Großansiedlung in Selm: Planverfahren und Kaufverhandlungen laufen parallel

dzGewerbegebietserweiterung

Wenn es nach der Selmer Stadtspitze geht, wird eine neue Ansiedlung an der Werner Straße Hunderte neuer Arbeitsplätze nach Selm bringen. Wie ist der Stand der Dinge?

Selm

, 08.07.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was in nicht allzu ferner Zukunft viele Arbeitsplätze nach Selm spülen soll, braucht genaue Vorbereitung. Das Unterfangen trägt den prosaischen Titel „Bebauungsplan Nr. 90 ,Östliche Erweiterung des Industriegebietes Werner Straße‘ in Selm“. Dahinter steht das Bemühen, einem potenten Investoren die Gelegenheit zu geben, sich auf einer rund 13,5 Hektar großen Fläche nordöstlich des Kreisverkehrs Neue Werner Straße/Zeche-Hermann-Wall anzusiedeln.

Die Stadtverwaltung und die Politik haben dazu eine Änderung des Flächennutzungsplans vorangetrieben, mit der die bisherige „Fläche für die Landwirtschaft“ in „gewerbliche Baufläche“ umgewandelt werden kann. Diese Planänderung wird jetzt nach Beschluss des Rates öffentlich ausgelegt.

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Auch der Entwurf des Bebauungsplans, mit dem Planungsrecht geschaffen werden soll, wird jetzt öffentlich ausgelegt. Auf Anfrage der Redaktion erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann, mit dem Satzungsbeschluss, also dem finalen politischen Akt, sei zum Ende des Jahres zu rechnen.

Wann könnten die ersten Bauarbeiten des Haustechnikunternehmens Cordes & Graefe - um diesen Investor handelt es sich nämlich - starten? „Das kann erst nach erfolgtem Satzungsbeschluss und der nötigen Erschließung erfolgen“, sagt Malte Woesmann. „Das Zeitfenster ist hierfür das Jahr 2021.“

WfG führt Kaufverhandlungen

Bis dahin sind aber noch Grundstücksverhandlungen mit dem Eigentümer der Fläche zu führen. „Der Kauf wird über die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Unna abgewickelt“, erklärt der Stadtsprecher.

Anruf der Redaktion bei Dr. Michael Dannebom, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) Kreis Unna: „Wie ist denn der Stand der Dinge bei den Grundstücksverhandlungen?“ „Erst muss alles in trockenen Tüchern sein“, sagt Dannebom. „Wir sind aber in guten Gesprächen mit den Eigentümern.“ Zunächst müssten die Grundlagen geschaffen sein. Dazu gehören eben die entsprechenden politischen Beschlüsse. „Ohne Planungsrecht machen wir auf einem solchen Grundstück gar nichts.“

Wenn alle Formalia abgearbeitet werden und wenn dann der Bebauungsplan vom Rat beschlossen sei und wenn alle Grundstücksverhandlungen abgeschlossen seien, stehe einem Erschließungsbeginn nichts entgegen. Einen Zielzeitraum definierte der WfG-Chef auf Anfrage nicht. Er sehe aber, was die Verfahren bis zum Planungsrecht betreffe, „keine Dinge, die da entgegen stehen“.

Beteiligte „mit gutem Willen dabei“

Ähnlich, wenn auch anders gelagert, sehe es in Sachen Grunderwerb aus. „Da muss aber erst die Tinte unter den Kaufverträgen trocken sein. Wir müssen ja erst Eigentümer sein, bevor wir die Fläche weiter verkaufen können.“ Die Verhandlungen laufen, sagt Dannebom. Es gehe auch darum, Ersatzflächen zu schaffen. „Alle Beteiligten sind mit gutem Willen dabei.“

Die WfG sei sehr bestrebt, „diese große, arbeitsplatzintensive Ansiedlung für die Stadt Selm zu platzieren“. „Wir werden alles tun, das zu realisieren und ich bin zuversichtlich, dass wir das auch schaffen.“ Es sei jedoch immer eine besondere Situation, „wenn man den Investor schon im Nacken spürt und noch nicht die planungsrechtlichen und grunderwerbstechnischen Dinge unter Dach und Fach hat“, sagt der WfG-Chef.

Die Eigentümer der Fläche wollten auf Anfrage der Redaktion - ebenso wie Michael Dannebom - keine Stellungnahme zu Details beim Stand der Verhandlungen abgeben.

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