Kein Stau - aber auf der Münsterlandstraße herrscht trotzdem „Stop and Go“

dzMünsterlandstraße

Die Geschichte der Geschwindigkeitsregelung auf der Münsterlandstraße ist lang. Ganz aktuell ist sie um eine Episode reicher.

Selm

, 02.10.2019, 16:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einst galt auf der Münsterlandstraße Tempo 70. Dann kam vor Jahren Tempo 50. Dann kam die Baustelle zum Auenpark. Plötzlich galt deshalb ab November 2018 Tempo 30. Denn wegen der zwei Baustellenzufahrten, die von der Münsterlandstraße (Bundesstraße 236) in das Gebiet des künftigen Auenparks führen, sei Tempo 30 aus Sicherheitsgründen das angemessene Limit, erklärte Stadtsprecher Malte Woesmann damals. Vor allem, weil LKW aus dem Baugebiet die Fahrbahn verdrecken würden.

Ab Anfang September dieses Jahres galt jedoch von einem Tag auf den anderen wieder Tempo 50, weil der Vertrag mit der Firma, die die Schilder im Auftrag der Stadt Selm aufgestellt hatte, ausgelaufen war. Die Firma nahm ihre Schilder mit.

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Doch Tempo 50 sollte nur so lange gelten, bis die neue Firma neue Tempo-30-Schilder aufstellen würde, hieß es von Seiten des Selmer Stadtsprechers Malte Woesmann. Das ist offenbar jetzt passiert. Aber ganz anders als während der vorherigen Phase des Tempo-30-Limits.

Damals - also im November 2018 - hatte die erste Firma nämlich die Tempo-30-Schilder in einiger Entfernung zu den Baustellenzufahrten aufgestellt. Die ursprünglich wegen Straßenschäden geltenden Tempo-50-Schilder wurden so umgedreht, dass sie nicht mehr galten. Und nun? Jetzt herrscht „Stop and Go“ auf der Münsterlandstraße.

Kein Stau - aber auf der Münsterlandstraße herrscht trotzdem „Stop and Go“

Tempo 50 gilt nur für eine kurze Strecke. Dann bremsen in beiden Fahrtrichtungen Tempo-30-Schilder vor der zweiten Baustellenausfahrt die Verkehrsteilnehmer wieder aus. © Arndt Brede

Und das funktioniert so: Wer von den Kreisverkehren Sandforter Weg beziehungsweise Olfener Straße in die Münsterlandstraße einbiegt, darf zunächst mal 50 Stundenkilometer schnell fahren. Kurz vor der ersten Baustellenzufahrt steht dann ein Tempo-30-Schild. 200 Meter weiter gilt dann per Schild wieder Tempo 50. Wiederum 200 Meter weiter steht das nächste Tempo-30-Schild, nämlich vor der zweiten Baustellenzufahrt. Folge: Motorisierte Verkehrsteilnehmer geben zunächst Gas, bremsen dann auf 30 km/h ab, beschleunigen dann auf 50 kn/h, um wenig später wieder auf Tempo 30 runterzubremsen. „Stop and Go“ wie es im Buche steht.

Warum die Situation so ist, hat die Redaktion versucht, herauszufinden. Ergebnis: Eine Antwort, die das Tempo-Wirrwarr erklärt, gibt es nicht. Auf eine entsprechende Anfrage an Stadtsprecher Malte Woesmann am Mittwoch, 2. Oktober, antwortete dieser, die zuständigen Mitarbeiter seien nicht im Büro. Freitag habe die Verwaltung geschlossen. Eine Antwort gebe es erst in der kommenden Woche.

Wir bleiben dran.

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