Kita St. Martin in Selm: Arbeiten für Anbauten fließen ins Pädagogikkonzept ein

dzKita St. Martin

Die Zeit der Provisorien mit einer Containerlösung soll bald vorbei sein in der katholischen Kindertageseinrichtung St. Martin. Das Gebäude bekommt Anbauten. Und noch einiges mehr.

Selm

, 23.09.2020, 13:04 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Kindertageseinrichtung St. Martin hat mittlerweile drei Gruppen mit insgesamt 65 Kindern, die in Gruppen von zwei bis sechs beziehungsweise drei bis sechs Jahren aufgeteilt sind. Eine davon ist derzeit noch in einem Container auf dem Kita-Gelände untergebracht. Dieser Container war vor rund zwei Jahren als Provisorium aufgestellt worden, nachdem die Stadt gefragt hatte, ob die Kita eine zusätzliche Gruppe einrichten könne, damit nicht versorgte Kinder versorgt werden könne, sagt Pia Althoff, Verbundleitung der Kitas der katholischen Großgemeinde St. Ludger. „Für uns ist aber eine Dauerlösung erstrebenswert“, erklärt sie. Das habe die Stadt erkannt, dass eine dauerhafte Lösung notwendig sei, „weil der Bedarf dauerhaft so hoch ist“. Diese dauerhafte Lösung ist nicht eine, sondern sind zwei Anbauten westlich und östlich des Hauptgebäudes.

Die Planungen plus Bauanträge plus Bewilligung der Gelder haben dazu geführt, dass die Arbeiten jetzt erst beginnen können. Anfang dieser Woche hat das Bauunternehmen Sturm aus Seppenrade damit begonnen, die Baustelle einzurichten. Nun fangen also die Arbeiten zur Errichtung der Anbauten an, die Architektin Christina Lohmann (Lonnemann Architekten aus Selm) geplant hat. Zusätzliche Ruhe- und Personalräume entzerren die Unterbringungssituation künftig.

Anbauten in Holz-Rahmen-Bauweise

Das Hauptgebäude aus Mitte der 1970er-Jahre ist bereits in den 1990er-Jahren und 2010 durch Anbauten erweitert worden. Die beiden Anbauten werden sich von Klinkergebäude erheblich unterscheiden. Die Holz-Rahmen-Bauweise der Anbauten mit Holzverschalung dürften dem Gesamtensemble ein markantes Aussehen verleihen. Die Anbauten werde durch Durchbrüche mit dem Hauptgebäude verbunden, erklärt Christina Lohmann.

Für die Arbeiten an der Ostseite nutzen die Bauarbeiter den bisherigen Parkplatz für ihre Maschinen und Fahrzeuge.

Für die Arbeiten an der Ostseite nutzen die Bauarbeiter den bisherigen Parkplatz für ihre Maschinen und Fahrzeuge. © Arndt Brede

In die Planungen sei die Kita „gut eingebunden“ gewesen, erklärt Martina Martini, Leiterin der Kita St. Martin. „Uns war wichtig, dass zum Beispiel ein altes Kinder-WC im Hauptgebäude mit saniert wird“, führt Pia Althoff aus. In die Decke des Gebäudes kommen Lichtkuppeln, „damit insgesamt der Flur und die Eingangshalle heller werden“. Für die Mitarbeiter werde ein zweites WC eingerichtet. Das Ziel sei, die benötigten Anbauten zu errichten, aber auch das Vorhandene so aufzuwerten, „dass wir dauerhaft die Kita-Qualität auch sichern und an die heutigen Standards anpassen“, wie die Verbundleiterin der Kitas erklärt. Das gelinge auch dadurch, dass es einen komplett barrierefreien Zugang zur Kita an der Albert-Schweitzer-Straße mit einer längeren, also nicht so steilen Rampe geben werde. Zu den Verbesserungen gehören auch breitere Türen, etwa für Rollstuhlfahrer.

Bauzeit knapp ein Jahr

Die Bauzeit wird voraussichtlich bis zum neuen Kindergartenjahr 2021 - also bis zum 1. August 2021 - gehen. Architektin Christina Lohmann ist zuversichtlich, dass dieser Zeitplan eingehalten werden kann. Zuversichtlich, dass Firmen für alle anstehenden Arbeiten gefunden werden. Der Faktor Wetter spielt bei solchen Vorhaben auch immer eine Rolle: „Wir können bis null Grad betonieren“, sagt Frank Sturm, Chef des Bauunternehmens Sturm.

Während der gesamten Bauzeit wird es einen Zugang durch ein Tor im Zaun zur Kurt-Schumacher-Straße hin geben. Eltern und Großeltern warten dann vorm Zaun, bis die Kita-Mitarbeiter ihnen die Kinder bringen.

Auch an der Westseite der Kita wird angebaut.

Auch an der Westseite der Kita wird angebaut. © Arndt Brede

Große Veränderungen also in der Kita St. Martin. Die Mädchen und Jungen sind übrigens total interessiert. Sie gucken, was die Arbeiter da so machen. „Die Baustelle ist jeden Tag Thema“, sagt Martina Martini. Bauarbeiten als Teil des pädagogischen Konzepts sozusagen.

Sowohl Pia Althoff als auch Martina Martini äußern großes Lob. Und zwar in Richtung Eltern der Kita-Kinder: „Sie waren sehr geduldig.“

Arbeiten bei laufendem Kita-Betrieb

Die Bauarbeiten finden bei laufendem Kita-Betrieb statt mit Hol- und Bringdienst von Eltern und Großeltern mit jeweils ihren Kindern und Enkeln. Und bei laufendem Verkehr auf der Kurt-Schumacher-Straße und ihren Nebenstraßen. Gefährlich? „Im schlimmsten Fall beantragen wir eine Straßensperrung“, sagt Sturm. Der „schlimmste Fall“, das ist das Rangieren mit großen Fahrzeugen und Geräten. Ansonsten sei die Baustelle eingezäunt.

770.000 Euro kostet das gesamte Vorhaben. Es seien öffentliche Gelder, aber das Bistum Münster und die Stadt Selm leisten auch ihren Anteil daran, sagt Pia Althoff. „Wir haben verschiedene Förderprogramme ausgeschöpft.“

Bleibt die Frage, wie es mit dem Container weiter geht, wenn die Anbauten bezugsfertig sind. „Der kommt weg“, sagt Pia Althoff. Dann werde die Spielfläche des Außengeländes wieder größer sein. Denn eines ist klar: So schön das dann komplette Gebäudeensemble sein mag - Kinder spielen am liebsten draußen. Ob mit oder ohne Bauarbeiter drumherum.

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