Dass Hausärzte in Selm Menschen über 80, die nicht mehr mobil sind, impfen sollen, findet weitere Unterstützung. © dpa picture alliance
Impfungen von über 80-Jährigen

Hausarzt-Impf-Initiative findet in Selm weitere Unterstützung

Der Vorstoß, dass Hausärzte Menschen über 80, die nicht mehr mobil sind, impfen sollen, stößt zwar bisher auf politischen Gegenwind. Ansonsten findet er in Selm weitere Zustimmung.

Die Idee, dass Hausärzte Menschen über 80, die nicht oder nur schwer zum Impfzentrum nach Unna kommen würden, selber impfen sollen, ist in Lünen durch Mediziner Arne Krüger in die Öffentlichkeit gebracht worden. Der Borker Arzt Matthias Schröder fand den Vorstoß gut und sucht sich jetzt für Selm Mitstreiter. Und die finden sich nach und nach.

Die Ärzte Iris Hirschberg, Antje Münzenmaier und Frank Vorspohl haben Schröder bereits Unterstützung signalisiert. Und die Front derer, die die betreffenden Patienten impfen würden, wächst weiter. „Mein Kollege, der niedergelassene Arzt Rainer Hagemann, hat mich angerufen und würde mich auch unterstützen“, berichtet der Borker Arzt Matthias Schröder.

Er freue sich auch, dass Bürgermeister Thomas Orlowski die Initiative der Hausärzte begrüße. Orlowski hatte gegenüber der Redaktion erklärt, er werde sich „beim Kreis Unna und anderen Stellen dafür einsetzen, dass wohnortnahe Angebote auch durch Hausärzte geschaffen werden, um insbesondere älteren Menschen eine Impfmöglichkeit vor Ort anzubieten“. Und zwar, wenn die Impfstoffknappheit überwunden sei. „Es hat nochmal eine andere Qualität, wenn der Bürgermeister Selms anruft, als wenn sich ein kleiner Hausarzt meldet“, sagt Matthias Schröder.

Gefreut habe er sich auch über die Initiative der Selmerin Gerda Bauhaus, die ein Schreiben an NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und den Landrat des Kreises Unna, Mario Löhr gerichtet hat. Das Gesundheitsministerium NRW hatte den Hausarztvorschlag als nicht gewünscht beschieden.

Dr. Arne Krüger, Vorsitzender des Lüner Ärztevereins, der die Ursprungsidee gehabt hat, hatte sich öffentlich Sorgen um Menschen gemacht, die das Impfzentrum in Unna schlicht nicht erreichen können. Hinter ihm stehen Lüner Hausärzte, die vor Ort impfen würden, es aber nicht dürfen. Jetzt gibt es eine gemeinsame Initiative von Ärzten und der Stadt Lünen. In einer Erklärung an NRW-Gesundheitsminister Laumann und die kommunalen Spitzenverbände fordern sie die Unterstützung, um lokale Impfzentren oder Impftage in Lünen anbieten zu können.

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Arndt Brede

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