Insolvenzverfahren bei Polenz: Die Zeichen stehen auf Übernahme

Polenz-Insolvenz

Das Insolvenzverfahren gegen die Metall-Design-Manufaktur Polenz GmbH & Co. KG hat für Aufsehen gesorgt. Viel schien unklar. Jetzt ist der Weg des Unternehmens vorgezeichnet.

Selm

, 10.01.2020, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Insolvenzverfahren bei Polenz: Die Zeichen stehen auf Übernahme

Die Zukunft der Metall-Design-Manufaktur Polenz - hier mit Chef Jürgen Polenz (hinten) - könnte über die Übernahme durch einen Investor gesichert werden. © Beate Nießen (A)

Kurz vor Weihnachten 2019 ist in dem Insolvenzeröffnungsverfahren der international renommierten Metall-Design-Manufaktur Polenz aus Lüdinghausen die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet worden. Seitdem führt der vom Amtsgericht Münster zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt

Stephan Michels aus Münster den Geschäftsbetrieb fort.

Michels und sein Team verschaffen sich derzeit einen Überblick über die wirtschaftliche Situation der Metall-Design-Manufaktur und prüfen Sanierungsoptionen. Eine der ersten Handlungen sei es gewesen, das Insolvenzgeld für die 65 Beschäftigten zu beantragen, lässt Michels über seinen Pressesprecher Holger Voskuhl (rw konzept GmbH) mitteilen. Es sei bereits genehmigt.

Vorhandene Aufträge werden bearbeitet

Aktuell arbeitet Michels demnach daran, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und vorhandene Aufträge zu bearbeiten.

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In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Die Geschäftsführung wird gemeinsam mit Rechtsanwalt Michels kurzfristig einen geordneten Investorenprozess einleiten, erste Interessenten haben sich bereits gemeldet.“

Investor könnte Betrieb weiterführen

Was das konkret bedeutet, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter so: „Polenz stellt sehr gute kreative Produkte aus Metall her und hat international einen guten Ruf. Ich sehe Chancen, dass wir uns in den kommenden Wochen mit einem Investor auf die Übernahme des Unternehmens einigen können, der Polenz weiterführt“, sagt Michels. Mehr könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen,

dafür sei es noch zu früh.

Die Beschäftigten sind laut Holger Voskuhl bereits auf einer Informationsveranstaltung vom vorläufigen Insolvenzverwalter über die aktuelle Situation informiert worden.

Noch am Mittwoch, 8. Januar, hatte der Geschäftsführer des Unternehmens, Jürgen Polenz, auf die Frage, ob künftig neue Partner mit ins Boot geholt werden müssten, geantwortet: „Das wird bestenfalls nicht nötig sein.“ Da sei er optimistisch.

„Beinchen gestellt“

Als Ursache für das Insolvenzverfahren hatte er eine nicht geleistete Zahlung genannt. Dieser Betrag hätte laut Polenz allerdings problemlos gezahlt werden können, aber: „Ich war in Urlaub.“ Und so sei der Stein ins Rollen gekommen.

„Mir wurde aus vollem Lauf ein Beinchen gestellt“, beschreibt der Unternehmer die Situation, die „von außen“ gesteuert worden sei. Er sei überzeugt: „Die Firma wird weiter existieren.“ Daran werde in intensiven Gesprächsrunden gearbeitet.

Polenz ist weltweit tätig, hat aber auch in unserer Region Spuren hinterlassen. Etwa durch Kunstwerke auf Kreisverkehren auch in Selm und Lüdinghausen.

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