Geplantes Hotel in Selm: Corona-Krise bringt Stadt in eine Warteschleife

dzHotelneubau

Als Bürgermeister Mario Löhr beim Neujahrsempfang verkündete, es gebe bald ein 100-Betten-Hotel in Selm, war das eine Knallernachricht. Die Anfangseuphorie ist nicht weg, aber gedämpfter.

Selm

, 11.06.2020, 21:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Hotel mit 100 Beten für Selm. Klingt herausfordernd. Wer kommt als Investor, in Frage? Wer würde überhaupt ein solches Hotel aufsuchen? Wo ist ein Bauplatz? Faktoren, die bedacht werden wollen. Fragen, die auf Antworten warten. Normalerweise.

In Selm gibt es Antwort auf alle drei Fragen. Investor ist Projektentwickler Georg Eskes. Der ist sich sicher, dass neben Touristen, die im Selmer Hotel übernachten würden, um von dort aus die touristischen Schönheiten in Selm und der näheren Umgebung zu erkunden, auch Messebesucher aus Dortmund kommen würden, falls in Dortmund Bettenknappheit herrscht. Aus Gesprächen mit der heimischen Wirtschaft weiß er außerdem, dass die Unternehmen für auswärtige Kunden händeringend Übernachtungsmöglichkeiten suchen. Das alles hat er so der Redaktion dargelegt.

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Auch der Bauplatz steht fest. Es ist die Fläche, auf der jetzt das 4Elements mit seinem Hallenbad steht. Das soll abgerissen und - so ist es im Gespräch - durch ein neues Hallenbad an der Badestraße neben dem Bürgerfreibad ersetzt werden. So sieht es das Bäderkonzept vor. Georg Eskes hat gegenüber der Redaktion jedoch eingeräumt, dass der Stadt Selm wegen der Corona-Krise Gewerbesteuereinnahmen wegbrechen und somit die finanziellen Mittel fehlen, um das Bäderkonzept umzusetzen. Der Bauplatz steht also noch nicht für ein Hotel zur Verfügung. Was tun?

Stadtspitze ist „positiv gestimmt“

Die Antwort ist: Hoffen. Auf Konjunkturpakete des Bundes und des Landes für die wegen der Corona-Krise finanziell klammen Kommunen. Darin ist er sich mit Selms Stadtspitze einig. Stadtsprecher Malte Woesmann erklärt auf Anfrage der Redaktion: „Die Stadtverwaltung Selm kann die Aussagen von Herrn Eskes bestätigen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist eine Situation eingetreten, die nun neue Planungen und Überlegungen erforderlich macht. Darüber ist der Ältestenrat informiert worden. Wir müssen für einen Neubau eines Bades auf ein Förderprogramm hoffen.“ Wie stehen die Chancen? Woesmanns Antwort ist eher kryptisch: „Aufgrund von politischen Aussagen ist man hier positiv gestimmt.“

Weitere Schritte diskutieren

Das ist in naher Zukunft zu erwarten: „Zunächst wird in Kürze der Arbeitskreis Bäderlandschaft und auch der Förderverein Freibad Selm zu einem Gespräch eingeladen, um die weiteren Schritte zu diskutieren.“

Investor Georg Eskes hat gegenüber der Redaktion aber trotz der zeitlichen Verzögerung versichert, er stehe zum Standort Selm und zum Projekt Hotelneubau.

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