Insa Behrens hat jetzt ein ganz starkes Argument für den Klimanotstand in Selm

dzKlimanotstand

Wenn Insa Behrens und Bürgermeister Mario Löhr über das Thema Umwelt sprechen, geht es schnell um die Ausrufung des „Klimanotstands“. Jetzt hat die junge Frau ein ganz starkes Argument.

Selm

, 27.08.2019, 12:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stolze 1289 Unterschriften hat Insa Behrens für ihr Ziel gesammelt, auch in Selm den Klimanotstand auszurufen. „So viele wie in Münster“, sagt die junge Frau. In ihren Worten schwingt beim Treffen mit Bürgermeister Mario Löhr am Montagnachmittag (26. August) auch ein wenig Stolz mit. Auf das Ergebnis. Vor allem aber darauf, dass das Thema offensichtlich bei vielen Selmern angekommen ist.

Allerdings gibt es einen „kleinen“ Wermutstropfen. Längst nicht alle Unterschriften stammen von Bürgern dieser Stadt. Aber immerhin knapp 900 Selmerinnen und Selmer haben unterschrieben. Mehr als genug, um die Politikerinnen und Politiker in die Pflicht zu nehmen. „In der nächsten Sitzung des Umweltausschusses am 17. September wird es auf der Tagesordnung stehen“, sagt Löhr bei dem knapp einstündigen Treffen im Rathaus.

Bürgermeister Mario Löhr zeigt klare Kante

Der Bürgermeister macht zugleich deutlich, welche Position er in der Sache vertritt. Das Thema Umwelt sei sehr wichtig, das Engagement von Insa Behrens auch absolut lobenswert, doch den Klimanotstand müsse Selm nicht ausrufen. Die Stadt wolle und werde handeln und sich für das Klima einsetzen, sagt Löhr und kündigt Initiativen wie bessere Busverbindungen für das Jahr 2020 an.

Gibt es bei den Initiativen keine zwei Meinungen, Insa Behrens lobt die Vorschläge ausdrücklich, so ist die junge Frau sichtlich enttäuscht, dass sich Mario Löhr gegen den Klima-Notstand ausspricht. Ihr geht es dabei vor allem um den Symbolcharakter, um das deutliche Signal nach außen. Deshalb kommt sie wiederholt auf den Begriff, überzeugen kann sie den Bürgermeister aber nicht.

Insa Behrens darf ihre Position im Ausschuss deutlich machen

Vielleicht schafft das Insa Behrens aber in der Sitzung des Umweltausschusses. Mario Löhr hat ihr bereits an diesem Montag Rederecht eingeräumt. An Argumenten dürfte es ihr nicht fehlen. Zu den bekannten Aussagen kommt jetzt noch ein ganz aktuelles Thema dazu - die verheerenden Feuer im Amazonas-Regenwald. Sie haben weltweit Menschen aufgeschreckt und sie nochmals nachhaltig auf das Thema Klima gestoßen.

„Was hilft es, wenn wir in Selm alle kein Auto mehr fahren, aber in Brasilien der Regenwald abgeholzt wird?“, sagt dazu Löhr. Und er ergänzt: „Man kann andere Länder nicht bevormunden.“ Doch vor Ort aktiv werden, etwas für das Klima zu tun, das gehe sehr wohl. Als konkrete Beispiele nennt er Baumpflanzprojekte, Fahrradstraßen, Radwege vor allem an neuen Straßen und bessere Nahverkehrsverbindungen - über Kreisgrenzen hinweg. Dabei räumt der Bürgermeister bei den angestoßenen Plänen der Stadt ein, dass erst das große Engagement von Insa Behrens und anderen engagierten Menschen große Dynamik in das Thema gebracht habe.

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