Jugendliche und Alkohol: In Selm laufen Dreharbeiten für einen Film zum Thema

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Jugendliche trinken an der Burg Botzlar, ein Filmteam ist dabei und filmt die Szene. Was ist da los? Das Team Jugendförderung der Stadt Selm erklärt ein besonderes Projekt.

Selm

, 15.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Eine Flasche Bier oder ein bisschen Hochprozentiger gemischt mit Cola, Limo oder O-Saft in der PET-Flasche: Wenn Jugendliche am Wochenende in der Stadt unterwegs sind, kommt es nicht selten vor, dass sie eins von beidem in der Hand halten, immer mal wieder ein Schlückchen nehmen. Für viele gehört Alkohol zum Wochenende dazu: ein bisschen Spaß, ein bisschen abschalten, ein bisschen feiern.

Eine solche Szene spielt sich an einem warmen Samstag in diesem Sommer auch vor der Burg Botzlar ab: Jugendliche trinken aus Schnapsflaschen, mischen sich Cocktails - tanzen, feiern, sind albern. An diesem Tag ist das allerdings alles nur gespielt. Für einen Film, der gerade unter Selmer Mitwirkung entsteht.

Idee entstand bei Projekt „Alkohölle“

Das erzählt Benedikt Dorth vom Team Jugendförderung der Stadt Selm auf Anfrage der Redaktion. Und erklärt den Hintergrund für das Video-Projekt: Seit vielen Jahren organisiert das Team in Zusammenarbeit mit der Alkoholselbsthilfegruppe um Wolfgang Pätsch die Projektwoche „Alkohölle“ mit Schülern verschiedener Jahrgänge in Selm.

Dazu gehören natürlich viele Infos und Gespräche, aber auch ein Theaterstück und das Zeigen eines Videos. Gerade dieses Video komme immer gut an. Jedoch nutzt er Benedikt Dorth hier das kleine Wörtchen „aber“: „Man sieht mittlerweile, dass der Film schon etwas älter ist“, sagt er. Die Jungs haben Haarschnitte, die heute kein Jugendlicher mehr hat, die Mädels tragen unmoderne Kleidung. Aus diesen Beobachtungen entstand die Frage, ob es nicht möglich wäre, einen neuen Film zu drehen.

Jugendliche und Alkohol: In Selm laufen Dreharbeiten für einen Film zum Thema

Das Medienprojekt Wuppertal dreht mit Jugendlichen aus Selm einen Film zum Thema Alkohol. © Jürgen Weitzel

Das Medienprojekt Wuppertal, das auch für den älteren Film verantwortlich war, war von der Idee sofort begeistert, erzählt Benedikt Dorth. Und auch für die Finanzierung fand sich eine Lösung: Es wird zu 80 Prozent aus dem Landesjugendplan, also mit Landesmitteln, finanziert.

Erster Dreh am 1. Mai am Cappenberger See

Nachdem das geklärt war, stand im vergangenen Monat der konkreten Umsetzung des Projektes nichts mehr im Wege. Es heißt: „Alko-Traum“. „Am 1. Mai war erster Drehtag“, sagt Benedikt Dorth. Das Team vom Medienprojekt war da mit den Jugendlichen aus Selm am Cappenberger See. Da spielt das Thema Alkohol ja immer eine Rolle. „Es soll in dem Film nicht darum gehen, Alkohol nur negativ darzustellen. Er soll Licht und auch Schatten zeigen und Jugendlichen helfen, Grenzen abzustecken“, erklärt Benedikt Dorth. Dazu soll am Ende ein Dokumentarteil gehören mit Interviews, die unter anderem am Cappenberger See entstanden sind, und ein fiktiver Teil, den die Jugendlichen jetzt vor der Burg Botzlar gedreht haben.

Schüler aus dem Förderzentrum und vom Gymnasium

Auch in das Schreiben des Drehbuchs waren die Jugendlichen aus Selm involviert: Sie hatten vorab ihr Interesse an dem Projekt angemeldet und gestalten es nun mit. Mit dabei sind Jugendliche aus dem Jugendnetz Selm und von der Mediengruppe Selm.

„Ich finde vor allem super, dass das so eine gemischte Truppe ist. Es waren Schüler vom Jugendzentrum Nord genauso dabei wie vom Gymnasium“, so Benedikt Dorth. Die Jugendlichen seien von Anfang an mit viel Spaß, aber auch mit einer guten Portion Ernsthaftigkeit bei der Sache, sagt er. „Bei dem Thema ist es natürlich auch wichtig, erst mal Vertrauen aufzubauen, damit die Jugendlichen sich auch öffnen können und von ihren eigenen Erfahrungen erzählen.“

Jugendliche und Alkohol: In Selm laufen Dreharbeiten für einen Film zum Thema

Das Projekt heißt "AlkTraum" und soll Licht- und Schattenseiten des Rauschmittels beleuchten. © Jürgen Weitzel

Es wird noch weitere Drehtage in Selm geben, außerdem dauert die Postproduktion natürlich auch noch etwas. Wenn der Film dann aber fertig ist, so erklärt es Benedikt Dorth, wird es eine richtige Filmpremiere im Bürgerhaus der Stadt Selm und in einem Kino in Wuppertal geben. Und wenn dann das nächste Mal das Projekt „Alkohölle“ in Selm läuft, gehört er mit Sicherheit auch zum Programm.

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