Geduldsprobe für Kinder: Warum alle Spielplätze im Wohngebiet Rauher Busch gesperrt sind

dzSpielplätze

Mila (8), Lea (8) und die anderen Kinder vom Rauhen Busch haben ein Problem. Der Spielplatz Brentanostraße ist gesperrt, der letzte Spielplatz weit und breit. Es gibt aber Hoffnung.

Bork

, 07.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Das rot-gelbe Flatterband am Zaun ist schon von Weitem zu sehen. „Vorsicht“ ist darauf zu lesen. Und: „Allergiegefahr durch Eichenprozessionsspinner!“ Dass es sich dabei um haarige Raupen handelt wissen Lea Stiegler (8) und ihre gleichaltrige Freundin Mila Becker. „Diesen Tieren darf man nicht zu nahe kommen“, erklärt Mila. Dass die Stadt ihren Lieblingsspielplatz mit den fünf hohen Eichenbäumen deshalb gesperrt hat, verstehen die Zwei. Etwas anderes aber nicht.

Drei gesperrte Spielplätze - noch

„Warum gibt es für uns keinen anderen Spielplatz?“, fragen die Kinder. Mutter Svenja Becke kennt die Antwort, die die Grundschulkinder und ihre jüngeren Geschwister allerdings nicht befriedigt: Die ebenfalls zu Fuß leicht zu erreichenden Spielplätze Danteweg und Stifterstraße hatte die Stadt schon vor längerer Zeit sperren lassen, weil die Spielgeräte in die Jahre gekommen waren und nicht mehr den Sicherheitsanforderungen entsprachen. Es könne ja niemand etwas dafür, dass jetzt auch noch der letzte verbliebene Spielplatz am Brentanoweg ausfalle wegen der Raupen, sagt sie. Aber dafür, wie lange er geschlossen bleibe, schon.

„Das Raupenproblem kennen wir ja schon aus dem vergangenen Jahr“, so Svenja Becker. Damals sei der Spielplatz unter den hohen Eichen nahezu ein halbes Jahr gesperrt gewesen. So lange habe es gedauert, bis eine Fachfirma die Bäume von den giftigen Haaren befreit habe. Damals hätten die Kinder noch zum Spielplatz Stifterstraße ausweichen können, „das geht jetzt nicht mehr“. Ihr Anliegen, das die Nachbarsfamilien teilen: „Lasst es nicht wieder so lange dauern.“ Die Stadt kann sie beruhigen - und das gleich doppelt.

Zwei Ankündigungen der Stadt verbreiten Vorfreude

Erstens: Die Raupen werden dieses Mal früher verschwinden. „Die Beauftragung eines spezialisierten Unternehmens ist bereits erfolgt“, teilt Stadtsprecher Norbert Zolda mit, „und die Behandlung des Spielplatzes wurde bis spätestens 11. Juni zugesagt“. Danach sei der Spielplatz wieder freigegeben.

Zweitens: Bis Ende Juni wird auch der zurzeit leer geräumte Spielplatz Stifterstraße wieder freigegeben sein. Beigeordnete Sylvia Engemann kündigt an, dass dort eine neue Rutsche, eine Doppelwippe, eine Doppelschaukel und ein Spielhaus aufgestellt werden: eine Maßnahme, die sie ursprünglich gar nicht vorgesehen hatte in diesem Jahr und für die im Haushalt auch kein Geld vorgesehen war.

Spender ermöglicht vorzeitige Sanierung

Nachdem bereits im Frühjahr Protest laut geworden war gegen die lange Wartezeit, hatte Bürgermeister Löhr angekündigt, einen Spender suchen zu wollen, der die Investition in Höhe von 18.500 Euro außer der Reihe ermöglicht für seine Stadt und ihre Kinder - mit Erfolg. Um wen es sich handelt, ist nicht bekannt.

Trifft alles so ein wie geplant, liegt vor den Kindern im Rauhen Busch nur noch eine kurze Durststrecke ohne Spielplatz. Auch mit Blick auf die ganze Stadt entspanne sich die Situation, wie Sylvia Engemann mitteilt. Von den 42 Spielplätzen der Stadt sind demnach nur noch drei gesperrt: Stifterstraße, Danteweg und Seiland/Elbinger Straße. Arbeiten am Spielplatz Ernst-Kraft-Straße in Selm waren in diesen Tagen zu Ende gegangen. Andere Sperrungen sind hartnäckiger.

60 Meldungen über gefährliche Raupen

„In den letzten Tagen sind 60 Meldungen zum Eichenprozessionsspinner beim Ordnungsamt eingegangen“, so Norbert Zolda. Aufgrund der großen Zahl müsse „eine Priorisierung vorgenommen werden“. Mit anderen Worten: Während sich Mila, Lea und die anderen Kinder vom Rauhen Busch freuen können, in nicht einmal einer Woche wieder unter Eichen spielen zu dürfen, müssen andere länger warten. „Alle Beteiligten arbeiten jedoch mit Hochdruck an der Entfernung und würden sich etwas mehr Akzeptanz wünschen“, so Zolda.

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