Kampf gegen Raser: Kreis Unna will auf Cappenberger Damm stärker durchgreifen

dzCappenberg

Auf dem Cappenberger Damm wird gerast. Das hat eine Messung belegt, für die sich die Anwohner eingesetzt hatten. Nach knapp einem Monat steht jetzt fest, wie der Kreis reagieren will.

Cappenberg

, 16.08.2019, 11:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vielleicht eine bauliche Einengung? Oder eine stationäre „Blitze“? Mitte Juli hatten die Verantwortlichen des Kreises Unna noch offen gelassen, wie sie mit dem Messergebnis umgehen würden. Das bestätigt deutlich, was die Anwohner schon immer ahnten: Auf dem Cappenberger Damm wird gerast.

Eine Woche lang hatte der Impactor - so heißt die graue, unscheinbare Messkiste, die an einem der Straßenbäume hing - die Zahl der Fahrzeuge und ihre Geschwindigkeit erfasst. Das Ergebnis: Bei 26 Prozent aller Fahrzeuge zeigte der Tacho mehr als 58 Stundenkilometer - und das auf einer Straße innerhalb geschlossener Ortschaft, wo nur 50 erlaubt sind.

Kampf gegen Raser: Kreis Unna will auf Cappenberger Damm stärker durchgreifen

Dieser graue Kasten hatte eine Woche lang das Tempo von Autos auf dem Cappenberger Damm gemessen - mit einem deutlichen Ergebnis. © Sylvia vom Hofe

„Wir geben da bei diesen Messungen schon extra etwas drauf“, sagt Michael Arnold von der Bußgeldstelle des Kreises Unna. Trotz dieses Toleranzwertes von acht Stundenkilometern extra fällt das Ergebnis für den Cappenbeger Damm (L 810) immer noch deutlich aus: „Überdurchschnittlich zu schnell“ führen dort die Autos - und das, obwohl ein Schild am Ortseingang aus Richtung Nordkirchen kommend schon jetzt immer auf Radarkontrollen hinweist.

Eine Warnung, die sich bei Ortskundigen abgenutzt hat. Denn Radarkontrollen sind dort eher die Ausnahme. Das wird sich jetzt ändern. „Die Stelle am Cappenberger Damm nehmen wir jetzt auf in unsere Liste mit Messstellen“, sagt Michael Arnold. Wenn demnächst ein VW Caddy an der Straße parkt, empfehle es sich umso mehr, das Tempo kritisch zu überprüfen. Kreisweit sind drei solcher Caddys im Einsatz an 400 verschiedenen Messpunkten, davon mehr als 20 in Selm - und jetzt auch einer am Cappenberger Damm.

Starenkasten kommt nicht in Frage

Wann zum ersten Mal „geblitzt“ werde, kann Arnold nicht sagen. Dafür aber etwas anderes: Dass ein stationärer Starenkasten nicht in Frage kommt. „Dafür müsste es sich um einen ausgewiesenen Unfallschwerpunkt handeln“, erklärt der Fachmann vom Kreis Unna. Das ist aber laut Kreispolizeibehörde nicht der Fall.

Und was wäre mit baulichen Maßnahmen wie Einengungen oder eine andere Tempobremse? Die Gelegenheit erscheint gerade günstig, weil die L 810 in Cappenberg auf einer Strecke von 4,3 Kilometern unter Vollsperrung ausgebaut werden soll. Anfang September erfolgt die Vergabe des Millionen-Auftrags. Danach sollen die Arbeiten schnell beginnen. Aber weiß der Landesbetrieb Straßen NRW überhaupt von den neuen Erkenntnissen des Kreises Unna? Ja, aber, lautet die Antwort.

„Die Kommunikation zwischen den Behörden klappt“, sagt Joachim Kaminski vom Landesbetrieb Straßen NRW. Dass es dennoch zu keinen baulichen Veränderungen in der Ortslage kommen wird, hat andere Gründe.

Baumaßnahmen in der Ortsmitte sind nicht geplant

„Die Ortslage fällt gar nicht in den Sanierungsbereich“, sagt er. Vorher werde saniert (ab der Ortsgrenze zu Lünen, inklusive Brauereiknapp) und nachher (die Strecke bis zur Kreuzung mit der Werner Straße, die zum Kreisel umgebaut werden wird). Der Bereich dazwischen, wo sich zu beiden Seiten ein Haus an das andere reiht, sei aber ausgeschlossen. Und auch gar nicht sanierungsbedürftig. „Dort ist die Fahrbahn in Ordnung“, sagt Kaminski. Und dort sei die Straße auch nur 5,50 Meter breit: zu schmal, um dort noch Verkehrsinseln einzubauen, meint er.

Und was ist mit dem Wunsch der Cappenberger nach einer Querungshilfe auf Höhe des Sportplatzes, wie er zuletzt während der Bürgerversammlung zur Ortsteilentwicklung laut geworden ist? Im Sanierungsplan des Landes ist auch dieser Teil nicht vorgesehen.

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