Die Siedlung „Zwölf Apostel“ ist mit mehr als 60 Jahren älter als das Durchschnitthaus in Selm. Hier wurden bereits Teile modernisiert. © Brede (A)
Eigenheime

Energiekosten: Viele Häuser in Selm brauchen eine Verjüngungskur

Die Zahl der älteren Wohngebäude in Selm ist hoch. Das kann Folgen für die Besitzer haben - je älter das Haus, desto höher der Energieverbrauch. Hauptproblem sind die Kosten einer Sanierung.

Wie die Landesbausparkasse (LBS) erklärt, gibt es in Selm derzeit rund 6200 Ein- und Zweifamilienhäuser, die im Durchschnitt 52 Jahre alt sind. Diese Zahlen basieren laut LBS wiederum auf einer Erhebung des statistischen Landesamtes (IT NRW). Demnach stammen nur 348 Häuser – laut LBS wären das 6 Prozent des Gesamtbestandes – aus den letzten zehn Jahren.

„An dem relativ hohen Durchschnittsalter kann man erkennen, dass hier noch ein großes Potenzial für die Senkung des Energieverbrauchs schlummert“, wird LBS-Gebietsleiter Michael Bach in der Mitteilung zitiert. Das Durchschnittsalter von 52 Jahren ist auch nicht zufällig gewählt: „Vor Baujahr 1977 verbraucht ein unsaniertes 130-Quadratmeter-Haus mindestens 2600 Liter Öl für Heizung und Warmwasser“, erklärt die LBS. Erst danach habe der Staat die Vorgaben für den Energieverbrauch von Neubauten nach und nach eingeschränkt: „So erfolgte mit der Energie-Einsparverordnung 2002 eine Halbierung des zulässigen Wärmebedarfs.“

Auch der Zeitraum „aus den letzten zehn Jahren“ ist kein Zufall. Denn die letzte Erfassung des Wohnungsbestandes erfolgte mit dem Zensus 2011, wie die Bausparkasse weiter erklärt. Entsprechend habe man für das aktuelle Gebäudealter Neubauten mit der Fertigstellung seit dem Zensus eingerechnet und den Medianwert ausgewiesen.

Hülle, Fenster und Dämmungen prüfen

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass die Zahl der deutlich älteren Wohnhäuser in Selm überwiegt. Heute liegt der Standard laut LBS bei einem Vergleichswert von etwa 5,5 Litern Heizöl pro Quadratmeter, das wären dann 715 Liter für ein 130 qm-Eigenheim. „Umso wichtiger ist es, dass die Besitzer den Energieverbrauch – und damit ihre Wohnkosten – auch nachträglich weiter senken“, so Michael Bach.

Dafür reiche der routinemäßige Austausch der Heizung nach 20 Jahren keinesfalls aus: „Gebäudehülle, Fenster, Dämmungen und technische Anlagen sollten regelmäßig auf ihr Sparpotenzial hin überprüft werden.“

Die Kosten für eine Sanierung sind schwer einzuschätzen – hier gibt es viele Faktoren, darunter das Alter des Gebäudes und die Art der Arbeiten. Bei einer Kernsanierung rechnen die meisten Vergleichsportale im Netz mit 100 bis 150 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, „einfachere“ Renovierungsmaßnahmen, wie sie zum Beispiel bei einem Neubezug üblich sind, werden im Durchschnitt mit 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter kalkuliert.

Im Internet gibt es zudem mehrere Kosten- und Energierechner, mit deren Hilfe sich Interessenten einen ersten Überblick verschaffen können. Das Energie-Angebot der LBS findet sich unter lbs-energie-sparrechner.de.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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