Da der Präsenzunterricht derzeit ausgesetzt ist, ist es im Gymnasium Selm leer. Ab Dienstag kommen einige Schüler zur erweiterten Betreuung ins Gymnasium. © Arndt Brede (Archiv)
Erweiterte Betreuung

Erweiterte Schulbetreuung: Grundschulen in Selm am ersten Tag startklar

Mit der erweiterten Betreuung von Schülern, die den Distanzunterricht im häuslichen Umfeld ohne Begleitung nicht zielgerichtet wahrnehmen können, betreten Selmer Schulen Neuland. Wie läuft es?

Tag eins der erweiterten Betreuung von Schülern der Jahrgangsstufen 1 bis 13 ist am Montag, 1. Februar, in den Selmer Schulen ganz unterschiedlich abgelaufen. So haben die weiterführenden Schulen am ersten Tag noch keine Schüler zum aktuellen Betreuungsangebot in der Schule begrüßen können.

„Die Neuigkeit kennen wir in dieser konkreten Form seit Donnerstag“, sagt Ulrich Walter, Leiter des Städtischen Gymnasiums Selm. „Wenn man dann am Montagmorgen, und so ist es ja eigentlich vorgesehen, die Betreuung in der Schule realisieren will für diese Schüler, dann soll man mir mal erklären, wie das organisiert werden soll.“ Er habe zunächst mal dafür gesorgt, dass mehr Betreuungskräfte „ins Haus kommen“. Und zwar gestellt vom Verein Ganz Selm. Die Klassen- und Stufenleitungen haben ihm übers Wochenende 18 in Frage kommende Schüler für diese erweiterte Betreuung genannt. Nun sei es Aufgabe der Klassen- und Stufenleitungen, bei den Eltern zu fragen, ob ihre Kinder das Angebot annehmen. Die Schüler dürfen dann ab Dienstag, 2. Februar, ins Gymnasium kommen.

Headsets für die Videokonferenz

Die betroffenen Schüler werden in zwei großen Räumen zu je maximal neun Schülern betreut, sagt der Schulleiter. Diese Schüler sollen auch an Videokonferenzen teilnehmen. Stört das diejenigen nicht, die gerade keine Videokonferenz haben? „Damit das nicht störend wirkt, habe ich heute Morgen 20 Headsets für morgen bestellt, damit Videokonferenzen laufen können, ohne dass andere gestört werden.“

Wie weit ist denn die Selma-Lagerlöf-Sekundarschule bei der Umsetzung der ministeriellen Ideen und Vorgaben? „Heute hatten wir einen schulinternen Fortbildungstag, was den Eltern schon weit im Voraus mitgeteilt worden war“, sagt Schulleiterin Karin Vogel. So habe der Montag nicht zur Verfügung gestanden, „um der Spontaneität des Ministeriums gerecht zu werden“. Die Sekundarschule werde am Mittwoch mit der erweiterten Betreuung starten. „Wir müssen ja auch schauen, wie wir das Angebot gestalten können mit Schulsozialarbeit und zusammen mit dem Verein Ganz Selm.“ Zudem mussten die Klassenlehrer Beratungsgespräche mit Eltern führen. „Sonst kann man diese erweiterte Betreuung nicht so anbieten, dass sie zielführend ist.“ Gespräche, die notwendig seien, um zu begründen, warum die Schule im Einzelfall die Wichtigkeit sehe, dass von dem Angebot Gebrauch gemacht wird. Entsprechend der Anzahl müssen auch die Gruppen aufteilen, um dem Infektionsschutz Genüge zu tun.

25 Schüler werden zur erweiterten Betreuung ab Mittwoch in die Selma-Lagerlöf-Sekundarschule kommen.

Die beiden weiterführenden Schulen Selms starten also erst einen Tag

beziehungsweise zwei Tage nach dem offiziellen Start des erweiterten Betreuungsangebots.

Grundschulen hatten sich schon vorbereitet

Ganz anders ist es bei den Grundschulen. „Wir haben heute in der normalen Notbetreuung 20 Kinder“, sagt Andrea Dabrowski, stellvertretende Leiterin der Ludgerischule. In der Betreuung, die jetzt zusätzlich ist, die die Schule aber vorher schon notfallmäßig eingerichtet habe, weil es bei einigen Kindern schon vorher schwierig gewesen sei, am Distanzunterricht zuhause teilzunehmen, seien es 27 Kinder. Die Schule sei auf deren Eltern zugegangen. „Wir haben gesehen, dass deren Betreuung zuhause aus verschiedensten Gründen schwierig war und die Lernergebnisse nicht so waren, wie sie hätten sein können.“ In der Ludgerischule arbeiten die Schüler in Kleingruppen mit maximal vier Kindern, betreut von Integrationskräften oder von Kräften der Offene Ganztagsschule.

An der Overbergschule nehmen gerade elf Kinder an dem besonderen Betreuungsformat teil. „Das aber auch schon seit zwei Wochen“, betont Schulleiterin Christine Jücker. „Auf die Idee von Schulministerin Gebauer ist die Overbergschule nämlich schon vor zwei Wochen gekommen.“ Die in Frage kommenden Kinder seien schon früh eingeladen worden, in der Schule betreut zu werden. Es habe also keine Notwendigkeit gegeben, aufgrund der aktuellen Schulmail des NRW-Schulministeriums weiteren Eltern das Angebot zu unterbreiten.

Und weil die Schule die Schüler bestens kenne, komme es auch schon mal vor, dass die Schulleiterin zu einer Familie gehe, ein iPad vorbeibringe, eine Videokonferenz im Beisein der entsprechenden Eltern und Kindern starte, sodass sie eben die Voraussetzungen für Distanzunterricht von zuhause aus erfüllen und eben nicht zur Betreuung in die Schule zu kommen brauchen.

Diejenigen, die allerdings in die erweiterte Betreuung kommen, arbeiten an ihren Wochenplänen, und zwar analog, betreut von den Integrationskräften und der Sonderpädagogin.

Auch an der Grundschule Auf den Äckern läuft die erweiterte Betreuung an den beiden Standorten Bork und Cappenberg bereits. Weil sich die Schule vorbereitet hat. „Wir hatten schon beschlossen, dass wir vielleicht einige Kinder zu uns einladen“, sagt Schulleiterin Anja Knipping. Einige Kinder seien nun täglich in der Betreuung, andere nur an drei Tagen. „Je nachdem, wie es das Kind braucht.“ So sind also zusätzlich zur Notbetreuung 16 Kinder in der Schule. Sie bearbeiten die Aufgaben, die andere Schüler zuhause bearbeiten, in der Schule.

Manche Eltern am Ende der Betreuungskapazität

In der normalen Notbetreuung seien mittlerweile ein paar Kinder mehr als noch vor Kurzem, erzählt Anja Knipping. Es seien 24 Kinder. Vorher seien es 17 gewesen. „Manche Eltern sind eben am Ende ihrer Kapazitäten, um ihre Kinder zuhause zu betreuen.“

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Arndt Brede

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