Erstwählerin Regina Müller (18) aus Selm: „Wer nicht wählt, macht es nur noch schlimmer“

dzEuropawahl 2019

Wenn’s zum ersten Mal um das Kreuzchen geht: Die Europawahl 2019 steht an und die Selmerin Regina Müller darf zum ersten Mal wählen. Sie ist sich ihrer Verantwortung bewusst.

Selm

, 25.05.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wahlbenachrichtigung im Briefkasten. Die Wahl ist in Sicht. Am Sonntag, 26. Mai, steht die Europawahl 2019 an - die Wahllokale öffnen um 8 Uhr morgens ihre Pforten. Im Laufe des Tages geht auch die Selmerin Regina Müller los, um ihren Stimmzettel in die Urne zu werfen. Und das zum ersten Mal. Seit rund vier Monaten ist sie 18 Jahre alt, darf bei der Europawahl also zum ersten Mal wählen.

„Aufgeregt bin ich nicht. Ich habe eher Respekt vor der Verantwortung“, beschreibt sie ihr Gefühl, bevor es zum ersten Mal an den Stimmzettel geht. Auch wenn es nur ein Kreuz ist, kann das Folgen haben. Oder? „Ich finde es wichtig zu wählen“, sagt die Schülerin, die vor hat im nächsten Jahr am Städtischen Gymnasium Selm ihr Abitur zu machen.

„Wer nicht wählen geht, macht es nur noch schlimmer“

Noch nicht lange 18 und direkt so eine Verantwortung. Irgendwie auch ein Schritt zum Erwachsenwerden. „Das ist schon ein Schritt“, bestätigt sie. „Da wird klar: Was du tust, hat Folgen.“ Wenn auch sie sich nicht ganz frei davon machen kann, zu überlegen, ob die eine kleine Stimme so viel bewirken kann. Aber: „Es sind immer viele Leute unzufrieden, ich finde aber, wer nicht wählt, macht es nur noch schlimmer. Ich bin lieber im Nachhinein unzufrieden mit meiner Wahl“, meint die Selmerin.

Ein schlechtes Gewissen befürchtet sie dann im Nachhinein aber trotzdem nicht. „Da müsste die Partei, die ich wählen werde, schon was ganz hirnrissiges machen“, sagt sie mit einem Lachen.

Entschieden hat sich Regina Müller also schon, für wen sie ihr Kreuzchen machen will. „Da muss schon etwas Großes passieren, damit ich mich noch umentscheide“, sagt sie bestimmt.

„Mal gucken, was auf mich zukommt“

„Bis der Wahlschein kam, habe ich mir noch gar nicht so viele Gedanken darüber gemacht“, sagt sie. Doch seit er Anfang Mai ins Haus flatterte, schon mehr: „Ich habe mich im Internet über die Parteien und ihre Programme informiert, auch beim Wahl-O-Mat, der jetzt ja offline genommen wurde.(Der Wahl-O-Mat wurde erst nach dem Termin wieder online genommen, Anm. d. Red.) Da war ich noch früh genug dran“, erklärt sie.

Über die Parteien weiß sie Bescheid, wie genau das Wählen vor Ort abläuft weniger. „Da setze ich auf meine Eltern, bei denen ich noch wohne und mit denen ich dann hingehe“, erklärt Müller. Über die Schultern gucken dürfen ihre Eltern dann aber nicht. „Mal gucken, was auf mich zukommt“, sagt sie abschließend, bevor es dann am Sonntag in ihrem Wahllokal, dem Gasthaus Suer, um das Kreuzchen für die Europawahl geht.

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