Kampf gegen Corona: Selmer Kämmerin ruft dazu auf, kranken Nachbarn zu helfen

Coronavirus

Ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankung sind durch das Coronavirus besonders gefährdet. Selmer wollen helfen, damit sie möglichst nicht das Haus verlassen müssen.

Selm

, 14.03.2020, 21:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kämmerin Sylvia Engemann ruft zu mehr Solidarität in Zeiten von Corona auf.

Kämmerin Sylvia Engemann ruft zu mehr Solidarität in Zeiten von Corona auf. © Malte Woesmann/Stadt Selm

Mit einer einfachen Idee sorgte eine Wienerin für viel Resonanz in den sozialen Netzwerken: „Liebe Nachbarn“, schrieb sie auf einen Zettel, den sie im Haus aufhing, „Sollten Sie über 65 Jahre alt sein und ein geschwächtes Immunsystem haben, möchte ich euch unterstützen, gesund zu bleiben“, schrieb sie und bot an, Einkäufe und Besorgungen zu erledigen.

Wer Interesse habe, sollte einen Zettel an die Tür hängen. Eine einfache Hilfe für kranke Menschen oder Menschen in Quarantäne, die in Selm noch nicht gut vernetzt sind - gibt es da ein Angebot der Verwaltung? Das wollte Marion Küpper von den Grünen im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Selm am Donnerstag wissen.

„Das sehe ich so nicht“, sagte Kämmerin Sylvia Engemann. Allerdings sei das Thema Corona eines, bei dem die Solidarität jedes Einzelnen gefragt sei. „Es geht darum, dass nicht jeder auf sich guckt, sondern auch schaut, was er für seinen Nachbarn tun kann.“ Sie glaube, dass sei es, was Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeint habe, als sie am Mittwoch zur Solidarität in der Krise aufgerufen hatte. „Da sind unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz für einander auf eine Probe gestellt“, hatte Merkel in Bezug auf besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen gesagt, die besonders schutzbedürftig seien.

Hilfe organisieren

„Es geht darum, dass wir das zusammen durchstehen. Nur so können wir das durchstehen“, sagt zum Beispiel Figan Ucar-Macit. Die Borkerin organisiert sich zum Beispiel in der Organisation „Schicksalshelfer“, die im Bereich Flüchtlingshilfe aktiv ist und auch einer Selmer Familie geholfen hat, deren Haus durch eine Rakete an Silvester zerstört wurde.

„Durch die Schicksalshelfer könnten wir wieder eine Hilfe organisieren“, sagt Ucar-Macit. Die Borkerin ist Mitglied der SPD und hatte im sozialen Netzwerk Facebook auch einen Aufruf der Partei geteilt, in dem zum Beispiel vorgeschlagen wird, einen Aushang im Hausflur zu machen, auf dem man Hilfe anbietet, oder Whatsapp-Gruppen zu Gründen, wo man diese Hilfe für Schwächere organisieren kann. Das habe auch nichts mit Parteizugehörigkeit zu tun, so Ucar-Macit. Hilfe müsse eine Selbstverständlichkeit sein.

Selmer Ortsverein kündigt Hilfe an

Eine Hilfsaktion hatte auch der Selmer Ortsverein der Familien-Partei angekündigt. „Sei es beim Einkaufen, beim Gassi gehen mit dem Hund oder anderen Aufgaben im Alltag, wo Unterstützung gefragt ist“, heißt es in einer Mitteilung der Partei. Wer die Hilfe in Anspruch nehmen möchte, könne sich unter der Adresse kummerkasten@ik-selm.eu melden.

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