Warum das Jobcenter Büroräume sucht aber noch nicht für das Haus der Wirtschaft zusagt

dzHaus der Wirtschaft

Ob das Jobcenter in das Haus der Wirtschaft ziehen wird, sei noch nicht sicher. So hieß es bei der Grundsteinlegung für das neue Wohn- und Geschäftshaus auf dem Campus-Platz. Wo hakt es?

Selm

, 01.09.2019, 11:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Jobcenter des Kreises Unna sucht Büroräume in Selm. Das ist kein Geheimnis. Dafür hatte die gemeinsame Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit und des Kreises Unna bereits eine Anzeige geschaltet. Im gerade im Bau befindlichen Haus der Wirtschaft wäre jede Menge Platz - dennoch hat das Jobcenter noch nicht zugesagt, einziehen zu wollen.

Bei der feierlichen Grundsteinlegung für das Haus der Wirtschaft vor zwei Wochen hatte Andreas Zaremba, Vorstand des Bauvereins zu Lünen, vorgestellt, wer alles in den stattlichen, Neubau auf der Ecke zwischen Campus-Platz und Kreisstraße einziehen wird: die Sparkasse an der Lippe und der Pflegedienst Mia mit Büro und zwei Pflegegruppen. Weitere feste Mieter nannte Zaremba noch nicht: noch keinen Gastronomiebetrieb und keine weiteren Einrichtungen der Wirtschaft - wie dem Jobcenter. Das hat Gründe.

Es gibt zwei Termine, an denen die Entscheidung fallen kann

„Wir stecken mitten im Vergabeverfahren“, sagt Christian Scholz, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters: ein vorgeschriebenes bürokratisches Verfahren, das seine Zeit in Anspruch nehme. „Darüber muss unsere Trägerversammlung entscheiden“, sagt Scholz: ein je zur Hälfte mit Vertretern der Agentur für Arbeit und des Kreises besetztes Gremium, das etwa viermal im Jahr tage. „Das nächste Mal am 10. Oktober.“ Vielleicht falle dann schon ein Beschluss. „Wenn nicht, dann aber am 19. Dezember.“ So viel stehe nämlich inzwischen fest: „Diese Frage wird in diesem Jahr entschieden“ - auch, weil das Jocbcenter eine neue Bleibe braucht.

Bislang befinden sich die Räume des Jobcenters im Amtshaus in Bork: die Anlaufstelle für Männer und Frauen aus Selm, die mehr als ein Jahr arbeitslos sind oder aus anderen Gründen Hartz IV beziehen. Das Mitarbeiterteam gewährt dort Leistungen nach SGB II und eröffnen den Betroffenen Perspektiven und Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt künftig aus eigenen Mitteln und Kräften, langfristig zu bestreiten. Diese Anlaufstelle kann dort nicht bleiben. 9,5 Stellen entfallen auf den Bereich Leistungsgewährung, 7,5 auf „Markt und Integration“.

Eines ist sicher: Jobcenter bleibt in Selm

Die Stadtverwaltung Selm benötigt selbst den Platz. Deshalb habe das Jobcenter ja per Anzeigen in Selm nach neuen Räumen gesucht, so Scholz. Denn dass die Einrichtung in Selm präsent bleiben wolle sei unstrittig. Selm ist der fünfte Standort im Kreis neben der Zentrale in Unna.

Welche Argumente für die Mitglieder der Trägerversammlung entscheidend sind und ob neben den neuen Büros im Haus der Wirtschaft noch andere Objekte im Rennen sind, will Scholz nicht öffentlich machen.

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