So sieht die Quarantäne-Verfügung aus, die die Stadt Selm verschickt. © privat
Coronavirus

Gab es in Selm Verstöße gegen Quarantäne-Auflagen?

Besonders im Dezember befanden sich viele Selmer in Quarantäne. Wer gegen die Auflagen verstößt, muss mitunter tief in die Tasche greifen. Wie gut haben sich die Selmer an die Regeln gehalten?

Wer sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat oder direkten Kontakt mit einer infizierten Person hatte, muss sich in Quarantäne begeben. Ansonsten wird es teuer. Bis zu 25.000 Euro sind laut dem Land NRW fällig, wenn jemand gegen seine oder ihre Quarantäne-Auflagen verstößt.

In Selm musste bislang allerdings niemand wegen Quarantäne-Vergehen eine Strafe zahlen. „Es wurden keine Verstöße gegen die Quarantäne-Auflagen festgestellt“, teilt Stadtsprecher Malte Woesmann mit. Die gleiche Antwort gab es auch in Olfen. Auch in der Steverstadt hat es bislang keine Menschen gegeben, die gegen die Quarantäne-Auflagen verstoßen habe, anders als in Lünen und Nordkirchen, wo es einzelne Fälle gegeben hatte.

Viele Quarantäne-Bescheide im Dezember

Dabei gibt es in Selm durchaus viele Menschen, die sich in Quarantäne begeben mussten oder sich sogar aktuell in Quarantäne befinden. 43 aktive Corona-Fälle gibt es mit Stand 29. Januar in Selm, in Quarantäne befanden sich an diesem Tag 100 Menschen, wie die Stadt mitteilt. Denn die Quarantäne-Pflicht gilt eben auch für Kontaktpersonen.

An welchem Tag in der Pandemie bisher die meisten Quarantäne-Bescheide erstellt oder verschickt worden sind, kann die Stadt nicht sagen. Das sei nur mit großem Arbeitsaufwand händisch zu ermitteln. Eines kann die Stadt dazu allerdings sagen: „Der Höchststand war im Dezember.“ Denn im Zeitraum Anfang November bis Anfang Dezember seien insgesamt circa 750 Personen in Selm unter Quarantäne gestellt gewesen. Es wurden mehrfach über 100 Bescheide pro Tag erstellt, teilt die Stadt über diesen bisherigen Hochpunkt der Pandemie mit.

Stichproben und Hinweise aus der Bevölkerung

Aktuell sind sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür zuständig, die Erfüllung der Auflagen zu kontrollieren. Allerdings nicht alle zur gleichen Zeit, wie die Stadt dazu mitteilt. Die Kontrolle erfolge dabei auf unterschiedlichen Wegen: „Stichprobenartige Kontrollen finden persönlich unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen (Abstand, Maske) statt. Sofern die in Quarantäne befindlichen Personen über einen telefonischen Festanschluss verfügen, kommt im Einzelfall auch ein Kontrollanruf in Frage“, so Stadtsprecher Malte Woesmann.

Datenabgleiche mit anderen städtischen Diensten, also zum Beispiel, Anmeldungen für Angebote der Bürgerdienste, finden hingegen nicht statt. Unter anderem werde stattdessen Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen. Auch unangemeldete Stichprobenkontrollen fänden statt, erklärt Stadtsprecher Woesmann.

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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