Diese kleine Maus hat offenbar Glasfaserkabel im Verteilkasten der Telekom in der Funnenkampstraße angefressen. Folge: Internetausfälle ringsherum. © Arndt Brede
Netzabbruch

Internetausfall in Selm: Kleines Tier legt Verteilerkasten lahm

Seit Montagmorgen, 8. Februar, gibt es in Teilen der Selmer Altstadt Ausfälle beim Internet. Nichts geht mehr auf normalem Weg. Ist das Wetter die Ursache? Nein. Sie ist kleiner. Viel kleiner.

Als am Montagmorgen, 8. Februar, Selmer versuchten, zu Hause ins Internet zu kommen, sei es per Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone, mussten sie feststellen: Es geht nicht. „Keine Internetverbindung“, signalisierten die Endgeräte.

Was war geschehen? Auf Fragen bei Hotlines von Internet-Anbietern erhielten Kunden Antworten wie „Es laufen derzeit Wartungsarbeiten; wir bitten um Geduld“. Die Geduld müssen die Betroffenen nach wie vor aufbringen. Denn auch am Dienstag tat sich nichts. Wobei, etwas hat sich getan. Die Suche nach der Ursache nämlich.

Die Redaktion hat am Dienstag zwei Provider angerufen, von denen wir wissen, dass ihre Kunden betroffen sind: die Telekom und Vodafone. Die Vodafone-Pressestelle meldete, dass zwei Kunden nach ihrer Kenntnis betroffen seien. Anders bei der Telekom. Pressesprecher Dirk Becker meldete auf Anfrage dieses: „Ich kann Ihnen bestätigen, dass es seit Montag, 8. Februar, circa 6.30 Uhr eine Störung in Selm gibt. Dieses betrifft unser Multifunktionsgehäuse, auch Verteilkasten genannt, in Selm in der Funnenkampstraße 1. Von der Störung sind rund 120 Kunden betroffen.“

Einige der Kabel sind regelrecht ausgefranst.
Einige der Kabel sind regelrecht ausgefranst. © Arndt Brede © Arndt Brede

Konnte er zunächst die Ursache nicht herausfinden, kam später die Information, dass es zwar nur eine kleine Ursache, aber eine größere Auswirkung gibt: Ein Netztechniker habe wegen der Störung den Verteilkasten begutachtet. Was er gesehen habe, war eine kleine Maus, die im Verteilkasten offenbar Schutz vor der Kälte gesucht habe. Dieses kleine Tierchen hat Kabel angefressen. Und damit die Internetausfälle rund um den Verteilkasten verursacht.

Reparatur für Mittwoch vorgesehen

Nun könne aber ein Netztechniker die entsprechenden Reparaturen nicht vornehmen, sagt Dirk Becker. „Dazu benötigt man speziell ausgebildete Glasfasermonteure.“ Und die rücken im Laufe des Mittwochvormittags, 10. Februar, an. Das sei jedenfalls der Plan, sagt der Telekom-Sprecher. Das entsprechende Equipment habe der Trupp auf einem 3,5-Tonnen-Wagen. Die Dauer des Reparatureinsatze hänge davon ab, wie viele Glasfaser-Kabel durchgebissen seien und wie viel Technik im Multifunktionsgehäuse beschädigt sei. Voraussichtlich sei die Reparatur im Laufe des Mittwochs erledigt.

„Wir haben bereits zwei Mal einen Schädlingsbekämpfer zur Hilfe gerufen.“

Dirk Becker, Telekom-Sprecher

Es war nicht der erste Angriff auf dieses Multifunktionsgehäuse (MFG), erklärt Becker. „Wir haben bereits zwei Mal einen Schädlingsbekämpfer zur Hilfe gerufen und das Multifunktionsgehäuse soweit es geht fachmännisch versiegeln lassen. Zudem haben wir Fallen rund um das MFG verteilt. Leider wollen die Mäuse bei diesen Temperaturen ins Warme. Dabei schaffen sie es, Fallen zu umgehen und auch wenige Zentimeter dickes Plastik hält sie nicht auf. Im Innern des MFG zerfressen sie unsere Glasfaserkabel und verursachen dadurch die Störungen. Von diesen sind leider auch Vodafone-Kunden betroffen, die teilweise über dieses MFG versorgt werden.“

„Solche Gehäuse können wir nicht aus Stahl bauen, damit keine Schädlinge eindringen“, sagt Becker. „ Wenn die Gehäuse aus Stahl gebaut würden, würde es im Sommer im Inneren zu heiß werden und die Technik würde deswegen ausfallen.“ Die Gehäuse seien zwar versiegelt, können aber nicht komplett geschlossen werden, „weil ein gewisser Luftzug rein muss, damit die Kabel nicht zu feucht werden“.

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