Feuerwehr blickt entspannt Richtung Osterwochenende: Hier brennen in Selm die Osterfeuer

dzOsterfeuer Selm

In Selm wird es am Wochenende brennen. Das ist so üblich an einem Osterwochenende. Brenzliche Situationen erwartet die Feuerwehr nicht, ist aber froh, dass Ostern nicht im August liegt.

Selm, Bork, Cappenberg

, 16.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Viele Stellen, offiziell 88 an der Zahl, brennen am Samstag (21. April) und Sonntag (22. April) in Selm, Bork und Cappenberg. Denn so viele Osterfeuer sind bei der Stadtverwaltung Selm angemeldet.

Das traditionelle Abbrennen eines größeren Feuers zu Ostern erfordert eine Anmeldung und die Einhaltung gewisser Regeln. Die aktuellen Regeln wurden in einer Verordnung festgehalten, die seit 2011 gilt.

Auf diese und dass diese beachtet werden muss, wird auf dem Schreiben zur Anmeldung hingewiesen. Anmeldeschluss war Dienstag, 9. April. Die Anmeldung, beziehungsweise die Verordnung ist außerdem im Internet auf der Homepage der Stadt Selm frei zugänglich.

Deshalb ist die Zahl gesunken

88, das klingt nach einer großen Zahl – in der Vergangenheit war die Anzahl jedoch noch größer. So waren es im vergangenen Jahr 98 angemeldete Osterfeuer, 2014, also vor fünf Jahren, waren es 106. Vor zehn Jahren, als die entsprechende Verordnung noch nicht in Kraft war, waren es noch 172 Osterfeuer.

„Die Verordnung sagt nämlich unter anderem, dass nur Vereine, Institutionen, Nachbarschaften ein Osterfeuer durchführen dürfen und dass dieses frei zugänglich sein muss. Daher ist die Zahl gesunken“, erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage. Denn: Osterfeuer dienen der Brauchtumspflege, müssen deshalb öffentlich sein. Sollten Feuer privat abgebrannt werden, kann ein Bußgeld verhängt werden.

„Sämtliche angemeldete Osterfeuer werden übrigens von Außendienst des Ordnungsamtes vorab kontrolliert und geschaut, ob die Vorgaben eingehalten werden (unter anderem Abstände zu Bebauung)“, sagt er außerdem.

Zum Glück liegt Ostern nicht im August

Das ist auch der Grund, warum den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr nicht bange wird, beim Gedanken an die vielen offenen Feuer am Wochenende, wie Stadtbrandinspektor Thomas Isermann auf Anfrage sagt: „Ich bin da mit Blick auf die vergangenen Jahre total entspannt.“

Ob die Feuerwehrkameraden nicht das Wochenende zumindest in Habachtstellung verbringen? Auch das verneint Isermann wieder. „Das ist im Prinzip eine ganze normale Feiertagssituation, wie Weihnachten oder Silvester.“ Das läge an den Kontrollen des Ordnungsamtes. „Klar ist, Funkenflug kann es immer geben. Und der kann zum Vegetationsbrand führen. Deswegen muss man genug Abstand zur Bebauung halten“, sagt er.

Feuerwehr blickt entspannt Richtung Osterwochenende: Hier brennen in Selm die Osterfeuer

Wenn Osterfeuer bei der Feuerwehr stattfinden, kann man davon ausgehen, dass es sicher ist. Wie hier im vergangenen Jahr in Bork. © Jürgen Weitzel (Archiv)

„Auf den Funkenflug und auch die Strahlungshitze muss man achten. Bei der momentanen Witterung mache ich mir da aber keine großen Sorgen. Die Gefahr ist bei großer Trockenheit größer, deshalb bin ich froh, dass Ostern nicht im vergangenen August liegt“, sagt Isermann mit Blick auf die Sommerhitze 2018.

Der wichtigste Hinweis, den der Stadtbrandinspektor zum Thema Osterfeuer hat: „Mit gesundem Menschenverstand darangehen. Sowohl beim Aufschichten als auch Abbrennen.“ Der Ort sei wichtig – etwa nicht zu nah an eine Hecke – und der ordnungsgemäße Brennstoff. „Keinen Brandbeschleuniger benutzen“, sagt Isermann.

Einen besseren präventiven Brandschutz gebe es nicht

Eine feste Bereitschaft haben die Kameraden nicht. „Wir sind ja Immer noch eine freiwillige Feuerwehr“, erklärt Isermann. „Es finden sich aber immer genug, die dann auch bewusst auf Alkohol verzichten an solchen Tagen.“ Viele Mitglieder der Feuerwehr werden schließlich auch privat bei Osterfeuern sein. „Was besseres kann gar nicht passieren. Einen besseren präventiven Brandschutz gibt es gar nicht, als jemanden der sich auskennt dabei zu haben.“ Bei den Osterfeuern der Feuerwehr selbst, sei es ohnehin sicher, meint der Stadtbrandinspektor.

Viele der 88 angemeldeten Feuer sind bei kleineren Nachbarschaftsgemeinschaften. Also nicht immer sind unbedingt Brandschutzexperten anwesend. „Das sind immer viele. Aber: Es sind kontrollierte Brände“, sagt Isermann dennoch.

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