39 Wegekreuze in Selm und Bork haben inzwischen Zettel mit Erläuterungen. © Nicole Thien
Fastenzeit

Fastenzeit mal anders: „Verzichten müssen wir ja schon auf so Vieles“

Corona lässt Menschen auf Abstand gehen. Auf Gespräche brauche in der Fastenzeit deshalb aber niemand zu verzichten, sagt Pfarrer Themann. Sein Angebot: „Walk and talk“ - gehen und reden.

Fastenzeit bedeutet verzichten: etwa auf Süßigkeiten oder Bier. In dieser Corona-Zeit müssten die Menschen aber ohnehin schon auf so Vieles verzichten, meinen die Verantwortlichen der Kirchengemeinde St. Ludgerus Selm. Daher plädieren sie nicht für weniger, sondern für mehr: „Wir laden ein, zu mehr Leben zu kommen“, sagt Pfarrer Claus Themann. Die Angebote sind ganz unterschiedlich: von der Frühlingswanderung zu den Wegekreuzen im Stadtgebiet über ein besonderes Suppen-Essen bis zum halbstündigen Spaziergang mit einem Seelsorger.

Ziel: Mehr und anders leben

Am Aschermittwoch haben die Gläubigen in Selm und Bork keine Asche aufs Haupt gestreut bekommen, wie andernorts. Ihnen das Aschekreuz auf die Stirn zu zeichnen, wie sonst üblich, war wegen Corona erst gar nicht in Frage gekommen. „Wir haben das anders gemacht“, sagt Pfarrer Claus Themann. Jeder, der wollte, habe sich selbst mit der geweihten Asche zeichnen können: ein Symbol für die Vergänglichkeit – aber auch für das bewusste Leben, wie Themann sagt. Gerade zweiteres steht in dieser Fastenzeit in Selm im Mittelpunkt.

„Was können wir anders machen und mehr, um besser zu leben? Auf diese Frage will die katholische Kirchengemeinde Antworten geben helfen. Das ungewöhnlich milde Frühlingswetter hilft dabei. „Jetzt sind die Menschen ohnehin gerade gerne draußen unterwegs“, sagt Pastoralreferentin Nicole Thien. Wegekreuze an Kreuzungen oder vor Hofeinfahrten seien auf Wanderungen oft anzutreffen. 22 hat die Gemeinde in Selm gezählt, 17 in Bork. Dort kurz inne zu halten, lohnt jetzt noch mehr.

Impulse an den Wegekreuzen

An den 39 Kreuzen hängen Din-A-große Zettel mit Erläuterungen und frommen Impulsen. Am Freitag (19. 2.) hatte das Gemeinde-Team die Letzten aufgehängt. Ein Kreuz, das die Verantwortlichen in den nächsten sieben Wochen ins Bewusstsein rücken wollen, ist nur ausnahmsweise zugänglich und das auch nur sonntags zwischen 15 und 17 Uhr: In diesem Zeitraum ist die 2017 restaurierte Hasseler Kapelle mit der geschnitzten Kreuzigungsgruppe zugänglich.

Zur aktuellen Fastenzeit gehört auch ein Fastenessen: am Sonntag, 14. März. Anders als in den Vorjahren werden die Gemeindemitglieder nicht miteinander essen, sondern Jeder kann gegen eine Spende Suppe abholen kommen. „Wir sind dann in Gedanken miteinander verbunden“, sagt Nicole Thien.

Schon Jetzt sind alle eingeladen, auch an die Mitmenschen zu denken, denen es nicht gut geht: „Wir sammeln für die Tafel“, sagt Themann: Lebensmittel, Hygieneartikel oder Süßigkeiten. Spendenkörbe stehen ab Sonntag (21. 2.) täglich zwischen 10 und 17 Uhr In der Ludgerikirche bereit. Borker Spenderinnen und Spender können außerdem Spenden Im Lebensmittelgeschäft vom Hofe, Luisenstraße 22, abgeben.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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