In Selm könnte es bald einen Klimawald geben, für den viele neue Bäume gepflanzt werden. © picture alliance / dpa
Klimaschutz

Klimawald in Selm: Planungen jetzt einen Schritt weiter

Die Stadt prüft jetzt, ob es in Selm möglicherweise einen sogenannten Klimawald geben könnte. Aber: Was genau ist das überhaupt?

Wird es in Selm bald einen Klimawald geben? Wenn es nach der SPD in Selm geht, sollte diese Frage mit einem Ja beantwortet werden. Schon im Stadtentwicklungs- und Hauptausschuss war der Antrag der Fraktion, in Selm eine Fläche für einen Klimawald bereitzustellen, Thema, jetzt hat der Rat darüber entschieden – und geschlossen zugestimmt.

Aber: Damit kommt die Idee erst mal nur einen Schritt weiter und wird nicht direkt realisiert. Denn: Es handelte sich um einen sogenannten Prüfantrag. Das heißt: Der Rat hat der Stadtverwaltung jetzt erst mal den Auftrag gegeben, zu prüfen, welche Flächen in Selm für einen Klimawald in Frage kommen könnten. Wörtlich heißt es in dem Beschlussvorschlag: „Die Verwaltung wird beauftragt, in enger Abstimmung mit den lokal verantwortlichen Forstfachleuten, dem Landesbetrieb Wald und Holz und dem Kreis Unna als unterer Landschaftsschutzbehörde zu prüfen, welche Flächen geeignet sind, durch entsprechende Beschlussfassung des Rates zu einem Klimawald aufgeforstet zu werden.“

Was genau ist eigentlich ein Klimawald?

Der weitere Ablauf sieht so aus: Die Stadt stellt das Ergebnis der Prüfung sobald es vorliegt noch einmal in den Ausschüssen vor, danach erst kann der Auftrag zur Umsetzung gegeben werden. Es dauert also auf jeden Fall noch ein bisschen, bis es in Selm einen Klimawald geben wird.

Aber: Was genau ist eigentlich ein Klimawald? Wichtigste Eigenschaft eines solchen Waldes ist wahrscheinlich der Grund, warum dieser überhaupt angelegt und gepflegt wird: die möglichst lange Speicherung von CO2.

Was würde so ein Klimawald kosten?

„Wälder (…) dienen als Kohlenstoffsenken und haben damit eine wichtige Rolle in der Begrenzung der Folgen des Klimawandels. Jedes Jahr werden je Hektar Wald durchschnittlich etwa zwölf Tonnen CO2 gespeichert“, erklärt die SPD dazu in ihrem Antrag. Ziel sei es, auch das wird darin formuliert, dass die gefundene Fläche in den letzten Jahren nicht bewaldet gewesen ist, sich aber für eine Aufforstung eignet. Sie könnte dabei durchaus in Nachbarschaft zu bereits bestehenden Wäldern liegen und soll als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Wie groß diese Fläche sein soll und was das alles kostet – dahinter steht noch ein Fragenzeichen. Das Prüfen der Verwaltung soll hier Klarheit bringen.

Die Stadtverwaltung soll dabei auch herausfinden, ob es von Land und Bund oder EU möglicherweise Fördermittel für das Projekt gibt. Vorstellbar wäre außerdem nach Wunsch der SPD auch, durch Aktionen – etwa unter dem Namen „Selm pflanzt“ – die Bürgerschaft mit ins Boot zu holen.

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Marie Rademacher

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