Spaziergängerin findet Granaten an Baum im Cappenberger Wald - laute Sprengung

Kampfmittelräumdienst

Ein lauter Knall war am Mittwochabend (9. September) im Cappenberger Wald zwischen Selm und Werne zu hören. Eine Spaziergängerin hatte dort vorher am Nachmittag fünf Granaten gefunden.

Selm, Werne

, 10.09.2020, 12:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Cappenberger Wald zwischen Selm und Werne sind am Mittwoch Granaten gefunden worden. Sie wurden am Abend gesprengt.

Im Cappenberger Wald zwischen Selm und Werne sind am Mittwoch Granaten gefunden worden. Sie wurden am Abend gesprengt. © Günther Goldstein

Eigentlich wollte die Spaziergängerin am Mittwochnachmittag im Cappenberger Wald Pilze sammeln. Gefunden hat sie allerdings etwas anderes: fünf rostige Granaten, die an einem Baum lehnten. Das bestätigten am Donnerstag auf Anfrage der Redaktion sowohl die Polizei als auch die Bezirksregierung in Arnsberg, bei der der Kampfmittelräumdienst ansässig ist.

Die Spaziergängerin tat in der Situation genau das Richtige: Sie wandte sich kurz nach ihrem Fund gegen 16 Uhr sofort an die Polizei. „Sie ist auf die Wache nach Werne gefahren und hat den Kollegen dort von ihrem Fund berichtet“, erklärt Polizeisprecher Christian Stein. Die Beamten fuhren mit der Frau zur Fundstelle - etwa auf Höhe der Gaststätte Mutter Stuff im Kohuesholz, 50 bis 150 Meter in den Wald hinein. Die Polizei, so erklärt es Stein, sperrte die Stelle ab und verständigte das zuständige Ordnungsamt der Stadt Werne und den Kampfmittelräumdienst.

Das bestätigt auch Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung auf Anfrage der Redaktion. Bei den gefunden Granaten habe es sich um Panzer- und Sprenggranaten gehandelt. Vom Kaliber 8,8 beziehungsweise 9,5, etwa 15 bis 30 Zentimeter lang. „Das waren jetzt also keine riesigen Geschosse“, so Christoph Söbbeler. Trotzdem aber natürlich sehr gefährliche Munition, „Überbleibsel“ aus dem Zweiten Weltkrieg.

Wie kamen die Granaten an diese Stelle?

Wie es sein kann, dass solche Granaten wie diese im Wald einfach an einem Baum lehnen? Sonst wird alte Kriegsmunition ja eher unter der Erde gefunden, oder? Dazu kann Christoph Söbbeler keine Angaben machen, sagt er. Es werde keine Statistik zur Auffindesituation geführt. Wie die Granaten an die Stelle gekommen sei, darüber könne man nur spekulieren.

Wichtig sei es am Mittwochnachmittag, der langsam zum Abend wurde, gewesen, schnell zu reagieren. Von 19 Uhr bis kurz vor Mitternacht war der Kampfmittelräumdienst in Selm vor Ort - und entschied sich, die Granaten vor Ort kontrolliert zu sprengen, wie Christoph Söbbeler erklärt.

Lauter Knall: Kampfmittelräumdienst sprengte die Granaten

Während das Finden von Granaten eine Alltäglichkeit für Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes ist, ist eine solche Sprengung schon etwas besonderes, sagt er. Der Mitarbeiter vor Ort sei folgendermaßen vorgegangen: Er habe ein Loch gegraben - circa einen halben Meter tief. Darin hat er die Granaten positioniert und gezündet. Ein lauter Knall müsste in Selm und Werne wahrnehmbar gewesen sein. Außerdem hatte die Polizei zwischen 20.40 und 21 Uhr die Selmer Landstraße neben dem Wald für den Verkehr gesperrt.

Christoph Söbbeler von der Bezirksregierung ist es wichtig, noch mal auf den Sicherheitsaspekt bei solchen Funden hinzuweisen: „Wenn jemand beim Spazierengehen, beim Joggen sonst wie eine Entdeckung wie diese macht, ist es ganz wichtig, dass er die Polizei oder die Feuerwehr informiert und den Standort durchgibt. Und dass er sich dann ganz schnell von dem Ort entfernt“, betont Söbbeler. Keinesfalls solle man den Fund hin- und herschieben und genauer untersuchen. „Das sollte man wirklich niemals tun. Das könnte sonst verheerend enden.

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