierig, Warnungen über soziale Medien zu verbreiten.

Ann-Marie Potthoff, 2. Vorsitzende des Hundevereins Selm, findet klare Worte: „Das muss ja jemand sein, der krank ist.“ Sie selbst dreht ihre Hunderunden immer da, wo sie keinen stört.

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