Auf dem Hof Spinne läuft die Sommerferienbetreuung. Es ist die erste Aktion auf dem Hof seit Corona. © Marie Rademacher
Ferienbetreuung

Hof Spinne in Selm: Zum ersten Mal seit Corona läuft wieder eine Aktion

Kindergeburtstage, Kurse, Ausflüge für Schulklassen: Auf dem Hof Spinne ist eigentlich immer etwas los. Corona hat das allerdings ausgebremst: Seit März läuft jetzt die erste Aktion.

Mit einer Spur von Aufregung kommen die Mädchen über den Hof gerannt, bleiben vor Petra Blaster-Spinne stehen und stellen eine der Fragen, die man wahrscheinlich nur auf einem Bauernhof hören kann: „Dürfen wir die Schweine kraulen gehen?“

Petra Balster-Spinne lacht – und sagt: „Na klar.“ Die Mädchen rennen direkt weiter in den Stall. Und kraulen wenig später die Rücken von Coco und Chanel. Auf dem Hof Spinne im Buxfort in Selm ist das einwöchige Bauernhof-Ferienprogramm in vollem Gange.

Eigentlich ist das nicht ungewöhnlich für diese Zeit des Jahres: Auf dem Hof Spinne gibt es eigentlich das ganze Jahr über verschiedene Kurse und Veranstaltungen. Schulklassen kommen zu Besuch, Kinder richten ihre Geburtstage dort aus, es gibt verschiedene Jahreskurse mit dem Schwerpunkt Bauernhofpädagogik. Eigentlich. In diesem Jahr war alles anders. Seit dem 16. März, so erklärt es Petra Balster-Spinne, hat es auf dem Hof, auf dem sie und ihr Mann auch noch Landwirtschaft betreiben, keine Aktion mehr gegeben. Der Grund liegt im Jahr 2020 auf der Hand: Corona.

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Sommerferien auf dem Hof Spinne in Selm

„Das Frühjahr ist sonst unsere Hauptsaison“, sagt Petra Balster-Spinne. Bedauern liegt in ihrer Stimme: Die Aufträge, die sie sonst in dieser Zeit bekommen hätte, sind weggefallen. Der wirtschaftliche Schaden, über den auch so viele andere Unternehmer klagen, war entsprechend auch für die Familie Balster-Spinne zu spüren. „Wir sind froh, dass wir mehrere Standbeine haben“, sagt Petra Balster-Spinne.

Erste Aktion auf dem Erlebnis-Bauernhof seit Corona

Froh ist sie aber auch, dass das Programm nun langsam wieder anläuft: Das Ferienprogramm ist die erste Veranstaltung auf dem Hof seit Corona. Petra Balster-Spinne ist eigentlich gelernte Personalberaterin. Bei der Landwirtschaftskammer hat sie sich aber zur Bauernhofpädagogin ausbilden lassen. Außerdem ist sie Naturpädagogin, Märchenerzählerin und befindet sich gerade in der Ausbildung zur Wildnispädagogin, wie sie lächelnd erzählt.

Das Konzept, das sie dieses Jahr für das Sommerferienprogramm ausgearbeitet hat, sieht wegen der Pandemie und den Vorsichtsmaßnahmen etwas anders aus als in den vergangenen Jahren. Es sind mit zwölf Kindern deutlich weniger Kinder da als sonst – da waren es immer rund 30 gewesen. Außerdem müssen die Kinder in diesem Jahr das Mittagessen selbst mitbringen. „Sonst haben wir immer auf dem offenen Feuer zusammen etwas gekocht“, erzählt Petra Balster-Spinne.

Durch Corona sieht das Programm anders aus als sonst

Kontaktspiele hat sie dieses Jahr auch nicht im Programm. „Klar dürfen die Kinder Fußball spielen. Aber sonst haben wir auch schon mal Spiele gemacht, bei denen wir uns an die Hand genommen haben. Das geht dieses Jahr nicht“, sagt sie.

Am Tor zum Hof hängt ein Desinfektionsmittelspender und Hinweisschilder mit der Bitte, Abstand zu halten. Die Regeln halten die Kinder nicht davon ab, jede Menge Spaß auf dem Erlebnis-Bauernhof zu haben. Ob das nun beim Holzhacken ist, beim Insektenbeobachten, beim „Kokeln“ (unter Aufsicht) am Lagerfeuer, beim Führen der Ziege, Striegeln der Esel oder eben beim Kraulen der Schweine.

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Ich mag Geschichten. Lieber als die historischen und fiktionalen sind mir dabei noch die aktuellen und echten. Deshalb bin ich seit 2009 im Lokaljournalismus zu Hause.
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Marie Rademacher

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