Handwerk in Selm: Friseure stehen an der Spitze

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Friseursalons soweit das Auge reicht: Oft stehen sie in Selm fast direkt nebeneinander. Doch trotz der großen Konkurrenz haben die Friseure keine Existenzängste.

Selm

, 06.02.2020, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Allein auf der Kreisstraße sind vier Friseure fast direkt nebeneinander. Am Sandforter Weg sieht es ähnlich aus, auch hier kann man sich alle 100 Meter die Haare schneiden lassen. Insgesamt 22 Friseure gibt es nach Angaben der Handwerkskammer Dortmund in Selm.

Das sind vergleichsweise viele. Denn in Selm gibt es so pro 10.000 Einwohner genau 8,5 Friseure. Im Kammerbezirk Dortmund, zu dem auch Selm gehört, gerade einmal 7,9 Friseure. Damit sind die Friseure das Gewerk, das am meisten in Selm vertreten ist - vor den Fliesenlegern (20 Betriebe) und Kfz-Techniker (17 Betriebe).

Selbstständigkeit ist ein hohes Risiko

Eine der Selmer Friseurinnen ist schon seit 35 Jahren im Geschäft: Christiane Schlieker-Steens. Als sie damals mit gerade einmal 22 Jahren ihren Friseursalon „Kamm und Schere“ an der Kreisstraße eröffnete, ging sie ein hohes Risiko ein. Denn damals wie heute gab es viele Friseure in Selm.

„Ich wollte mich schon immer selbstständig machen“, erzählt Schlieker-Steens, die damals die jüngste Meisterin in ganz NRW war. In Selm geboren und aufgewachsen kannte sie viele potenzielle Kunden und kaufte schließlich das Haus, in dem vorher noch eine Kneipe war.

Immer nah am Kunden sein

Bis heute hat die Friseurin nie schlechte Zeiten erlebt. „Man muss authentisch sein und am Boden bleiben“, verrät sie ihr Geheimrezept. Immer nah am Kunden, das ist ihre Devise, die sich seit 35 Jahren bewährt habe.

Handwerk in Selm: Friseure stehen an der Spitze

Im Friseursalon "Kamm und Schere" arbeitet Christiane Schlieker-Steens (Mitte) seit 35 Jahren als Inhaberin zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen Karina Zander (l.), Petra Holterborg (2.v.l.), Petra Peters (2.v.r.), Anja Bartowski (r.) und Roswitha Müller (nicht auf dem Foto). © Viktoria Michelt

Schlieker-Steens hat viele Friseursalons in Selm öffnen und schließen sehen. Allein in den vergangenen zehn Jahren gab es bei der Handwerkskammer Dortmund ganze 16 neue Eintragungen für Friseure in Selm - 13 wurden wieder gelöscht. In der Nachbarstadt Lünen führen Friseure in 2019 sogar die Zahl der Neugründungen an.

Mit dem Trend gehen

Mittlerweile sieht Schlieker-Steens die Konkurrenz von neuen Friseurläden entspannt. „Daran kann man nichts ändern, Hauptsache man hält die Kunden bei sich und geht mit den neusten Trends mit“, sagt die Selmerin. Ihr ist es wichtig, dass ihre fünf festangestellten Mitarbeiterinnen regelmäßig Fortbildungen besuchen.

Mit dem Trend geht auch Ömer Palaoglu. Erst im September hatte er seinen Barbershop an der Kreisstraße eröffnet. „Ein normaler Friseurladen hätte sich nicht gelohnt“, weiß er. Er sei mit seinem Friseurladen „vision hairstyle“ auf der Straßenseite gegenüber zehn Jahre lang zufrieden gewesen. „Aber etwas modernes, wo es hauptsächlich um die jungen Leute geht, das hat Selm noch gefehlt“, sagt er.

Kaum Chancen für neue Friseure

Er glaubt nicht, dass noch mehr neue Friseurläden sich in Selm etablieren können. „Der Ort ist klein und jeder Laden hat seine eigene Kundschaft, da hat man sonst keine Chance“, sagt er. Angst vor der Zukunft hat auch Palaoglu nicht. „Wir sind gut, das kann ich nach zehn Jahren Erfahrung und einem gutem Team im Rücken jetzt endlich sagen.“

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