In den meisten Kneipen darf weiter geraucht werden

SELM Seit dem 1. Juli gilt das Rauchverbot in Nordrhein-Westfalen auch für Gaststätten. Welche Auswirkungen es auf die Selmer Kneipen haben wird, werden die Wirte in den kommenden Wochen spüren. Doch die viele haben sich bereits mit dem Gesetz arrangiert - einen Raucherraum eingerichtet.

von Von Stefan Richter

, 07.07.2008, 15:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei Gastwirt Stefan Suer darf an der Theke geraucht werden.

Bei Gastwirt Stefan Suer darf an der Theke geraucht werden.

Stefan Suer, Inhaber der gleichnamigen Gaststätte, ist sicher: „Die Zukunft der kleinen Kneipen, besonders der Eckkneipen, sieht nicht rosig aus“.

 Michael Zupancic von der Gaststätte Krevert pflichtet dem bei. Er weiß noch nicht, ob er seinen Pachtvertrag verlängert: „Man muss das Beste daraus machen, Vater Staat macht was er will“, sagt Zupancic.

Keine flächendeckenden Kontrollen

Heinz Kranemann vom Selmer Ordnungsamt teilte auf Anfrage mit, dass in Selm keine flächendeckenden Kontrollen stattfinden werden, zumal dies schon personell nicht durchführbar sei.

Allerdings werde man bei Beschwerden gezielt darauf in den entsprechenden Gaststätten reagieren und Verstöße gegen das Rauchverbot ahnden. Die Konsequenzen seien aber „einzelfallabhängig“ und reichen von Ermahnungen über Verwarnungen bis zu Bußgeldern beim wiederholten Verstoß gegen die Vorschriften.

Das Gesetz zum Schutz von Nichtrauchern besagt, dass Raucher-Räume unter bestimmten Bedingungen in Gaststätten und Kneipen eingerichtet werden dürfen. Das zuständige Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW erklärt dazu, dass bestimmte Voraussetzungen für die Einrichtung eines Raucher-Raums erfüllt werden müssen.

So muss die Fläche der Nichtraucherräume größer sein als die Fläche der Raucher-Räume. Außerdem ist eine Abgrenzung zwischen dem Raucher- und Nichtraucherbereich in Form einer fest verschließbaren Tür Pflicht.

Laut Ministerium muss bei der Einrichtung von Nichtraucherräumen auch auf die gastronomische Tätigkeit in diesen Räumen geachtet werden. Dies bedeutet, dass es nicht erlaubt ist, einen Bereich zum Nichtraucherbereich zu erklären, wenn dieser nur sehr selten oder nie von Gästen genutzt wird.

Für die Gäste gehört die Zigarette dazu

In den Gaststätten Suer und Krevert und bei Heribert Kalender in der Eckkneipe „Kamphaus“ darf auch in Zukunft geraucht werden. Alle haben den Thekenraum zum Raucher-Raum erklärt. „90 Prozent meiner Gäste sind Raucher“, erklärt Kalender. Und Stefan Suer ist der Meinung: „Die Gäste müssen für sich selber entscheiden, ob sie sich in eine Gaststätte oder Kneipe setzen möchten. Wenn sie es aber tun, dann müssen sie auch die typische Kneipenkultur akzeptieren und zu der gehört nun mal die Zigarette“.

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